Kategorie-Archiv: Filme und Serien

Neben Computerspielen sind Filme und Serien ein wichtiges Medium der modernen Pop-Kultur. Doctor Who, Sherlock, Once Upon a Time oder auch The Walking Dead und Breaking Bad bewegen die Massen und lassen sie jede Woche mitfiebern.

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Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere – Lohnt es sich, den Film zu schauen?

„Dann haben wir ja doch noch eine Chance, das hier zu überleben“
Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

Vorab muss ich sagen, dass ich bisher keinen Film gesehen habe, der mir besser gefiel als die Herr der Ringe Trilogie – und diesem Vergleich muss „Der Hobbit“ sich stellen. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an die Prequels und so wurde ich vom „Hobbit“ teilweise enttäuscht. Keine Frage, alle drei Filme sind großartig, aber sie schaffen es nicht, die Atmosphäre der epische Reise zu vermitteln, wie es „Der Herr der Ringe“ tat. Allgemein erweckt die neue Trilogie den Eindruck, Regisseur Peter Jackson wolle zu viel von allem. Die Umsetzung des knapp 400 Seiten Kinderbuchs in drei Filmen hat schon im Vorfeld für viel Kritik gesorgt. Mir hatte die Aussicht gefallen, wieder eine relativ ruhige Erzählung in Mittelerde zu genießen – stattdessen hetzt die zwergisch-hobbit’sche Reisegruppe durch die Landschaft und verzichtet auf Dialoge in altertümlich anmutender Sprache, um Platz zu machen für allerhand neu eingeführte Kreaturen wie den Riesen, dem Goblinkönig oder im aktuellen Teil den Wehrwürmern und optischen Spielereien.

Worum geht’s?

„Die Schlacht der fünf Heere“ erzählt das Ende von Bilbos Reise zum Berg Erebor. Nachdem der Drache Smaug am Ende von „Smaugs Einöde“ den Berg verließ, um Seestadt zu zerstören, wird er in den ersten Minuten relativ schnell abgefertigt: Der Bogenschütze Bard mac-gyvert sich aus einem kaputten Bogen, einem brennendem Turm und der Schulter seines Sohnes eine Balliste und tötet Smaug mit dem Familienerbstück, dem schwarzen Pfeil. Seestadt ist zerstört und die Menschen machen sich unter Bards Führung auf nach Thal, einer Stadt vor den Toren Erebors, wo sie überwintern wollen. Zwergenkönig Thorin Eichenschild verbarrikadiert das Königreich unter dem Berg und verweigert ihnen seine Hilfe und vor allem die Auszahlung des Goldes, die er ihnen im Falle der Berg-Rückeroberung versprochen hatte. Die Suche nach dem Arkenstein lässt ihn vergessen, wer Freund und wer Feind ist. Mittlerweile treffen auch die Heere von Elbenfürst Thranduil, Thorins Vetter Dain sowie die Orks unter Führung von Azog und Bolg und es kommt zu einer beeindruckenden gut 45-minütigen Schlacht. Bevor auch Zauberer Gandalf wieder in Thal eintrifft, muss er noch vom Weißen Rat – bestehend aus Galadriel, Elrond, Saruman und dem Ehrenmitglied Radagast – aus Dol Guldur befreit werden. Auch Legolas und Tauriel haben wieder größere Auftritte, allerdings wirken ihre Lebensgeschichten und Entscheidungen so furchtbar konstruiert, dass es zur Qual wurde, ihnen zu zusehen. Übrigens: An der Schlacht der fünf Heere nehmen im Buch die Heere der Elben, Menschen, Zwerge, Orks und Wargen teil – im Film werden die Wargen außen vorgelassen und durch die Riesenadler ersetzt.

Was war gut, und wann sollte man lieber den Kopf ins Popcorn stecken?

Optisch ist der „Der Hobbit“ natürlich ein Traum! Die 48 fps (frames per second) und 3D-Effekte waren am Anfang gewöhnungsbedürftig, ließen die Kampfszenen aber sehr gut aussehen, sowohl die Massenkeilereien als auch das sehr gelungene Eins-gegen-eins von Thorin und Azog. Der Soundtrack ist wie gewohnt von Howard Shore und bietet Wiedererkennungswert wie zum Beispiel beim Ringthema. Seit „Smaugs Einöde“ liebe ich auch die Melodie Seestadts, allerdings fehlen mir Lieder wie das von den Zwergen gesungene „Misty Mountain“ aus „Eine unerwartete Reise“.
Kostüme und Kulisse waren ebenfalls eindrucksvoll, Schlachten und Kämpfe gut anzusehen. Die Romanvorlage wurde im Großen und Ganzen gut umgesetzt, besonders die Anhänge aus dem Herr der Ringe. Am besten gefallen haben mir die Geschehnisse in Dol Guldur – da kam bei mir endlich wieder ein „Herr der Ringe“-Feeling auf. Dabei wird gezeigt, wie Sauron vom Weißen Rat aus dem Düsterwald vertrieben wurde und nach Mordor kam. Beeindruckt war ich auch von Darstellung Thorin Eichenschilds (Richard Armitage), der in der Halle Erebors mit der „Drachenkrankheit“ ringt: Er meint, Gold zu versinken, hört und sieht den Drachen Smaug unter dem vergoldeten Boden. Dass er den Kampf gewinnt, gefällt mir schon weniger, denn es nimmt dem „Hobbit“ die Tragik, nach der Zurückgewinnung von Heimat und Schatz den Verstand zu verlieren und weniger als Held, sondern vielmehr als bemitleidenswerter Wahnsinniger zu sterben.
Bemitleidenswert war auch der Dreier Legolas, Tauriel und Kili. Ich bin der Meinung, dass die Hobbit-Trilogie auch ohne lächerlich-kitschige Liebesgeschichte ausgekommen wäre. Statt mit den Figuren fühlen zu können, artete es in Fremdschämen aus, vor allem, als Legolas‘ Probleme mit seinem Vater Thranduil auch noch auf seine tote Mutter zurückgeführt wurden. Während der Rest von Thranduils Elfen-Armee in kühler Präzision Orks schnetzelt, aber dafür auch von ihnen erwischt wird, kämpft die Ein-Mann-Armee Legolas sich unverwundbar durch alles, was sich ihm in den Weg stellt und lässt nur zwei Fragen zurück: Wie konnte Thorin sterben, wenn Legolas ihm Feuerschutz gegeben hat? Und warum hat er im „Herr der Ringe“ nicht gleich den Ring genommen und die ganze Sache in 20 Minuten hinter sich gebracht, statt Frodo über 700 Minuten leiden zu lassen?

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Wie war es denn nun?

„Die Schlacht der fünf Heere“ ist in meinen Augen deutlich besser gelungen als seine beiden Vorgänger, da es stellenweise gelingt, an „Der Herr der Ringe“ anzuknüpfen. Der Namensgeber der Trilogie, der Hobbit Bilbo Beutlin, kommt etwas kurz, da er kein Kämpfer ist und sich eigentlich alles um die Schlacht dreht. Zwischendurch verliert er das Bewusstsein, ist aber rechtzeitig wieder da, um Thorins letzte Wort zu vernehmen. Ein Gespräch, dass ungefähr genau so schon einmal zu sehen war, nämlich als Aragorn dem sterbenden Boromir am Ende von „Die Gefährten“ Trost spendet…
Während mir die Orks optisch sehr zugesagt haben – vor allem Azog, der seinen Hähnchenspieß am Handgelenk gegen eine schicke Klinge eingetauscht hat – erinnerten mich die menschlichen Bewohner Thals an eine Mischung aus Rohirrim und Hipster. Zwergenkönig Dain aus den Eisenbergen nahm sich gerade eine Auszeit von seiner Heimat, dem Warhammer-Universum. Bilbos Ork-Frühwarnsystem Stich arbeitete auf Sparflamme und leuchtet erst, wenn die Orks schon über den Hügel hüpfen. Spontane Wetterphänomene bewirken, dass der Berg, von dem aus Azog sein Heer befiehlt, passend zum finalen Kampf in Schnee und Nebel gehüllt ist. Wenn man all diese Kleinigkeiten und die Legolas-Passagen ausblendet, ist der letzte Teil des „Hobbits“ eine ganz gelungene Umsetzung des Romans mit epischer Schlacht. Zwar mag ich hier sehr kritisch klingen, aber ich habe den Film trotz Allem genossen und werde in mir bestimmt noch mal anschauen, auf jeden Fall noch einmal in der Originalfassung.

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DRACULA UNTOLD – Ein Vampir und das halbe GoT-Cast

Was Vampirfilme betrifft, mussten wir in den letzten 20 Jahren einiges ertragen. Das meiste davon war wirklich grauenhaft, furchtbar. Nur wenige Filme schafften es, das Vampirgenre zu bereichern. Dementsprechend ging ich mit sehr gemischten Gefühlen in den Film Dracula Untold, denn jeder neue Dracula-Film hat Francis Ford Coppolas Dracula zur Konkurrenz und damit ist die Messlatte schon sehr hoch gesteckt. 

Vorab – die Macher von Dracula Untold sind wirklich auch Fans des Films und dementsprechend orientierten sie sich auch etwas an dieser Verfilmung. Allerdings nicht so stark wie man es befürchten könnte. Dracula Untold ist weder ein Abklatsch der Bram Stoker Verfilmung noch ein schleimiger Vampirfilm, sondern versucht auf der Originalgeschichte des Grafen Vlad aufbauend eine historische Vampirgeschichte zu erzählen, in der der Vampir wieder ein widerwilliges Monster ist, kein Jüngling, der Schulmädchen um den Finger wickelt. Allein dafür bekommt er schon einmal einen Extrapunkt.

Historisch aufgebaut – kein verführerischer Jüngling

Vlad III – auch unter dem Namen Vlad „Sohn des Drachens“ bekannt, legte nach den Kriegen, die er als Kind und junger Mann für die Türkei führen musste, die Waffen nieder und führt mit Frau und Sohn ein ruhiges Leben als Fürst. In den Kriegen für die Türkei bekam er den Namen „Vlad der Pfähler“, denn niemand mordete so grausam Feinde, wie Unschuldige. Eine Zeit an die er ungern zurückerinnert werden will.

Nun ist sein Sohn im gleichen Alter, wie er damals war, als er für die Türken in den Krieg musste und promt steht der Sultan vor der Tür und will für seine Armee 1000 Kinder haben, die für ihn kämpfen, da Kinder, wenn sie von Anfang an das Töten lernen, keine Fragen stellen und somit besser für den Krieg geeignet seien.

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Krieg um ein Kind

Seiner Frau hatte er beim Hochzeitsschwur versprochen, dass es nie zu dieser Situation kommen würde. Und nun stand er da – abwägend ob ein Verstoß gegen den Hochzeitsschwur oder der Krieg gegen die Türken das kleinere Übel sei. Es kommt zum Krieg gegen die Türken die eine sehr viel größere Armee haben, als Vlad Untergebene hat. Es gibt nur eine Chance für ihn, den Krieg gewinnen zu können – Er muss ins Reißzahngebirge und das dort lebende Monster um Hilfe bitten. Einen Vampir.

Mehr will ich nun auch gar nicht von der Geschichte verraten, sonst schreit noch jemand „Spoiler!“.

Aufgrund der Geschichte, die ich kurz angerissen habe, ergibt sich hier die Situation des ehemaligen Kriegers Vlad, der nun sorgender Familienvater und Ehemann ist und nichts anderes tun will, als seine Familie zu beschützen. Sein Gegner – und ehemaliger Mitstreiter kennt seine Schwächen und nutzt diese schamlos aus.

Effekte fürs 3D – Nicht 3D für die Effekte

Wie bei allen Filmen, die auch in 3D produziert werden (ich hab ihn in 2D gesehen), beginnt der Film mit bildgewaltigen Szenen, die den „Wow-Effekt“ auslösen sollen. Später lassen diese übertriebenen perspektivischen Szenen etwas nach. Der Film ist sehr düster gehalten, da die meiste Handlung aufgrund der Vampir-Sache meist nachts abspielt. Hin und wieder kommen ein paar Jumpscare-Momente, aber das war es dann auch. Ich bin eine Person, die Jumpscares in Filmen, die eigentlich eher stimmungvoll sein sollten, für schädlich hält – vor allem wenn man ganz genau weiß, dass ein Jumpscare folgen wird. Das sollte eher dem Horror-Genre vorbehalten sein.  Das ist wie, als würde jemand während eines romantischen Rendezvous über seine Steuererklärung sprechen. Geht nicht.

Die Spezialeffekte im Film habe ich als passend eingesetzt empfunden. Der Film ist sehr actionlastig und gewaltig, weswegen auch die Effekte nicht unbedingt dezent waren – aber sie passten zum Setting.

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Bildgewaltig und düster

60% der Szenen wurden in Nordirland gedreht, einiges mit Greenscreen. Laut der Hauptdarstellerin Sarah Gadon, waren dies aber nicht wirklich viele Szenen. Man sei also wirklich viel im Wald gewesen und habe auf Bergen gestanden. Die Stimmung war an vielen Drehorten und damit auch im Film authentisch.

Den Hauptdarsteller Luke Evans könnte man schon in dem ein oder anderen Film gesehen haben. Der aus Wales stammende Schauspieler hat unter anderem in „Der Hobbit“ als Bard the Bowman gespielt, Bei den drei Musketieren spielte er den Aramis und in Fast & Furious 6 übernahm er die Rolle des Shaw. Er steht derzeit im Gespräch demnächst Eric Draven in einem The Crow Remake zu spielen.

Sarah Gadon dagegen ist ein relativ neues und unverbrauchtes Gesicht in der Filmwelt. Zwar hat sie in einigen Serien und Filmen mitgewirkt (ich kannte sie aus Being Erica), aber ihr steht sicherlich noch eine große Karriere bevor.

Dracula

Aber wie hat mir der Film gefallen?

An Bram Stokers Dracula kommt er in keinem Fall heran – so viel ist sicher. Aber er ist auch keine Schande für das Vampir-Genre.  Ich vermisse die Tiefe der Charaktäre außerhalb der Dreiergespanns Vlad, Mirena und Mehmets. Wenn Darsteller sterben und der Hauptcharakter überemotional reagiert, hat man als Zuschauer im Film selbst nicht einmal seinen Namen mitbekommen, kann diese Überemotionalität nur erahnen aber keinesfalls mitfühlen. Das macht es auch schwer, einige Handlungsweisen von Vlad nachzuvollziehen.

Zum anderen empfand ich es als etwas seltsam, wieso Vlad nach dem Erlangen seiner Kräfte wusste, wie er sie einsetzen konnte. Entdeckte er die Vorzüge zuerst nur stückchenweise, wurde er im Verlauf der Story zu einer Art Übervampir ohne dass man diese Entwicklung hätte nachvollziehen können.

Das sind aber auch eigentlich schon die einzigen Kritikpunkte, die mir einfallen würden. Die Wahl der Schauspieler hat mir ganz gut gefallen. Luke Evans ist charismatisch genug, einen Dracula zu spielen und Sarah Gadon verkörpert die angebetete Ehefrau des Fürsten auch in Perfektion.   Drei Schauspieler aus Game Of Thrones hat man für wichtige Rollen ebenfalls abgeknapst. Zum einen Art Parkinson, der den Sohn des Grafen verkörpert und Charles Dance, als das Monster vom Klauenberg – dem Vampir zum anderen Paul Kaye als Mönch.

Mit etwas mehr Tiefe bei den Charakteren und einem etwas weniger löchrigen Entwicklung wäre der Film sehr stark gewesen. Jetzt ist er gut, aber merklich eher auf Action als auf Geschichtstiefe ausgelegt.  Man kann ihn sich gut im Kino ansehen – Man ärgert sich nachher sicher nicht darüber, aber einen absoluten Blockbuster, der einen erst einmal sprachlos macht, wird man hier nicht bekommen.

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Only Lovers Left Alive – Vampire in Zeitlupe und ein „War Doctor“

Viele Filme sehe ich erst gar nicht wenn sie herausgekommen sind, weil ich meist später von ihnen erfahre. Wenn sie dann auch keinen großen Hype erfahren haben, kann es sogar viel später sein. Only Lovers Left Alone erschien im letzten Jahr und ist dieses Jahr bereits auf Netflix verfügbar und dementsprechend kam ich nun auch dazu, den Film mit Tom Hiddleston und Tilda Swinton zu sehen. In einer herausragenden Nebenrolle befand sich unter anderem auch der „War Doctor“ John Hurt. 

Vorab – vergesst einfach alles, was ihr über Vampirfilme gelernt habt. Vergesst wirklich alles (es sei denn ihr habt „Die Weisheit der Krokodile“ gesehen. Das braucht ihr nicht vergessen.), denn Only Lovers Left Alive ist kein klassischer Vampirfilm mit Gruselfaktor, anziehenden Frauenverführern und dämonischen Höllenweibern. Only Lovers Left Alive ist im Grunde die Geschichte zweier Vampire die bereits seit Jahrhunderten zusammen sind und sich nicht mehr viel mit Menschen beschäftigen möchten. Während Adam (Tom Hiddleston) zurückgezogen in seiner Retro-Welt lebt, alte Instrumente sammelt und sich an die Zeit mit Lord Byron und Mary Shelley zurückerinnert, lebt Eve (Tilda Swinton) im hier und jetzt – auch wenn sie von der westlichen Welt Abstand genommen hat und in Marokko residiert.

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Beide führen eine funktionierende Fernbeziehung, doch Adam wird immer depressiver. Je mehr er sich mit Menschen – er nennt sie Zombies – beschäftigen muss, desto größer wird sein Hass auf die Welt und die Menschheit. Seines Erachtens haben die Menschen alles mit Füßen getreten, was sie weiter gebracht hätte. Sie seien einfach hirnlose Zombies, die nicht wissen was gut für sie ist.

Eve ist nicht ganz so negativ. Sie umarmt die modernen Errungenschaften der Welt und zieht Adam mit seiner Retroleidenschaft hier und da sogar ein bisschen auf.

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Als sie in einem Gespräch bemerkt, dass er depressiver als sonst ist, macht sie sich auf die lange Reise ins halb verlassene Detroit, wo Adam zurückgezogen lebt und seine depressive Musik macht. Von ihrem Freund und Mitvampir Christopher Marlowe wird sie noch gewarnt, dass er einen schlimmen Traum hatte, dass ihre Schwester Ava zurückkehren wird und dass er Angst um sie habe. Auch wenn Eve ihn zu beruhigen versucht, Ava taucht wirklich auf und bringt das Leben der beiden entschleunigten Liebenden gehörig durcheinander.

Eindrücke aus dem Film

Der Film ist in seiner Erzählweise sehr langsam. Die Macher haben sich eher an effektvollen Szenenbildern festgehalten, als die Erzählgeschwindigkeit voranzutreiben. Eigentlich passiert in dem Film nämlich nicht besonders viel. Jedoch wird durch die langsame Erzählgeschwindigkeit, die zudem durch zahlreiche depressive Musikeinlagen und Zeitlupenaufnahmen verstärkt wird, eine sehr bedrückende Stimmung aufgebaut. Auch wenn beide Vampire in einer gewissen Weise außerordentlich schön wirken, ist an ihnen nichts Anziehendes. Sie wirken interessant in ihrer menschlichen Ferne und dem gegenüber steht ihre ganze menschliche Verletzlichkeit, Depressionen, Selbsthass aber auch Liebe und Freude.

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 Yay oder Nej?

Wie soll man einen Film wie diesen einschätzen? Für wen ist er geeignet. Wer einen spannenden und unterhaltsamen Filmeabend haben will, sollte diesen Film von seiner Liste streichen, denn er wird die Stimmung schon in den ersten 10 Minuten herunterziehen. Wer aber in der Stimmung ist, sich in einen Film hineinsaugen zu lassen, der vornehmlich Emotionen und Bilder statt einer Story vermittelt – so wie es instrumentale Musik – nur eben für die Augen – macht, der sollte sich für Only Lovers Left Alive die Zeit und vor allem die Ruhe nehmen.

Mir persönlich lief er ein wenig zu langsam und ich hätte gern noch mehr Erzähldichte gehabt. Dennoch habe ich den Film von der ersten bis zur letzten Minute genossen.

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LUCY (In the sky with diamonds)

Ich sitze hier mit der Röhre Chips, die eigentlich viel zu teuer sind, aber die man sich eben im Kino kauft und sinniere noch ein wenig darüber, was ich da gerade gesehen habe. Ich war in unserem lokalen Kino und habe mir LUCY angeschaut. Ein Film, der polarisiert. Der entweder Fragen aufwirft oder einfach nur verwirrt.

Lucy (Scalett Johansson) ist eine junges Partymädchen, die sich nicht viel Gedanken um ihr Leben macht. Sie will feiern, ihre Prüfungen im Austauschsemester machen und etwas erleben. Der schmierige Richard (Pilou Asbæk), mit dem sie seit einer Woche ausgeht, verwickelt sie in ein schmieriges Drogengeschäft das ihr Leben grundlegend verändern wird.

Sie soll für ihn eine Drogenlieferung abgeben und bekommt durch einen Unfall eine hohe Dosis der neuen Droge „CPH4“ ab. In der Geschichte ist dies ein Stoff, den Schwangere in der sechsten Schwangerschaftswoche bilden sollen, und der dem Fötus einen Energieschub gibt, um das Knochenwachstum anzutreiben. Als Smart-Drug will die koreanischen Drogenmafia den Stoff in Europa etablieren.

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Die Droge in der Überdosis bewirkt in Lucy etwas, das Wissenschaftler schon seit langer Zeit erforschen. Was passiert, wenn ein Mensch auf einmal in der Lage ist mehr als 10% Auslastung des Hirns nutzen zu können. Wie verändern sich seine Emotionen? Wie verändert sich seine Wahrnehmung? Im Laufe des Films steigert sich die Auslastung von Lucys Hirnaktivität. Und niemand weiß, was passiert, wenn sie 100% erreicht. Nicht einmal sie. Aber sie ist sich sicher, dass sie das nicht überleben wird.

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Professor Norman (Morgan Freeman) der sich seine ganze Karriere genau mit dieser Frage und den Thesen drum herum beschäftigt hat, wird von Lucy kontaktiert. Zusammen entwickeln sie einen Plan, was sie mit ihrem Superhirn anstellen können.

Mein Eindruck

Auch wenn die Geschichte in der Zusammenfassung etwas flach erscheinen mag. Die wirkliche Arbeit findet im Kopf der Zuschauer statt. Lucy ist kein Streifen, den mal eben so nebenher schaut. Er vereinnahmt seine Zuschauer wie eine Studienvorlesung. Nur bildgewaltiger und fernab theoretischer Ideen. Der Zuschauer bekommt mit einzelnen Beispielen nur einen Hauch der Idee was möglich wäre. Lucy wirkt wie ein unbesiegbarer Superheld, bis die Droge selbst sie am verletzlichsten macht.

Natürlich handelt es sich bei dem Film um Fiktion, doch die Frage, was passiert, wenn wir unsere komplette Hirnkapazität auf einmal nutzen könnten, bleibt hängen. Was passiert? Wir können zwar ins Tierreich sehen doch können wir nur Vermutungen anstellen, inwiefern sich Beispiele aus dem Tierreich auf den Menschen anwenden lassen.

Lucy macht nachdenklich. Wir reisen durch die Geschichte der Evolution, wir werden an die Grenzen unseres eigenen Vermögens gebracht. Wir werden vor eine, für unseren Verstand unlösbare „Was wäre wenn“ Situation gestellt und am Ende bleibt ein Fragezeichen zurück. Und Lucy in the sky with diamonds.

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Empfehlenswert?

Lucy ist kein Film, für den ich einfach eine Ja/Nein Wertung abgeben könnte, denn der Film erfordert von seinem Zuschauer Mitdenken. Neben einer tollen Schauspielleistung der Darsteller gibt es einen Einblick in eine Utopie, die wir vielleicht anstreben aber der wir nicht gewachsen sind. Der Film ist für Nachdenkliche und Wissenschaftsbegeisterte Zuschauer. Wer seichte Unterhaltung sucht, wird Lucy nicht in seiner gänzlichen Tiefe erkennen können. Für mich war Lucy ein Highlight in diesem Jahr.

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The Secret Life of the American Teenager – Oh Gott, wieso habe ich mir das angesehen

Ich gebe zu, ich habe die komplette erste Staffel dieser Serie geschaut. Ich dachte, ich bekomme hier ein schönes Teenie-Drama, mit schwierigen Entscheidungen fürs Leben, ein paar rührseligen Ratschlägen oder auch deftig bösen Worten zu sehen. Stattdessen wollte ich in fast jeder Folge irgendeinen Gegenstand in den Fernseher werfen, weil mich irgendwer in dieser Serie so dermaßen aufgeregt hat, dass ich mir schwor die Serie nie nicht weiter als die erste Staffel zu sehen.

Was ich vorher hätte wissen sollen: Die Serie stammt von Brenda Hampton. Sie war auch verantwortlich für Eine Himmlische Familie (7th Heaven). The Secret Life of the American Teenager unterbietet Eine Himmlische Familie aber um Längen.

Wo fange ich an? Wir haben eine normale kleine Familie. Mama, Papa, zwei Töchter. Die Große ist die liebe Strebertochter, die Kleine ist das rebellische Gruftimädchen, die trotz der unglaublich christlichen Einstellung der Eltern in Klamotten herumläuft, die ich nicht einmal in meinem Alter anziehen würde. Während man diesem kleinen 13-jährigen, durchaus verzogenen Gör zutrauen würde, dass sie die Familienehre in die Abgründe zieht, ist es die Strebertochter, die mit 15 mal eben schwanger wird. Beim ersten Mal, mit dem Schulcasanova, im Musikcamp. Die kleine Grufti-Göre stellt sich im Verlauf der kompletten ersten Staffel dazu auch noch als die reifste und vernünftigste Person der kompletten Familie.. ach der Serie heraus. Und dazwischen – Heuchelei, fehlende Logik, Zickerei und eine ordentliche Portion christlicher Nächstenliebe.

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Im Mittelalter angekommen

Die Storylines sind so dermaßen an den Haaren herbei gezogen dass ich gar nicht weiß, welche absurder ist. Ich weiß, einige Dinge sind in den USA wirklich so, aber die komplette Serie stellt zum Beispiel Sex vor der Ehe als etwas absolut Schlimmes dar. Etwas, worüber wir hier glücklicherweise seltener diskutieren. Aber genau diese moralische Einstellung zieht sich durch die komplette Serie. Aber absurd wird es erst an der Stelle, an der das überchristliche Mädchen der überchristlichen Familie den Eltern beichtet, dass sie einen Freund habe und sie ihr sagen, sie solle sich nicht festlegen sondern mit vielen Jungs auf einmal ausgehen, damit sie weiß was sonst noch so auf dem Markt ist. What?

Neben der bestechenden Logik, dass Teenager keinen Sex haben, wenn man sie nicht aufklärt und ihnen Verhütungsmittel verbietet über Keuschheitsringe bis hin zu Christinnen die alle Jungs daten sollen, damit es mit keinem „zu Ernst“ wird, hat die Serie nicht viel zu bieten. Die schwangere Tochter will weg von der Familie, weil sie nicht will, dass man ihr die Schwangerschaft ansieht (Sex vor der Ehe ist halt eine Sünde) bis hin zur Mutter (und werdenden Oma) die ihrer Tochter einreden möchte das Kind zur Adoption frei zu geben, weil sie gerade selbst in einer Midlife-Crisis steckt und kein Baby in ihrem riesigen Haus haben möchte – die „What The Actually Fuck“ sind riesig.

India Eisley ist der einzige Lichtblick der kompletten Serie

Wenn ihr einmal einen Einblick in eine rückständige Welt mit mittelalterlichen Moralvorstellungen bekommen wollt, könnt ihr euch die Serie gern anschauen. Nehmt sie aber nicht ernst. Schaut sie nicht mit der Einstellung ein paar Lebensweisheiten zu bekommen. The Secret Life of an American Teenager ist eher ein schlechtes… wirklich schlechtes Remake von Eine Himmlische Familie mit dem Versuch das gleiche Wertesystem auf ein moderneres Setting aufzudrücken. Funktioniert nicht. Einziger Lichtblick der Serie ist die Schauspielerin der kleinen 13-jährigen Gruftigöre – gespielt von der bereits über 20 jährigen India Eisley. Wenn sie ihren Eltern und ihrer Schwester eine Portion Realität um die Ohren haut, dann macht mein Herz einen kleinen Freudensprung. Allerdings reicht dieser nicht, um der Serie treu bleiben zu wollen. Bei IMDB gibt es für die Serie gerade mal 4,9 Sternchen von 10. Halte ich fast schon für zu viel.