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Jahrelang nicht mehr als ’ne Klickstrecke wert – Über Frauen in der Gaming-Presse

Nach meinem letzten Artikel meldeten sich viele Leute zu Wort. 99% davon Männer, die der Meinung waren, mich zurechtweisen zu müssen, wie ich als Frau eine bestimmte Situation zu werten hätte. Danke dafür – das zeigt, dass Sarkeesian nicht mit allem Unrecht hatte. Davon abgesehen fand ich mich in vielen Diskussionen wieder, die versuchten die Fragen zu beantworten, wieso Frauen in der Branche eigentlich so selten sind und wieso sie so labil sind, die Branche zu verlassen, wenn sie eine polarisierende Meinung vertreten. Das fragt ihr euch wirklich? 

Ich bin in einem reinen Frauenhaushalt groß geworden. Das bedeutet, ich habe ziemlich gute Nerven. Ich habe in der Vergangenheit in meiner „Bloggerkarriere“ schon so einiges mitbekommen. Drohungen, meine Tiere zu vergiften, Drohungen, mir aufzulauern, Beleidigungen gegen mich, meine Freunde, meine Familie und gegen so ziemlich jeden der mich kennt. Ich hätte 1000 Gründe gehabt, das Ganze hier an den Nagel zu hängen, aber ich habs nicht gemacht, weil ich was zu sagen habe und das ist wichtiger als ich und meine Befindlichkeiten. Das ist vor allem wichtiger als die Alleingänge irgendwelcher asozialen Egogänger.

Gewalt, Trolling = keine Argumente

Sie wollen psychische Gewalt ausüben, weil sie keine Argumente haben. Sie wollen Menschen einschüchtern, weil sie keine Argumente haben. Für sie ist die Macht über einen anderen Menschen wichtiger als das Thema, um das es geht. Das Ganze funktioniert aber nur dann, wenn man es zulässt. Wenn ich zulasse dass jemand Macht über mich hat. Und das lasse ich nicht. Wie gesagt, ich bin in einem Frauenhaushalt groß geworden und kein Mann kann schlimmer sein, als ein kompletter Haushalt voller PMS.

Immer wenn ich eine polarisierende Meinung vertrete und diese in einem Artikel veröffentliche, bekomme ich ungefähr diese Reaktionen. Am ersten Tag gibt es eigentlich nur Zustimmung. Diese kommt meist aber nicht direkt. Ich bekomme sie als DM. als Mail und selten über soziale Netzwerke als Kommentar. Zustimmung gibt es meistens nicht öffentlich. In vielen Fällen aus Angst. 2-3 Tage später (wenn der Artikel vermutlich ausgedruckt und verteilt wurde, denn anders kann ich mir diese starke Verzögerung nicht erklären) kommen die Leute, die nicht nur den Artikel, sondern meine komplette Existenz in Frage stellen. In ihren kleinen Büros sitzend (in denen sie eigentlich arbeiten müssten), wettern sie einige Stunden darüber, wie dumm, krank oder beeinflusst ich sein muss, um diese Meinung zu vertreten, die ich vertrete. (Lustigerweise meistens Männer) Einen Tag drauf ist der Spuk wieder vorbei. Alle gehen ihrer Wege und an den Artikel erinnert sich kaum einer mehr.

Du dumme Feministin, du dumme Antifeministin, du dumme…. was warst du noch gleich?

Interessanterweise habe ich mit meinem letzten Artikel nicht nur Feministinnen vor den Kopf geschlagen, sondern gleichzeitig diejenigen, die Feminismus ablehnen. Keine Ahnung ob ich damit jetzt ein Archievement unlocked habe, aber wenn dem so ist, dann war das eines von denen, die man wirklich nur sehr selten bekommt.

Gleichzeitig habe ich noch mit Menschen geredet, die die Sache sehr ähnlich wie ich sehen – und das sind eigentlich die erfreulichsten Momente überhaupt, denn das zeigt mir, dass nicht jeder blind irgendeiner Ideologie hinterher rennt, sondern versuchen sich überall das herauszupicken, von dem sie denken, dass es sie irgendwie weiterbringt – und genauso sehe ich das.

„Wieso bist du eigentlich keine Feministin“ – „Wieso nennst du dich nicht gleich Antifeministin?“ sind beides Fragen, die immer wieder kommen. Ich werde mich in keine Schublade stecken, weil ich mich nicht damit wohlfühle. Ich habe bei jeder Bewegung mehr Kritikpunkte als Zustimmung. Ich will meine Meinung nicht von einer Bewegung abhängig machen. Ich bin keine Feministin, weil „Feminismus“ ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Strömungen ist. Einige finde ich, sind eine gute Idee. Einige lehne ich sogar komplett ab. Einige haben zwar ein paar gute Ideen, versuchen diese aber für meinen Geschmack zu radikal durchzusetzen. Daher betrachte ich jede Idee und jede Lösung losgelöst von ihrer Strömung und bewerte sie danach. Das ist langfristig viel verständlicher für alle, die sich nicht in die Feminismustheorien einlesen wollen und können. Kurz: Nur weil ich Karnickel mag muss ich keinem Karnickelverein beitreten.

Frauen im Gaming != Frauen in der Gaming-Branche

Wenn ich darüber rede, wie Frauen in der Gaming-Community angenommen werden, dann kann ich dies nicht nur aus eigener Erfahrung tun, sondern auch aus Gesprächen mit anderen Gamerinnen. Vor allem sehe ich starke Unterschiede darin, ob man als Frau hobbymäßig mit dem Gaming zu tun hat oder ob Frauen in der Branche – also da wo es um Geld geht – sind.

Ich sehe da schon sehr starke Unterschiede. In der Gaming-Presse waren Frauen jahrelang nicht mehr wert als die Klickstrecken, der heißesten Gamerin, der heißesten Cosplayerin oder der heißesten Whatever. Frauen als Redakteurinnen haben es deswegen vor allem im Gaming umso schwerer. Wie soll man sich in dieser Umgebung wohl und respektiert fühlen? Selbst heute schafft ein Großteil der Presse nicht, normal über zockende Frauen zu berichten, obwohl es das normalste der Welt ist.

Bei den Technikblogs wars damals das „Gina Lisa Phänomen“. Als sie bei ihrem Walk bei Germanys Next Top Model mehr sehen ließ, als sie sollte, berichteten viele Techblogs darüber und bekamen an dem Tag ziemlich viele Klicks. Monatelang war genau dieser Suchbegriff immer noch der meistgesuchte in den Blogs.

Während gerade in der Gaming Community Frauen auch über MMOs hinaus anerkannt sind, berichtet die Presse darüber immer noch, als sei es ein Phänomen, wie eine Ufo-Sichtung oder ein Einhorn. Ich kenne hingegen fast keine Zockergruppe, in denen keine Frauen sind. Bei uns sind es drei Frauen, die sowohl gern Shooter, als auch gern MMOs spielen. Frauen sind keine Ufo-Sichtungen und Einhörner. Sie sind normal.

Vielleicht ist es für die Presse genau deswegen ein Phänomen, weil SIE es jahrzehntelang ausgeblendet haben. Die Presse dachte, wenn sie über etwas nicht berichten, dann gibt es das auch nicht und jetzt sehen sie sich einer heterogenen Community gegenüber, die sich nicht skandalisieren lassen will. Und was passiert? Es wird die Echtheit der zockenden Frauen bezweifelt. Ganz groß.

Keine Ahnung, aber ne Meinung

Eine Diskussion mit Anke Domscheit-Berg auf Twitter empfand ich hierbei sehr aufschlussreich. Meine Meinung zu ihr als Person hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark gewandelt. Bevor sie zu den Piraten ging, habe ich sie als sehr meinungsstarke und vor allem geerdete Frau erlebt, die nur über Dinge redet, von denen sie auch weiß, dass sie Ahnung hat. Seit den Piraten hat sich das geändert und ich habe mittlerweile große Probleme mich mit ihr zu identifizieren. Sie wirkt ausgebrannt und gebrochen. Ich weiß nicht ob die Politik oder die Partei das mit ihr gemacht hat, aber es ist traurig sie so zu sehen. Ich möchte an meiner Meinung über sie nicht das Gesagte bewerten, sondern nur erklären, wieso ich denke, dass sie genau das macht, was der Gaming-Community schadet.

Ihrer Meinung nach sind die übersexualisierten und männerzentrierten Spiele das Problem. Sie vertritt hier eine ähnliche Meinung wie Sarkeesian. Sie ist leider auch der Meinung dass es wichtiger sei, derzeit das „Problem“ anzuprangern statt Alternativen zu fördern. Ihrer Meinung nach müsse man das Problem erst in der Tiefe diskutieren, bevor man eine Lösung suchen kann. (sucht einfach mal in ihrem und meinem Twitter-Verlauf nach dem Gespräch, das wir am 7. September führten)

Diese Einstellung vertritt nicht nur sie, sondern viele die derzeit Games kritisieren. Und wenn ihr diese Argumentation einseitig findet, dann bin ich ganz bei euch, denn genauso geht es mir ebenfalls.

Es ist nicht so, als seien Games an sich ein frauenverachtendes Medium. Keineswegs. Aber hier kommen wir wieder auf die Arbeitsweise von Sarkeesian zurück. Sie hatte schon vor ihrer Videoreihe eine Meinung über Videospiele. Zum einen mochte sie Gaming nicht und zum anderen hielt sie Gaming für eine frauenverachtende Männerdomäne. Als sie ihre Videoreihe machte, war das Ziel nicht „Ich schaue mir Videogames an und bilde mir dann eine Meinung“ sondern „Ich habe eine Meinung und suche nun so lang nach Beweisen, bis ich diese Meinung belegen kann.“ Bei der Fülle an Videospielen, kann man allerdings so gut wie jede These, die man mitbringt belegen.

– Übertragen wir diese Arbeitsweise einmal auf Filme, so könnte Sarkeesian Pornofilme dazu nutzen, um zu beweisen, dass die Filmindustrie als Ganzes übersexualisiert sei. Doch was sagt ein Pornofilm über die Qualität einer Dokumentation über Eichhörnchen aus?

– Genauso könnte sie Rap-Musik als Beweis nehmen, wieso Musik immer gewaltintensivere Texte habe. Doch was sagt Rap-Musik über die Qualität seichter Popmusik aus.

– Genauso könnte sie den Hustler als Beweis dafür nehmen, dass uns das Lesen zu frauenfeindlichen Monstern macht. Aber was sagt der Inhalt des Hustlers darüber aus, was in einem Kinderbuch steht?

Um Gaming in seiner Fülle bewerten zu können braucht es eben mehr als nur ein paar Filmausschnitte, die man sich von YouTubern zusammenstibitzt hat. Es braucht Jahre, um überhaupt die Spielelandschaft als Ganzes zu erfahren und zu bewerten. Auch wenn ich mit Konsolenspiele groß geworden bin und erst seit 3-4 Jahren wieder aktiv spiele, fühle ich mich häufig immer noch nicht wirklich in der Lage über Computerspiele angemessen zu sprechen oder zu urteilen, weil ich eben sehr wenig gespielt habe, bevor ich wieder aktiv anfing.

Und hier kommen wir zu dem großen Problem. Die Leute, die derzeit Gaming verurteilen, haben ihr Wissen von denen, die darüber urteilen ohne jemals wirklich aktiv gespielt zu haben oder ohne mit anderen zusammen gezockt zu haben. Wissen aus 2., 3. oder 4. Hand ist nie gut, vor allem wenn man danach nicht selbst recherchierend tätig wird.

Das Gespräch mit Anke Domscheit-Berg hat mir gezeigt – hier reden Leute über ein Medium, für die Gaming selbst ein Buch mit sieben Siegeln ist. Sie kennen die Feminist Frequency Videos. Sie kennen die herausgepickten Szenen, aber sie haben selbst nie eines dieser Spiele gespielt. Sie haben vermutlich auch nie die positiven Gefühle erlebt, wenn man sich mit einer Gruppe Freunde durch eine Horde virtueller Monster prügelt. Sie haben es nie erlebt, wenn sie in einem Adventure die seltsamsten Dinge kombinieren und nach stundenlangem Gefluche in der Geschichte weiterkommen, weil sie für sowas einfach keine Zeit hatten. Sie haben andere Dinge gemacht. Dinge, die in ihren Augen sinnvoller waren. Und jetzt stehen sie hier und wollen uns erzählen, dass unsere Interessen und Leidenschaften falsch sind.

In der Presse sind Spiele ein Geschäft – keine Leidenschaft

Die Presse macht mit, weil man auch in der Gamingpresse kaum mehr dazu kommt die Spiele zu spielen über die man redet oder schreibt. Zwar gibt es vorab oft Presseexemplare der Spiele, aber die Leser wollen die Artikel noch vor Release lesen – spätestens aber zum Release. Wie sollen Redakteure eine differenzierte Meinung abgeben? Wenn es um Spieletests geht, so wird die Zeit in der die Spiele gespielt werden, oft nicht bezahlt. Das heißt Redakteure quälen sich in ihrer Freizeit schnell durch die Spiele durch (wenn überhaupt) und hoffen dann noch genug Zeit zu haben, über diese Spiele angemessen zu schreiben.

Meistens werden die Artikel dann mit technischen Beschreibungen gefüllt statt mit Bewertungen der Storytiefe. Es wird die Grafik gelobt, die Synchronsprecher, die detaillierten Figuren, der Soundtrack. Über all die Dinge kann man seitenfüllend schreiben, ohne das Spiel nur eine Stunde gespielt zu haben.  Wenn Spielen zum Geschäft wird, dann wird kostensparend gehandelt. Und Zeit ist Geld.

Es gibt natürlich auch positive Beispiele. Publikationen im Print-Bereich haben häufig mehr Zeit – aber auch hier merkt man langsam, dass diese der Aktualität des Online-Mediums nicht gewachsen sind. Man muss über die großen, gehypten Spiele berichten, weil man sonst keine Exemplare mehr verkaufen kann.

Frauen sind mehr als eine Klickstrecke wert

Unter #notyourshield meldeten sich viele Frauen aus der Community. Die Reaktion darauf war, dass von allen Seiten behauptet wurde, dass sie nicht existieren. Dass sie nicht echt sein können und dass es vermutlich Fake-Accounts irgendwelcher Männer seien.

Und genau so hat uns die Presse jahrelang dargestellt. Nichtexistent als Gamer – Nur existent als leichtbekleidete Models für eine Klickstrecke. Klickstrecken, die viel Geld von Werbekunden abknöpften.

Aber es gibt uns. Ob ihr das nun sehen wollt oder nicht. Ihr könnt weiterhin unsere Existenz leugnen und uns als gut gemachte „Sockenpuppen“ irgendwelcher 4Chan-User bezeichnen, aber das ändert nichts daran, dass wir trotzdem hier sind und auch weiter darauf hinweisen werden. Gamerinnen sind mehr als nur eine Klickstrecke wert. In der Community sind sie schon lang existent und schon lang anerkannt. Im E-Sport gibt es schon seit Ewigkeiten Frauenteams. Und wenn ihr Frauen in der Community fördern wollt, dann tut das. Fördert nicht nur Frauen, die das sagen, was ihr hören wollt – die euch angenehm sind. Fördert Frauen in ihrer Gesamtheit – steht für Meinungsfreiheit und eine angstfreie Umgebung ein. Nur dann kann ich euch auch abkaufen, dass ihr es ernst meint und nicht nur Feminismus vorschiebt, um euch in einem besseren Licht darstehen zu lassen.

 (Die Videos im Artikel vereinen verschiedene Meinungen zum Feminismus von Frauen aus der Gaming-Branche oder auch aus der Gaming-Community. Ich habe hier absichtlich einmal keine männlichen Protagonisten gewählt, da ich dem Vorurteil entgegen wirken wollte, es würde keine Frauen geben, die widersprechen – oder sie seien alle Fake oder Sockenpuppen. Ich stimme nicht mit allen Videos überein, denke aber, jedem sollte Gehör geschenkt werden.) 

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Nein Anita, nein wirklich nicht – Gamer wehren sich unter #NotYourShield

Und so trug es sich zu, dass der Gamer, dessen einzig Begehr es war, seiner Liebe zu Computerspielen zu frönen, auf einmal gejagt wurde, weil er das edle Fräulein Prinzessin beleidigt zu haben schien. Und weil der Gamer im Königreich keinen hohen Ruf genoss, kamen sie mit den Mistgabeln ihn zu jagen und auf den Scheiterhaufen zu werfen. 

Das ist vermutlich das schlechteste Märchen der Welt. Ähnlich schlecht wie das was derzeit in der Journaille vor sich geht. Ähnlich schlecht was derzeit über die Gamer im Allgemeinen hereinbricht. Eine Flut erhobener Zeigefinger. Eine Flut an Beleidigungen und der Plan, Gamer noch weiter ins Abseits zu drängen.

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Man gehe auf die Straße und frage Menschen, was sie zum Thema Gamer so wissen. Was werden wir wohl hören? Männer, Killerspieler, keine Sozialkontakte, nie eine Freundin gehabt, übergewichtig, faul, ungewaschen…

Man könnte so weitermachen. Zusammengefasst könnte man also sagen, dass das Ansehen des Gamers schon seit langer Zeit beschmutzt ist. Gegen diese Stigmatisierung wehren sich Gamer auch schon seit ebenso langer Zeit. Es werden Proteste gegen jeden Artikel laut, der nur das Wort „Killerspiel“ verwendet. Jedes Mal, wenn Gamer in ein schlechtes Licht gerückt werden, tut man sich zusammen und versucht das Bild positiv zu prägen. Man versucht Menschen, die dieses Hobby nicht teilen, verständlich zu machen, dass man ein ganz normaler Mensch ist, der eigentlich einfach nur Spiele spielt.

#NotYourShield

Und nun trägt es sich zu das einem der wohl anerkanntesten Gaming-YouTuber (ein weißer heterosexueller Mann) der Kragen platzt – und nicht nur ihm. Boogie2988 stört es genau wie viele andere auch, dass nun nicht nur vereinzelte Menschen auf die Gamer als Gruppe einprügeln, sondern auch die Medien – die Gamingmedien. Blogs und Magazine die EIGENTLICH auf der Seite der Gamer stehen. Die EIGENTLICH die Sicht der Gamer kennen sollten und die EIGENTLICH wissen sollten dass die Communtiy so vielfältig ist, dass man wohl kaum von einem frauenhassenden und rassistischen Haufen geifernder weißer Hetero-Männer sprechen kann.

Er ruft auf unter #NotYourShield auf, dem eigenen Frust Luft zu machen. Startet sogar eine Petition, um der Presse zu zeigen „Ich bin Gamer und benutzt mich nicht für eure billige Propaganda.“ Und es funktioniert. Innerhalb kürzester Zeit melden sich zahlreiche Männer und Frauen, die genau diese Meinung vertreten. Sie sagen wer sie sind, und wieso sie zocken  und nicht der Vorwand sein wollen, wegen dem die Industrie zerstört wird.

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Das Abartige daran ist, dass genau diesen nun unterstellt wird, nicht real zu sein. Dass die Accounts ja nur Sockenpuppen verschiedener 4Chan-User seien. Als hätten Frauen keine eigene Meinung oder als hätten sie den Frauenhass schon so verinnerlicht, dass er ihnen gar nicht mehr auffällt.

Das sind nur wenige der zahlreichen Beiträge die es zu #NotYourShield gibt. Aber sie zeigen nicht nur sehr eindringlich, dass die Gaming-Community auch in diesem Versuch, sie zu diskreditieren, zusammensteht. Sie zeigen auch wie vielfältig Gaming ist. Sie zeigen wie vielfältig Gamer sind.

 

Sie zeigen, dass Gamer nicht nur aus allen Einkommensschichten kommen, sondern auch aus allen Nationalitäten und dass sie vor allem so unterschiedlich sind, wie sie nur sein können.

Es gibt „Bad Apples“

Da Gamer nur deswegen Gamer sind weil sie die gemeinsame Vorliebe für Videospiele haben, kann man Gamer nicht als gleichgesinnte Gruppe verallgemeinern. Nur ein einziges Hobby gemeinsam zu haben, macht eine Gruppe nicht homogen. Es wird – wie es auch außerhalb von Gruppen der Fall ist – immer Idioten geben, die dumme Sprüche reißen. Die vielleicht sogar Frauen hassen. Die gibt es aber auch unter Ärzten, Kindergärtnern und Handyverkäufern. Niemand würde auf die Idee kommen, deren Ansichten auf die komplette Gruppe zu generalisieren.

Die Gaming-Community ist aber stark und selbstbewusst. Unter #NotYourShield kann man sehen wie stark und wie selbstbewusst. Schon immer war sie in der Lage, die Bad Apples auszusortieren. Denn Gaming soll Spaß machen und das macht es nur mit den richtigen Leuten.

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Es ist unsere Verantwortung, diesen Bad Apples kein Gehör zu schenken. Ihnen keine Plattform zu geben und zu sagen, dass sie und ihre Ansichten nicht willkommen sind. Aber das ist nicht nur unsere Verantwortung als Gamer sondern als Menschen.

Dreckiges Marketing

Aber wieso funktioniert es? Wieso kann man Gamer so leicht diskreditieren? Das ist ganz einfach. Der Ruf der Computerspiele liebenden Menschen ist so oder so angekratzt. Als potentielle Amokläufer sind wir bereits in die Medien eingegangen. Als ungewaschene Nerd stellte uns noch vor wenigen Jahren ein großer Fernsehsender dar. Bei Schießereien und ähnlichen Vorfällen wird immer wieder herausgekramt, welche Computerspiele der Täter spielte und daraus werden die großen Geschichten gemacht.

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Gamer sind das alles gewohnt. Sie kennen das Gefühl von der Gesellschaft verstoßen, verletzt und nicht respektiert zu werden. Wieso sollte eine Frau Sarkeesian und eine Reihe Reporter da noch eine Rolle spielen?

Sie spielen eine Rolle, weil der Buzz, den sie verursachen ein anderer ist. Weil Frau Sarkeesian es perfektioniert hat ihre Internetauftritte und Handlungen so in den Mittelpunkt zu stellen, dass es jeder mitbekommt. Gleichzeitig schafft sie es, jeden gegen sich zu sehen, der nicht für sie ist. Der nicht bedingungslos für sie ist. Das lässt die Emotionen hochkochen. Und Gamingpresse, die sowieso schon einen schlechten Ruf hat, hofft dann, wenn sie mit bedingungsloser Unterstützung hinter ihr steht, ihren Ruf zu wahren.

Aber Frau Sarkeesian kommt nicht, um die Videospielindustrie zu retten. Síe kommt nicht, um Gamer zu retten. Sie hat sich einfach nur ein passendes Themenfeld gesucht, das vorher noch nicht mit feministischen Themen besetzt war – weil Frauenhass kein Thema war. Gamer hassen keine Frauen. Und da Gamer sowieso keinen guten Ruf genießen ist es nicht schwer den Leuten das zu präsentieren, was sie hören wollen. Sie wissen, dass Gamer schlechte Menschen sein müssen, aber ihnen fehlte eine Galionsfigur, die dies mit halbgaren Mitteln beweist. Deswegen müssen ihre Videos auch nicht gut und 100% richtig sein. Das interessiert niemanden, denn die Leute glauben das, was sie glauben wollen und finden sie Fehler, schauen sie drüber hinweg, weil es ja „für die gute Sache“ ist.

Und hier wird jetzt gewildert. Mit allen Mitteln. Und während die Presse nickend daneben steht, denn eine Frau, die scheinbar bedroht wird, muss ja immer mit allem Recht haben, wehren sich die Gamer, denn hier soll etwas zerstört werden, mit dem sie sich identifizieren.

Gegen Hass und Gewalt

Fast kein Gamer (Bad Apples gibts überall) wird ein Problem damit haben, sich von Hass und Drohungen zu distanzieren. Viele Gamer haben aber ein Problem damit, wenn das Handeln einiger weniger, die in den Mittelpunkt gestellt wird und auf eine komplette Gruppe übertragen wird, weil das unfair ist. Es stellt die Tatsachen falsch dar. Natürlich unterstreichen Hasskommentare Sarkeesians Theorie, aber das darf nicht der Grund sein, eine überwältigende Masse an konstruktiver Kritik auszublenden, als würde sie nicht existieren.

Hass, Gewalt und Drohungen sind hier nicht das Thema. Das Thema ist, wie können Gamer es schaffen zu demonstrieren, dass sie Menschen sind, die einfach nur Computerspiele mögen? Da männliche Meinungen – mögen sie noch so hilfreich sein – nicht ernst genommen werden, ist es umso wichtiger, dass wir Frauen uns melden. Wir, die zockenden Frauen, die angeblich kaum existieren, die angeblich furchtbare Erfahrungen im Gaming gemacht haben, die ständig bedroht werden müssten.

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Wir müssen unsere Stimme erheben und neben unseren männlichen Gamer-Freunden sagen „Wir sind Gamer und wir hassen nicht. Wir lieben einfach nur Computerspiele.“ Und das sage ich hiermit. Hört auf Computerspiele und Gamer als etwas Negatives darzustellen, denn Gaming ist etwas, dass mit sozialer Interaktion, mit Ablenkung vom schlimmen Alltag und Freundschaft zu tun hat und nichts mit dem, was ihr in euren kleinen Büros für euch konstruiert.

Zwei sehr unterschiedliche, weiterführende Artikel

#NotYourShield und Petition

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Musik hören während man zockt? Das sind meine Favoriten

Wenn ich zocke höre ich oft die normale Gaming-Musik. Aber ihr kennt das sicher auch – ihr habt ein Spiel nun schon so lang gespielt, dass euch die Musik des Games ziemlich auf den Senkel geht. So geht es mir auch häufig und so habe ich verschiedene Playlisten für verschiedene Spiele, die ich dann währenddessen höre. Ihr könnt auf diese Playlisten zugreifen, wenn ihr einen Account bei Spotify habt.

Guns Of Icarus oder jedes andere Steampunk-Angehauchte Spiel

Für Games mit Steampunk-Bezug wie zum Beispiel Guns Of Icarus verwende ich eine eigens angelegte Steampunk Playlist. Die habe ich passenderweise „Dampf und Monokel“ genannt. Darin befinden sich Bands wie Abney Park und The Cog Is Dead sowie The Men That Will Not Be Blamed For Nothing. Letztere haben einen grandiosen Cthulhu-Song geschrieben.

Shooter

Viele würden Shooter jetzt im Prinzip erst einmal mit aggressiver Musik in Verbindung bringen. Ich höre dabei aber etwas ganz anderes und zwar eine Elektroswing-Playlist, die Spotify selbst angelegt hat und regelmäßig auf der Startseite präsentiert. Ich habe sie abonniert und sie eignet sich wundervoll. Es ist ein bisschen wie ein Zombiefilm, den man mit Richard Cheese unterlegt.

Minecraft

Minecraft ist mein Entspannungspiel. Wenn ich entspanne, dann brauche ich wirklich ruhige Musik. Oder zumindest beruhigende Hintergrundgeräusche. Für sowas habe ich dann die Playlist „Ohrenurlaub„. Darin befindet sich viel Ambient, zum Beispiel Biosphere.

Und während ich arbeite?

Das ganze kann man natürlich auch umkehren, denn Computerspiele bringen auch Musik mit, die sich durchaus hören lassen kann. Saints Row IV bringt einige lustige Radiosender mit. Und wenn man knapp 40h immer wieder den gleichen Radiosender gehört hat, dann vermisst man im Alltag seine Playlist. Aber das ist auch gar kein Problem, denn es gibt die bevorzugte Playlist auch bei Spotify zu abonnieren. Hier ist „The Mix 107.77

Und ihr so?

Welche Musik hört ihr beim Zocken? Was muss unbedingt dabei sein? Oder zockt ihr dann doch lieber mit der Ingame-Musik oder vielleicht sogar ganz ohne Musik?

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Android: Monument Valley angespielt

Moin Leute!

Es ist gibt gerade im Google Play Store besonderes Spiele Sommer-Deals und darin war letzte Woche auch Monument Valley erhältlich für kleines Geld.

Ich fand die Screenshots gut, und habs daraufhin gekauft… Und muss euch sagen, dass ihr das auch tun solltet.

Monument Valley ist ein Puzzle-Spiel, von denen bin ich normalerweise nicht der Freund. Aber es ist wunder, wunderschön. Wirklich fantastisch.

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Es fängt damit an, dass das Spiel eine perfekte Google Play Games-Integration mit Spielstandssynchronisierung bietet. Und dann schaltet es auch noch in den kompletten Fullscreenmodus auf den Geräten, die das unterstützen… Was bedeutet, dass mein kompletter FullHD-5″-Screen mit den wunderschönen Artworks gefüllt ist.

Gut, aber puzzlen. Das ist doch doof und langweilig. Dachte ich. In Monument Valley geht es um Ida, die stumme Prinzessin. Und sie erkundet eine Stadt, die verlassen ist. Und diese Stadt hats in sich, denn sie ist von M. C. Escher inspiriert, oder gar entworfen. Es gibt absolut unmögliche Gebäude… Und deshalb ist es sehr schwierig, durch die Stadt zu navigieren, ähnlich wie in FEZ können können sich Sachen außer Sichtweite verstecken. Steine müssen bewegt werden, und das Hirn muss sich darauf einstellen, dass die Welt eben nicht ist, wie man sie sich in unserem normalen Universum vorstellt. Und obwohl hier das Hirn auf eine harte Probe gestellt wird, ist Monument Valley ganz toll zu steuern. Tippt man auf den Bildschirm, bewegt sich Ida dorthin, wo man tippte, wenn sie es kann. Oder nicht, wenn ein Hindernis den Weg versperrt. Man kann ein paar Dinge drehen, bewegen. Und das wars.

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Ganz wichtig ist bei Monument Valley das grafische Design und das Sounddesign. Beides ist einfach nur atemberaubend schön. Minimalistisch, wenige Linien, wenig Geräusch. Aber die Athmosphäre, die auch durch die Geschichte erzeugt wird, ist so dick, man könnte sie fast anfassen. Un-fucking-fassbar, dieses Spiel. Und das „nur“ auf meinem Nexus 5. Auf einem Tablet macht es sicherlich noch mehr Spaß.

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Und nun die ganz große Schattenseite: Es gibt nur 10 Level. Die sind relativ leicht. Das bedeutet, dass, selbste wenn man sich Zeit lässt, man Monument Valley in maximal 2 Stunden durch hat. Und da man so sehr in die Spielwelt hineingezogen wird, ist das echt ein trauriger Moment. Aber die gute Nachricht ist: Es wird ein Update geben. Und da freu ich mich wahnsinnig drauf!

 

Cheers,

C.

 

PS: Monument Valley gibt es natürlich auch für iOS, und da schon eine ganze Weile. Kauft das!

 

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Hysterie der Aufgeregten – Wenn Computerspiele voller Männer sind

Ich würde gerne sagen, dass eine Sau durchs Dorf getrieben wird. Aber diese Sau ist eigentlich ein Eber und der wird auch nur durchs Dorf getrieben, weil er eigentlich eine Sau hätte sein sollen. Ihr könnt euch denken, was passiert ist. Wir haben die 100ste Sexismusdiskussion, seit der Pixel das Hüpfen lernte. Assassins Creed Unity in Paris hat im Multiplayer keine weiblichen Assassine. Den Berufsempörern stehen schon wieder die Haare zu Berge, denn der Untergang des Abendlandes wird vorausgesagt. Aber was genau empört? Oder wer? Oder warum?

Warum gibts eigentlich keine Frauen in dem Spiel? Auch wenn so getan wird, als sei es die klügste Frage der Welt – ist sie nicht. Sie wird bereits jetzt schon reflexartig bei jedem Spiel gestellt, in dem es sichtbare männliche Protagonisten gibt. Laut der Entwickler gibt es sie deswegen nicht, weil es zu aufwendig und teuer gewesen wäre, eine weibliche Rolle in das Spiel zu integrieren. Es geht in diesem (Überraschung) Business nämlich nicht um die Befriedigung persönlicher Befindlichkeiten, sondern tatsächlich um Zahlen und Deadlines. Wieso also Zeit für etwas aufwenden, was dem Spiel keinen messbaren Mehrwert bietet?

Frauen töten bestimmt schöner

Wieso ist es so wichtig, ob man sich als Mann oder Frau durch Frankreich metzelt? Können Frauen Kehlenschnitte, die den Gegner ausbluten lassen graziler vollführen? Man möchte sich besser mit dem Charakter identifizieren können? Wie sehr sollte man sich mit einem Charakter intensiv identifizieren, der quasi ununterbrochen (den Grund einmal außen vor gelassen) Leute tötet? Macht das Geschlecht es einfacher mit dem Charakter mitzufühlen? Ist Empathie denn von Genen abhängig?

Diese Debatte ist ausgelutscht. Sie kommt bei jedem Spiel, das einigermaßen kaufstark ist, wieder hoch. Man kann mit News keine Klicks mehr bekommen, also macht man es mit Hysterie und Empörung. Das bringt Aufmerksamkeit abseits der regulären Berichterstattung. Ich beobachte das Hochkochen angeblicher Skandale immer wieder und leider immer öfter. Einfach um im Gespräch zu bleiben. Das finde ich traurig, denn die Spiele selbst kommen hierbei viel zu kurz.

Frauen machen ein Spiel nicht automatisch besser

Wer noch nie Assassins Creed in irgendeiner Weise interessant fand, wird sicherlich nicht zum Fan, wenn er das Geschlecht seines Charakters ändern kann. Gute Spiele sind auch mit einem Geschlecht gut. Schlechte Spiele können so viele Geschlechter haben, wie sie wollen. Es macht sie nicht besser.

Wir sprechen Spielen immer wieder ab, Einfluss auf unser Leben und unsere Psyche zu nehmen. Wir bestehen darauf, dass Ego-Shooter harmlos sind und das töten virtueller Personen keinen Einfluss auf uns habe. Dann soll aber eine vergleichsweise Kleinigkeit wie das Geschlecht des Charakters mit dem wir andere Spieler oder NPCs töten einen riesigen Einfluss haben? Lügen wir uns da die Realität vielleicht ein bisschen so zurecht, wie wir sie gern hätten?

Man kann Frauen gar nicht RICHTIG in Computerspielen darstellen

Es ist ja nicht so, als hätte es keine weiblichen Hauptfiguren in Spielen gegeben. In Rollenspielen, in denen es tatsächlich darauf ankommt, mit dem Charakter möglichst überein zu stimmen, ist es keine Diskussion mehr ob es mehrere Geschlechter gibt. Da kann man sogar alles bis zur Nasenhaarlänge einstellen. Das erfordert aber auch einen gewissen Grad an Aufwand und selbst hier ist man nicht zufrieden.

In Rollenspielen würde die Kleidung der weiblichen Spieler zu knapp sein. Der lendenschutztragende Krieger mit gestählter nackter Brust wird sich verwirrt den Kopf kratzen, aber auch diese Darstellung ist nicht super. Wenn ein weiblicher Charakter zu tough ist, dann wird gleich vermutet, es sei einfach nur ein männlich-geplanter Charakter mit weiblichem Aussehen. Zeigt er Schwächen und wird wie bei Tomb Raider durch ein einschneidendes Erlebnis (versuchte Vergewaltigung) zum Killer, heißt es, Frauen bräuchten ja immer nur schlimme Erlebnisse, um außergewöhnliche Dinge zu vollbringen. (Weil es sehr viel besser wäre, wenn Frauen ohne Trauma in der Lage sind, sich durch die Welt zu metzeln.) Man kann Frauen nie so darstellen, dass die hysterischen Stimmen leiser werden. Irgendwas vergisst man immer zu beachten und landet in der Negativpresse.

Eigentlich wollen wir nur hübsche Frauen

Was wollen wir denn? Charakterrollen oder generische Stereoptypen? Sollen Frauen eiskalte Killer sein, denen es nichts ausmacht, hunderte Menschen abzumetzeln oder wollen wir Frauen mit Charakter, die einen Grund brauchen, wieso sie etwas machen? Die Frage wird man nie vollends beantworten können weil es in den Diskussionen immer Stimmen geben wird, die den Entwicklern vorwerfen, sexistisch zu sein.

Es geht nicht um Frauen in einem Spiel. Es geht um hübsche, heroische und perfekte Frauen. Sie sollen das Idealbild einer Frau darstellen. Alles andere zählt nicht – und das ist traurig. In Borderlands 2 ist beispielsweise Ellie eine meiner Lieblingsfiguren, doch sie erfuhr kaum Beachtung. Sie ist dabei alles, was die toughe Frau verkörpert. Sie hat eine große Klappe, ein eigenes Geschäft, das sie führt – sie ist Automechanikerin. Sie ist nicht auf der Suche oder Jagd nach einem Mann. Sie macht ihr Ding und lässt sich nichts sagen. Eigentlich die perfekte Spielefigur – doch leider wiegt sie an die 300 Kilo. Sie hat keine schlanke Wespentaille oder ein niedliches Gesichtchen. Sie ist dick. Wird sie deswegen nicht gefeiert? Stattdessen sind Maya und Lilith in allen Gesprächen und das obwohl sie nicht einmal halb so viel Charakter wie Ellie haben – dafür haben sie eine Wespentaille.

ellie

sirenen

Dann machs halt selbst

Ich kann verstehen, dass man irgendwann dazu geneigt ist zu sagen: Dann macht es doch selbst. Gründet selbst eine Spielefirma, nehmt Geld in die Hand und verbringt eure Zeit damit, das für euch perfekte Computerspiel zu machen., denn offensichtlich ist niemand anderes auf der Welt dazu in der Lage. Schaut man sich dann aber die Studiengänge an, dann sind Frauen immer noch in der Unterzahl. Neigen sie immer noch dazu lieber etwas „handfestes“ und „sicheres“ also „vernünftiges“ zu lernen, statt sich einer Leidenschaft hinzugeben. Oder gibt es diese Leidenschaft erst gar nicht?

Ich gehe jetzt jedenfalls einen Beitrag vorbereiten. Ich habe gesehen, dass man in Barbiespielen keinen Mann spielen kann. Ich denke eine Online-Petition wäre hier genau das Richtige…

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Oculus Rift – Spielen wir so in der Zukunft?

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Seit einiger Zeit ist die Kickstarter-Edition des Oculus Rift draußen, und das wollte ich mal zum Anlasse nehmen, das Teil mal etwas unter die Lupe zu nehmen. In meinen Augen stellt es nämlich eine kleine Revolution dar.

Oculus wer?

Was das Rift ist? Nun, im Grunde genommen ist es ein Display, dass man, ähnlich einer Skibrille, aufsetzt. Beide Augen bekommen ein leicht unterschiedliches Bild dargestellt, damit man einen 3D-Effekt hat. Das Coolste aber ist die Tatsache, dass das Gerät Sensoren verbaut hat, die die Kopfbewegung messen, und der Inhalt des Displays dreht, wenn man den Kopf dreht! Die Kombination aus diesen Features schafft also eine realistische Abbildung der Spielwelt, wie sie auf dem Massenmarkt vorher nicht existierte.

Stellt euch das mal vor: Ihr setzt die Brille auf, und seht euer Spiel, direkt in 3D. Kein Flimmern einer 3D-Brille, sondern ein Bild, das euch direkt überzeugt. Kopf nach links drehen, Kopf nach rechts drehen, die Perspektive verändert sich genauso. So muss Gaming für Shooter o.Ä. funktionieren, das schlägt doch jeden 30″ Monitor!

Gut, aber warum ist das denn neu Neuigkeit? Mensch FreXxX, sowas gibts doch schon auf dem Markt?

Nun, solche Gaming-Devices haben immer das typische Henne-Ei-Problem. Unterstützt kein Spiel das Display, gibt es keinen Grund, das Display zu kaufen. Wenn keiner ein Display kauft, gibt es für die Entwickler keinen Grund, das Display zu unterstützen. Doof. Aber genau hier haben die Leute von Oculus angesetzt, und zwar ist die Kickstarter-Edition, die für Entwickler ist, für nur 300$ verkauft worden! Das sind, bei aktuellem Stand, so ca 230€. Klar ist das für ein Computerzubehör zum Spielen viel Geld, aber sehr viel weniger Geld als vergleichbare Displays. Die fertige Version für den Massenmarkt soll sogar günstiger werden, und zwischen 200 und 300€ kosten. 200$ sind dann nur noch knapp 150€, und an dem Preispunkt wird es sehr interessant!

Schon jetzt gibt es  Spiele, die Rift-Support anbieten, darunter das beliebte Team Fortress 2!

Und für viele weitere Spiele ist eine Unterstützung geplant, unter anderem für Minecraft.  Die ganze Sache hebt ab, und das Henne-Ei-Problem ist gelöst.

Wem nützt das denn?

Nun, ich würde behaupten, dass ein solches Display für Strategiespiele nicht unbedingt hilfreich ist. Aber stellt euch mal einen Shooter damit vor! Vielleicht einen Schleich-Shooter? Thief, Hitman, Assassins Creed, Splinter Cell?

Schön noch n Headset aufsetzen, und schon hat man für vergleichsweise kleines Geld ein extrem immersives Spielerlebnis. Ich glaube, die Spiele, die davon leben, eine Perspektive einzusetzen, die der normalen Menschenperspektive gleicht, werden massit davon profitieren. Strategiespiele, bei denem man schön von schräg oben guckt, werden vermutlich weniger profitieren. Aber wer weiß, vielleicht fällt auch hier einem Indie-Entwickler eine gute Idee ein? Vielleicht wird es Leute geben, die gar kein Display mehr an den Rechner mehr anschließen, sondern nur noch eine Rift-ähnliche Brille, um damit ihre Excel-Datein zu bearbeiten? Man weiß es nicht!

Zukunft

Ich schätze, wenn die fertige Version des Rift hält, was sie verspricht, und sie für 250$ verfügbar und vor allem lieferbar ist, werden Ego-Shooter und ähnliche Games einen Boom erleben. Eine Einbeziehung des Spielers ist möglich, wie noch nie zuvor, und der Gaming-Markt wird darauf reagieren.

Dann werden die ersten komplett kabellosen Brillen kommen, und eine Verbindung mit Kinect-artigen Geräten könnte auch Ganzkörper-Gaming noch weiter nach vorne bringen.

Und danach? Das Rift verwendet ein 7″ Display. Was verwendet auch 7″-Displays? Genau, 7″-Tablets. Ich stelle mir vor, dass in nicht allzu langer Zeit ein Zubehör für Tablets veröffentlicht werden wird, bei dem man nur noch die entsprechende App starten und das Tablet in eine Art Brille schieben muss. Die heutigen Tablets haben genug Power für Games, sie bieten tolle Displays, und eben die entsprechenden Sensoren, um eine solche Virtual Reality Brille zu ermöglichen. Und dann können wir wirklich an jedem Ort spielen.

 

So. Und, wie hat man sich das nun vorzustellen? Wie cool wird das? Guckt es euch unbedingt an, es ist grandios!

 

 

Bildquelle: iFixit

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Elvun-Gaming unterstützt Iron Ribbon gegen die Diskriminierung in der Gamerszene

  • I believe gaming is for everyone.
  • I believe trash talk & overt trolling using gender / race / sexuality / disability is a form of verbal assault and harassment.
  • I believe the gaming community can take a stand on this form of abuse.
  • I believe those who cause harm to others are accountable.
  • I will not stay silent when observing abuse against my fellow gamers.
  • I will not cause harm to others myself.

Wenn ihr diese Initiative ebenfalls unterstützen wollt, meldet euch unter http://www.ironribbon.org.au/ an und zeigt, dass die Gamerszene füreinander einsteht und niemanden ausschließt.

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Computerspiele nicht so schlecht wie ihr Ruf: Sie trainieren Koordination und Reaktionsvermögen

Immer wieder flammt in den Medien das Thema auf, dass Computerspiele schlecht seien. Sie würden uns verrohen, abstumpfen oder sogar „verblöden“ lassen. Eine Studie fand jetzt jedoch das Gegenteil heraus. Computerspiele haben sogar eine positive Wirkung auf die menschlichen Fähigkeiten wie Koordination und Reaktionsvermögen. Das wurde nicht nur von Computerspielern bestätigt, sondern auch von Nichtspielern anerkannt.

Die Studie, die dies herausgefunden hat, heißt Emnid-Studie und wurde von LG Electronics in Auftrag gegeben. Befragt wurden 3500 Spieler und Nichtspieler beiden Geschlechts. Gleichzeitig wurden auch Statistiken erstellt, welche Spieleplattformen und Genres bei beiden Geschlechtern bevorzugt und weniger gern gespielt werden.

Spieleplattformen

  • 76% spielen am liebsten am Computer
  • 29% spielen mit der Playstation
  • 24% mit der Wii
  • 17% mit der XBox

Geschlechterverteilung

Frauen

  • 20% Nintendo DS
  • 33% Wii
  • 23% Playstation

Männer

  • 11% Nintendo DS
  • 18% Wii
  • 33% Playstation

Spielgenres

  • 56% Strategiespiele
  • 39% Partyspiele
  • 34% Adventuregames
  • 33% Actionspiele und Shooter
  • 32% Sportsimulationen
  • 29% RPGs

Beliebt bei den Frauen sind Strategie- und Partyspiele (61 und 51%). Beliebt bei den Männern hingegen Actionspiele mit 44%. Bei Frauen mögen nur 16% Actionspiele.

Computerspiele, egal ob an der Konsole oder  auf dem PC werden immer beliebter. Ein Medium hat darunter zu leiden. Fernsehen verliert in der Freizeitgestaltung der Menschen immer mehr an Bedeutung. Die Zeit wird lieber genutzt, um in virtuelle Welten zu tauchen, andere Rollen zu schlüpfen oder Fähigkeiten zu trainieren. Kurzum: Dem Alltag zu entfliehen.

Studie im Auftrag von LG Electronics.