Kategorie-Archiv: Tabletop

Tabletop-Spiele erfreuen sich einer kleinen aber sehr engagierten Fanbase. Man sammelt sich mit der Zeit Miniaturen-Sets an und bemalt diese dann in mühevoller Kleinarbeit. Danach trifft man sich mit anderen Spielern und tritt gegeneinander an. Bis man aber so weit ist und nicht ausgelacht werden will, muss man gekonnt den Pinsel schwingen.

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Warhammer 40.000 Tabletop: Wenn Hobbies einen packen…

… dann ergeht es einigen Menschen wie mir. Es ufert irgendwann aus irgendeinem Grund aus. Entweder man investiert zu viel Zeit, oder man gibt immer mehr Geld aus. Manche versemmeln (glücklicherweise) ihre Präsidentschaftskandidatur in den USA.

Ich scheine dafür besonders prädestiniert zu sein. Als Kind habe ich (aus mir mittlerweile unerfindlichen Gründen) Fußballtrikots gesammelt. Bei meinen Eltern lagern bestimmt immer noch um die 50 Stück aus aller Welt. Als Teenager dann, habe ich sehr viel Zeit in HTML-Chats verbracht. Mehr als ich eigentlich hatte. Später waren HTML-Chats „total uncool“ und ich wechselte einfach in eine exzessive World of Warcraft Phase, die vermutlich schon die Grenze zur Sucht überschritt. Nebenbei begleitete mich immer (bis heute) der Hang mein CD-Regal mit Orginal-CD’s zu schmücken. Das hatte sogar den rationalen Grund, dass ich Bands, die mir gefallen gerne auch materiell und abseits von Live-Aktivitäten unterstütze. Jedenfalls war ich nach besagter World of Warcraft-Phase für sechs lange Jahre von jeglicher Exzentrizität in meiner Hobbygestaltung befreit.

Doch dann kam, wie auch schon in einem Beitrag hier von mir geschrieben, Warhammer 40.000. Ich kannte das Universum schon lange, es gefiel mir, ich las Bücher, spielte die PC-Spiele und irgendwann kam der Punkt, an dem ich das erste mal einen Games-Workshop betrat. Ich kaufte mir die ersten Miniaturen, ein paar Farben und einen Pinsel und begann mit dem bemalen.

 

Die noch nichtmal ausgepackten Miniaturen + einige Farben und Pinsel.

So weit, so gut. So sollte der Beginn dieses Hobbies vermutlich aussehen.Jedoch kam der Moment an dem ich mit den Miniaturen noch nicht ganz fertig war und die nächsten kaufte… dann hatte ich keine Zeit zum malen und basteln… und ich kaufte die nächsten Miniaturen… und so weiter. Alles mit dem Gedanken „Ich brauche noch diese oder jene Einheit, um erfolgreich spielen zu können“.

Jetzt sieht es so aus, dass ich mehrere hundert Euro in ein Hobby investiert, aber nicht die Zeit habe, dieses investierte Geld auch sinnvoll zu nutzen. Zwar hat das Geld ausgeben in der letzten Zeit nachgelassen und scheinbar schaffe ich es wirklich den „Hobbyworkoverflow“ langsam abzubauen, aber dennoch ist meine Armee noch immer ein Haufen unfertiger Plastik. Zum eigentlichen spielen kam ich noch IMMER nicht, da selbst die fertigen Miniaturen von mir noch mehrmals überarbeitet wurden.

 

Die vollständige Armee in den unterschiedlichsten Stadien der Fertigstellung.

 

Doch trotz allem bereue ich keinen Cent den ich ausgegeben habe. Früher oder später hätte ich vermutlich so oder so eine Armee dieser Größe angesammelt.

Die Moral von der Geschichte ist: Ein wenig Selbstdisziplin hätte mir auch hier ganz gut getan… aber… ich kann einfach nicht widerstehen… Bis ich das nächste mal hier schreibe, dass ich einfach nicht fertig werde… *seufzt*

 

Für den Gottimperator! (Danke an Pia)

 

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Warhammer 40.000 Tabletop: Für den Gottimperator!

Ein neuer und vernünftiger Job ist etwas schönes. Der schönste Aspekt ist selbstverständlich die Gehaltsabrechnung am Ende des Monats. Und was macht man mit dem ganzen schnöden Mammon? Man investiert ihn in ein neues Hobby! PC, Konsolen, P&P-Rollenspiele und Musik reichen ja natürlich auch nicht… also werden knapp 300 Euro in ein Tabletop investiert. Und zwar in das Warhammer 40.000 System.

Warum gerade dieses? Angefangen hat alles vor knapp einer Dekade, als ich anfing Warhammer 40.000 Romane zu lesen. Ich war fasziniert von diesem dreckigen, gewalttätigen und dunklen Universum. Als dann die Warhammer 40.000 PC-Spiele ein Niveau erreichten, die sie durchaus spielenswert machten (Dawn of War-Reihe + Addons) verstärkte das meine Faszination nur noch. Und schließlich, vor nicht einmal zwei Monaten betrat ich eine „Games Workshop“ Filiale und schleuderte den sehr freundlichen Angestellten mein Geld nur so entgegen, so dass sie mich am liebsten gleich da behalten hätten (Vermutlich, um mir noch mehr zu verkaufen… was Ihnen fast auch noch gelungen wäre).

Ich entschied mich für das „Volk“ der Space Marines, denn diese hatte ich bereits in den Romanen und Spielen kennen gelernt und waren mir persönlich immer am „sympathischsten“ (Sofern man in diesem Universum überhaupt etwas als sympathisch bezeichnen kann).

So wurde ich also ein Hobbyist (Selbstbezeichnung der Spieler)

Kaum zu Hause begann ich die Schachteln zu öffnen und fand zahllose, graue Einzelteile meiner neuen Armee vor. Bei knapp 60 Miniaturen und einigen Fahrzeugen (Frevel wäre es, sie als „Figuren“ oder gar „Püppchen“ zu bezeichnen, habe ich gelernt) waren das sehr viele graue Einzelteile. Aber nach nur drei Wochen des abendlichen Zusammenbaus war meine Armee fertig gebaut und quasi einsatzbereit. Leider auch nur quasi, denn nicht bemalte Miniaturen in diesem Spiel zu verwenden ist genauso ungern gesehen, wie es Wii Fit-Spieler auf einer ordentlichen LAN-Party sind.

Also noch einmal Geld ausgeben für unzählige (Nagut… es sind 18) kleine Farbfläschchen. Im ersten Augenblick war ich schon erschrocken, da dies doch zwei Farben mehr sind, die ich als Mann eigentlich sehen kann. Mir wurde jedoch sehr glaubhaft versichert, dass dies allein daran liegt das Grau und Gelb Töne mit Metallpigmenten als Farbe „Silber bzw. „Gold“ durchgehen. Alles klar!

Glücklicherweise habe ich einen günstigeren Weg gefunden an vernünftige Farben(2,20 € pro Flasche) zu kommen, als die offiziellen Games Workshop Farben(3,00 € pro Flasche). Den einzigen Luxus den ich mir gegönnt habe, war ein Grundierungsspray, damit ich nicht jede der verdammten Miniaturen einzeln mit dem Pinsel von Hand grundieren musste. Prinzipiell eine prima Idee, jedoch mit einem Haken: Stellt Euch folgendes vor: Nehmt eine Farbsparydose, verwendet sie in einem geschlossenem Raum und seht was passiert. Kopfschmerzen und tränende Augen sind nur der Anfang!(Natürlich hätte man auch raus gehen können, aber ich wohne in Berlin und wenn ich draußen auf der Straße zwei Stunden rumstehe um kleine Plastikfiguren vollzusprühen… nun… die Folgen bedürfen keine näheren Erläuterungen).

Nun ja… auf jeden Fall waren nach einigen weiteren Tagen alle Figu… Miniaturen fertig schwarz grundiert. Und nun, nach nur wenigen weiteren Wochen sitze ich hier, schaue mir meine Space Marines an und bin stolz darauf, dass sich meine Fähigkeiten im bemalen langsam steigern. Natürlich, ein Profi bin ich noch nicht, aber ich denke ich erreiche langsam das Niveau eines Zehnjährigen. Waren die Space Marines der „Ersten Generation“ noch schwarze Plastikklumpen mit undifinierbaren farblichen Klecksen (Einer meiner Lieblinge sieht aus, als hätte er sich in seine Servo-Rüstung entleert), kann man jetzt schon davon sprechen, dass einige der größeren Details zu erkennen sind. Für jemanden, der seit fast 20 Jahren keinen Pinsel, welcher kleiner als eine Malrolle für Wände war, in der Hand hatte eine erstaunliche Entwicklung!

Auf jeden Fall habe ich schon knapp über die Hälfte geschafft! Außerdem ist es alles in allem sehr beruhigend. Am besten ich mach jetzt weiter, denn meine Armee wartet auf mich. Denn zum spielen kam ich bisher leider noch nicht…