Kategorie-Archiv: Pen&Paper

Pen & Paper Rollenspiele sind immer wieder als sehr spezielles Nerd-Mysterium verschrien. Pen & Paper Rollenspiele sind allerdings mitunter die schwierigsten Spiele überhaupt, weil man hier seine eigenen schauspielerischen Fähigkeiten mit einbringen muss. Aber auch hier wird gewürfelt und an Werten gearbeitet. Pen & Paper Rollenspiele waren die Vorläufer unserer RPG-Games, können aber trotzdem weiterhin neben der digitalen Variante existieren.

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Die erste Runde Pen&Paper über Roll20

Am 27.04.2014 startet unser Versuch eine Pen&Paper-Runde über das Internet zu organisieren. Mit einigen kleinen Startschwierigkeiten brachten wir unsere erste Runde hinter uns. Genutzt haben wir den Online-Dienst roll20

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Vorbereitung

Machen wir uns nichts vor, roll20 erfordert Einarbeitung. Vor allem der Gamemaster/Spieleleiter sollte Ahnung davon haben, wie man das Tool benutzt. Das ist wichtig, wenn er geheime Botschaften und Nachrichten verschicken will, Musik und Soundeffekte einspielt oder Karten einbindet. Tyziel hat im Vorfeld eine Karte erstellt, die den Ort anzeigt, an dem unsere Gruppe startete. Jeder bekam seine direkte Vorgeschichte, basierend auf der Charaktergeschichte und musste dann in dieser Situation starten.

Da wir einige Anfänger in der Gruppe hatten, dauerte der Start etwas länger. Die Würfel mussten erklärt werden, wie man würfelt, welche Würfel man verwenden muss usw.

In der ersten Runde haben wir noch nicht sehr viel gespielt und die Story entwickelte sich nur langsam. Dafür wurden wir alle selbstsicherer beim Umgang mit Roll20.

Der Spielverlauf

Nachdem der Anfang gemacht war, konnten wir spielen, die Geschichte erleben und auch unsere eigene Story voranbringen.  Dadurch dass jeder einen eigenen Start und somit auch eine eigene Motivation hatte, seine Geschichte zu entdecken, handelten wir erst alle einzeln und hatten nicht viel miteinander zu tun.

In den nächsten Runden wird es sich vermutlich mehr zu einem Miteinander entwickeln und die Gruppe birgt vermutlich schon einiges an Konfliktpotential.

Zu schnell vorbei

Die erste Runde war für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei. Meinetwegen hätte sie vermutlich auch noch ein Stündchen länger gehen können. Dadurch dass wir aber Sonntags spielten und einige Montagfrüh wieder arbeiten mussten, haben wir dann einen Cut gemacht.

Von Roll20 war ich nach der Spielrunde bereits sehr begeistert. Zur Verdeutlichung der Szenerie und vor allem zum Visualisieren und Einbeziehen der Spieler  ist es ideal.

 

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Von der Idee, eine Pen&Paper-Runde über Teamspeak zu organisieren

Die meisten Pen&Paper-Runden sterben deswegen, weil die Mitglieder keine Zeit mehr haben, sich regelmäßig zu treffen. Das ist tatsächlich ein Problem, wenn man den Anspruch hat, sich zumindest einmal die Woche oder einmal im Monat zu einer Runde zu sehen.  Die meisten von uns haben das Problem, dass es in der Umgebung entweder keine festen Pen&Paper-Gruppen gibt, oder diese quasi nur aus Fremden bestehen. Sodass es eigentlich kaum Spaß machen würde, als Fremder in diese Gruppe hineinzustoßen.

Nichts läge näher, als die Idee, ein Pen&Paper über Teamspeak zu organisieren. Was sollte auch dagegen sprechen, denn gerade die Gespräche der Charaktere untereinander machen den Reiz des Spiels aus und das lässt sich hervorragend über Teamspeak realisieren.

Die Schwierigkeit besteht eigentlich in den Punkten, in denen auch Rollenspielgruppen, die sich physisch treffen, erst einmal ins Stocken geraten. Welches System wird gespielt, in welchem Setting findet man sich wieder und vor allem welche Klasse möchte man überhaupt spielen?

World of Darkness

Auch wenn ich mehr so den Rollenspielen zugetan bin, in denen man keine übernatürlichen Wesen spielt, sondern Menschen (Cthulhu Pen&Paper), haben wir uns auf World of Darkness geeinigt. Im Genaueren auf die neue Version von World of Darkness, oft nWoD abkürzt. Hier wird man gewungenermaßen mit dem Übernatürlichen konfrontiert, weil man sehr stark in der Fantasy-Schiene verwurzelt ist.

Was sollte ich nun also spielen? Welche Klasse passt zu mir und bei welcher Klasse traue ich mich zu, mich in den Charakter einzubringen? Mir war von Anfang an klar, dass ich Werwolf, Elfe oder auch Vampir nicht ohne satirischen Unterton hätte spielen können, deswegen fielen die für mich schon zu Beginn nach hinten rüber. Das Vampirthema ist so unglaublich ausgelutscht (tolles Wortspiel, nicht wahr?), dass ich vermutlich eine Edward-Kopie parodiert hätte.

Hui buh oder eher Frankenstein?

Interessanter waren für mich dann sowohl die Geister, als auch die Konstrukte. Konstrukte sind irgendwas zwischen Frankenstein, Golems oder Zombies – je nachdem in welche Richtung man gern gehen würde. Geister oder auch Gespenster sind eben das, was man sich drunter vorstellt. Auch wenn beides seine Reize hat, war ich dann dem menschlicheren von beidem zugetan. Also habe ich mich für die Konstrukte entschieden. Jetzt habe ich aber die große Auswahl zwischen den verschiedenen “Lineages”.  Lineages sind sogenannte Familien, die auf einen Ursprungscharakter zurückgehen, nach dem sie benannt wurden (die sogenannten Progenitor). Jeder von ihnen wurde von einem Menschen (Demiurges) erschaffen. Folgende Lineages gibt es.

Lineages

Frankensteins, Galateids, Osirans, Tammuz und Ulgan. Je nachdem in welche Richtung ich mit meinem Charakter gehen will, ist die ein oder andere Lineage passender.

Frankensteins gehen auf den Klassiker “Frankensteins Monster” zurück. Und so sind Frankensteins elektrizitätsaffin und eher ein Patchwork aus vielen Einzelteilen. Sie sind unglaublich stark, aber auch ungehalten.

Galateids werden auch die Musen genannt. Sie wollen jung und schön sein und sind immer wieder auf der Suche nach Teilen, die sie noch jünger und schöner erscheinen lassen. Sie suchen Anschluss zu anderen, betören mit ihrer Schönheit aber verschrecken andere oft durch ihre Art.

Osirians, auch die Kinder Gottes genannt, sind eine sehr dominante Gruppe. Sie erwarten, dass sich andere ihnen unterwerfen. Ihr Körper zeichnet sich dadurch aus, nicht vollkommen zu sein.

Tammuz sind Golems, die sich an jüdische Legenden anlehnen. Hier sind sie jedoch nicht aus Lehm gemacht, sondern aus… menschlichen Überresten. Ihre Leiche wird vergraben, nachdem sie mit dem göttlichen Feuer behandelt wurden. Danach müssen sie sich den Weg nach oben an die Erdoberfläche kämpfen und klarkommen. Die sind melancholisch, lehnen Sklaverei und Unterjochung ab. Sie streben wie alle Promethean Sterblichkeit an.

Die Ulgan, auch die Zerrissenen, sind durch ein fehlgeschlagenen shamanisches Experiment in viele verschiedene Teile zerrissen und anschließend wieder zusammengesetzt worden. Das war eigentlich nur mit dem spirituellen Körper geplant.  Leider ging dies nach hinten los und so erkennt man die Ulgar an ihren Narben und Nähten.

“Lebens”ziele

Promethean wollen sterblich – also Menschen – werden und streben dies durch bestimmte Richtungen an, die alle nach Metallen benannt wurden. Hier entscheidet sich, ob ein Promethean eher pazifistisch und sozial oder doch lieber herrscherisch und kriegerisch sein möchte.

Nun stehe ich also vor der großen Wahl. Was will ich eigentlich und wer bin ich eigentlich? Für mich heißt das nun in meiner Freizeit Regelbücher wälzen – die vor allem in Englisch verfasst und unglaublich langatmig sind und vieeeele Notizen machen.

Wie schauts bei euch aus, wollt ihr weiter Infos zu diesem Projekt habe, spielt ihr vielleicht selbst Pen&Paper und habt einige Tipps für mich? Die oben zusammengetragenen Infos müssen nicht ganz korrekt sein, ich habe sie auf die Schnell zusammengesammelt. Ich habe das Klassenbuch zu den Promethean nur angelesen und ein bisschen durchgeblättert, aber noch nicht komplett gelesen.

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Call of Cthulhu Pen & Paper Rollenspiel

Wer mich kennt, wird wissen, dass ich nicht nur Cthulhu- sondern auch Lovecraft-Addict bin und praktisch alles aufsauge, was ich zu dem Thema finden kann. Da Lovecraft unter anderem mit seinem Cthulhu-Mythos unglaublich viele Bereiche der Kultur inspiriert hat, findet man Anspielungen auf seine Werke fast überall. Man muss aber schon etwas in der Materie stecken, um diese kleinen Zeichen zu erkennen.

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Eine dieser Inspirationen ist das Pen&Paper Rollenspiel Call of Cthulhu. Andere Namen des Spiels sind CoC (abgekürzt), H.P. Lovecraft’s Cthulhu, Auf Cthulhus Spur und nur Cthulhu.

Es unterscheidet sich in vielerlei Punkten von klassischen Fantasy-P&P Spielen, denn im Vordergrund steht kein Phantasiewesen, sondern ein normaler Mensch mit allen seinen Schwächen und Stärken, aber vor allem seinen Schwächen. Am schwächsten ist sein Geist, sein Verstand. Die Gegner im Spiel sind alle übermächtig stark und normalerweise hat man als Spieler kaum Überlebenschancen. Diese Weltanschauung stammt aus Lovecrafts pragmatischer Denkweise über die Wichtigkeit der Menschen und ihre Zukunft. In seinen Geschichten spiegelte sich diese Grundhaltung wieder und vermittelt die Aussage “Das Böse existiert und wir können nichts dagegen machen. Wir können höchstens froh sein, wenn wir es nicht zu lange überleben”.

Das erste Szenario wurde 1986 veröffentlicht. Danach wechselten Lizenznehmer und Verlage und es kamen verschiedene Veröffentlichungen mit unterschiedlichen Regelwerken auf den Markt.

Call of Cthulhu ist auch für Rollenspielgruppen geeignet, die sich nicht regelmäßig treffen können, denn anders als bei den meisten Fantasy-Systemen, braucht man sich an seinen Charakter gar nicht so fest zu binden. Dank der schrecklichen Erlebnisse innerhalb der Geschichten, wird er nach und nach seine “Sanity Points” verlieren. Sind diese auf einen Wert von 0 angelangt, dann ist der Charakter wahnsinnig. Auch das Sterben funktioniert bei CoC schnell. Die Charaktere sind eben keine Superhelden, sondern normale Menschen, die sich dem Grauen der Tiefe gegenüberstellen und in den meisten Fällen keine Erfahrung damit haben.

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Die Geschichten von Call of Cthulhu spielen in verschiedenen Settings. Das klassische Setting findet zur Zeit Lovecrafts statt, aber auch modernere Szenarien sind möglich und können umgesetzt werden. Hierfür gibt es sogar viele sehr liebevoll gestaltete Charakterbögen passend zur jeweiligen Zeit.

CoC eignet sich sehr gut für Pen & Paper Anfänger, weil das Regelwerk einfach ist und keine Vorkenntnisse verlangt. Nach einer kurzen Einführung findet man sich normalerweise gut zurecht. Die Geschichten sind in sich spannend und es gibt genügend Settings, die an einem Abend durchspielbar sind.

Größere Geschichten lassen sich auch spielen und ein guter Spielleiter wird auch in der Lage sein, eigene Szenarien zu entwickeln – unabhängig der Bücher.

Wer Elfen, Zwerge und Co. über hat und lieber eine etwas andere Art von Pen & Paper spielen möchte, dem sei Call of Cthulhu ans Herz gelegt. Auch Lovecraft-Fans sollten hier einmal aufhorchen. Wer den Mythos liebt, wird im Spiel das ein oder andere Mal wehmütige Momente erleben.

Und wer mit mir spielt, muss jederzeit damit rechnen, dass ich mich auf die Seite der Großen Alten schlage!

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