Alle Beiträge von Ricarda

'85 geboren und im Herzen ein Spielkind. Angefangen mit dem alten ATARI 2600 habe ich schnell meine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Ich liebte es den bunten Pixeln dabei zuzuschauen, wie sie über den Bildschirm hüpften. Jetzt spiele ich gern Aufbauspiele, Simulationen und RPGs. Neben Computerspielen mag ich Rollenspiele und bevorzuge hier "Call of Cthulhu".
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FIREFALL: Das Sci-Fi-MMO im Endzeitszenario

Ab wann lohnt es sich, zu einem Spiel eine Review zu verfassen? Manchmal hat man nach einer Stunde schon alles gesehen, manchmal braucht es 10. Seit August habe ich in Firefall nun 236 Stunden gespielt und denke, dass ich mich über das Free To Play MMO äußern kann. Mit nun über 200 Stunden löst Firefall Borderlands 2 in meiner Steam Bibliothek als meistgespieltes Spiel ab. Der Free To Play Shooter ist dabei kein sonderlich neues Spiel, sondern bereits in vielen Alpha- und Beta-Phasen seit 2011 spielbar. In die finale Version kam der Shooter allerdings erst in diesem August.

“Vor 60 Jahren hat der Firefall alles verändert.” Mit diesen Worten beginnt das Intro des Spiels. Asteroiden stürzten auf die Erde und verwüsteten fast alles. In den Asteroiden fanden die verbleibenden Menschen aber das Crystite. Von ihm ging eine ungekannte Energie aus und mit diesen Kristallen konnten sie ihre Städte wieder aufbauen. Aber sie wollten mehr davon und fanden auf einem entfernten Planeten die Quelle des Crystite.

Mit einem riesigen Raumschiff, dem Archlight, wollte man auf diesen Planeten, um das Crystite zu farmen. Doch das riesige Raumschiff stürzte ab und verstrahlte die Welt mit dem Melding. Im Melding kann man nicht überleben und in der nähe des Meldings verändert man sich. Die Tier- und Pflanzenwelt mutiert und Menschen werden aggressiver. Das Melding kann durch die SIN-Tower zurückgedrängt werden, aber die Städte sind voneinander abgeschnitten. Wer sich außerhalb der SIN-Tower bewegt, stirbt.

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Bitte nicht am Melding schnüffeln

Die Armee der Welt – die “Accord” – sind absolut überfordert mit der Situation. Deswegen werden Die Ares-Piloten angeheuert. Dabei handelt es sich um spezialisierte Söldner-Truppen, die Aufgaben erledigen. Erst kleine Handlanger-Jobs und später auch Aufgaben im Namen der Accord. Die Söldner, das sind wir. Wir sind Ares 3-5.

Wir starten in Copacabana und die Endzeit-Stimmung wird hier irgendwie noch nicht so deutlich. Stattdessen finden wir uns in einem kleinen Touristen-Dörfchen wieder. Es gibt Bars, es gibt Musik und es gibt immer noch Touristen. In Copacabana hat man keine größeren Probleme. Ich meine, was gibt es Schöneres als zum Ende der Welt in einem Urlaubsgebiet festzustecken? Wir erledigen also zu Beginn einige kleinere Aufgaben, retten verloren gegangene Familienmitglieder, sammeln Essen für die Bevölkerung und holen Medikamente von bösen Banditen zurück.

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Devils Tusk

Je weiter das Spiel jedoch voranschreitet, desto düsterer wird die Landschaft. In Devils Tusk – dem letzten Gebiet – angekommen finden wir zwar auch Urwälder, aber gleichzeitig eine mit Lavaseen durchzogene Wüste, in der nichts mehr wächst. Darin feuerspuckende mutierte Tiere und Chosen-Deathsquads. Chosen sind eine Alienrasse die die Welt seit dem Absturz des Archlights immer wieder überfallen – als hätte die Welt mit dem Melding nicht schon genug Sorgen.

Für uns als Söldner ist das aber gut, denn so haben wir immer genug zu tun, und es kommt keine Langeweile auf. Eine Chosen-Bombe entschärfen? Kein Problem. Chosen-Vorräte mopsen? Auch das machen wir mit links – sofern wir den passenden Battleframe haben.

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Die verschiedenen Battleframes

In Firefall gibt es keine klassischen Rassen, wie in anderen MMOs. Wir haben hier Battleframes – das sind spezielle Kampfanzüge. Diese können wir aufleveln. Es gibt aber dann doch wieder klassische Kampfklassen. Ich habe mich in meinen vielen Stunden Firefall sowohl in der Biotech-Schiene (also Heiler, Giftangriffe) und in der Engineer-Schiene (Bastion, Elektron) aufgehalten und mir machen beide Bereiche sehr viel Spaß. Nach einiger Zeit hat man kein Problem damit, das Leveln innerhalb des Spieles so zu optimieren, dass man keine Storyquests machen muss, denn die sind – zugegebenermaßen sehr MMO-lastig: “Sammle Item von Person. Person ist schon tot. Bringe Item zu anderer Person. Gehe zu dritter Person um zu sagen, dass Person tot ist. Kehre zu Auftraggeber zurück, um Auftrag abzuschließen.” Nicht wirklich einfallsreich und kreativ. Aber man kann genau diesen Dingen aus dem Weg gehen indem man nur die Spontanevents auf der Karte erledigt.

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Der Urwald Brasiliens sieht nur friedlich aus

Wenn mich jemand fragen würde “Was ist eigentlich Firefall für ein Spiel?” dann würde ich sagen “Es ist das uneheliche Kind von Halo und Borderlands ohne Story und ohne schrullige Charaktere.” und ich denke, das fasst es gut zusammen. Die Story ist unglaublich flach. So flach, dass ich sie kaum als vorhanden empfinde. Das muss bei einem MMO nicht sein, aber in diesem Fall ist es nicht so schlimm, denn der Spielfluss ist so spaßig, dass ich auch ohne Story sehr gern durch die Landschaft laufe. Man will nicht immer einen Epos bekommen, sondern manchmal einfach nur Sachen kaputtschießen. Dafür eignet sich Firefall bestens.

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Hier leben nur Monster

Eine weitere Sache, die mir positiv aufgefallen ist; Firefall hat eine unglaublich freundliche Community. Spontane Random-Raids oder das Helfen fremder Spieler in Quests funktioniert richtig gut. Man postet einfach seine Koordinaten im Chat und sagt, dass man Hilfe braucht und schon stehen mindestens fünf andere Spieler da und machen mit. Genauso kann man noch so weit irgendwo halbtot in der Pampa liegen, irgendjemand dreht immer um, damit er dich wiederbeleben kann.

In die PVP-Karte habe ich noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt, denn hier sind größtenteils Sniper-Squads unterwegs und gegen die habe ich mit meinen Klassen kaum eine Chance. Zumal es auch einen Unterschied macht, ob man auf vorhersehbare KI ballert oder auf wild umherhüpfende PVP-Profis. Vielleicht schaue ich mir die PVP-Karte irgendwann einmal genauer an, aber derzeit ist sie eher frustrierend als dass sie Spaß macht.

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Tod im Meldingtornado

Nach über 200 Stunden, einigen Battleframes, die das Endlevel erreicht haben und vielen lustigen Abenden mit Freunden, kann ich sagen, dass Firefall vielleicht nicht die fesselndste Geschichte hat, dass es aber gut dazu geeignet ist, tolle Stunden mit der Zockergruppe zu verbringen. Gleichzeitig merkt man, dass die Entwickler sich immer wieder neue Events einfallen lassen, um die Spieler bei Laune zu halten. Da wäre zum Beispiel die Chosen Invasion zu erwähnen, bei der man drei Wochenenden hintereinander sogar gegen die Entwickler spielen konnte. Entwickler reagieren sogar auf YouTube-Videos und kommentieren bei ihren Spielern. So viel Nähe zu der Community ist man bei MMOs auch nicht gewohnt und ich bereue es nicht, dass ich so viele Stunden in das Spiel gesteckt haben und ich bereue auch nicht, dass ich ein wenig Geld in das Free To Play Spiel steckte.

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DRACULA UNTOLD – Ein Vampir und das halbe GoT-Cast

Was Vampirfilme betrifft, mussten wir in den letzten 20 Jahren einiges ertragen. Das meiste davon war wirklich grauenhaft, furchtbar. Nur wenige Filme schafften es, das Vampirgenre zu bereichern. Dementsprechend ging ich mit sehr gemischten Gefühlen in den Film Dracula Untold, denn jeder neue Dracula-Film hat Francis Ford Coppolas Dracula zur Konkurrenz und damit ist die Messlatte schon sehr hoch gesteckt. 

Vorab – die Macher von Dracula Untold sind wirklich auch Fans des Films und dementsprechend orientierten sie sich auch etwas an dieser Verfilmung. Allerdings nicht so stark wie man es befürchten könnte. Dracula Untold ist weder ein Abklatsch der Bram Stoker Verfilmung noch ein schleimiger Vampirfilm, sondern versucht auf der Originalgeschichte des Grafen Vlad aufbauend eine historische Vampirgeschichte zu erzählen, in der der Vampir wieder ein widerwilliges Monster ist, kein Jüngling, der Schulmädchen um den Finger wickelt. Allein dafür bekommt er schon einmal einen Extrapunkt.

Historisch aufgebaut – kein verführerischer Jüngling

Vlad III – auch unter dem Namen Vlad “Sohn des Drachens” bekannt, legte nach den Kriegen, die er als Kind und junger Mann für die Türkei führen musste, die Waffen nieder und führt mit Frau und Sohn ein ruhiges Leben als Fürst. In den Kriegen für die Türkei bekam er den Namen “Vlad der Pfähler”, denn niemand mordete so grausam Feinde, wie Unschuldige. Eine Zeit an die er ungern zurückerinnert werden will.

Nun ist sein Sohn im gleichen Alter, wie er damals war, als er für die Türken in den Krieg musste und promt steht der Sultan vor der Tür und will für seine Armee 1000 Kinder haben, die für ihn kämpfen, da Kinder, wenn sie von Anfang an das Töten lernen, keine Fragen stellen und somit besser für den Krieg geeignet seien.

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Krieg um ein Kind

Seiner Frau hatte er beim Hochzeitsschwur versprochen, dass es nie zu dieser Situation kommen würde. Und nun stand er da – abwägend ob ein Verstoß gegen den Hochzeitsschwur oder der Krieg gegen die Türken das kleinere Übel sei. Es kommt zum Krieg gegen die Türken die eine sehr viel größere Armee haben, als Vlad Untergebene hat. Es gibt nur eine Chance für ihn, den Krieg gewinnen zu können – Er muss ins Reißzahngebirge und das dort lebende Monster um Hilfe bitten. Einen Vampir.

Mehr will ich nun auch gar nicht von der Geschichte verraten, sonst schreit noch jemand “Spoiler!”.

Aufgrund der Geschichte, die ich kurz angerissen habe, ergibt sich hier die Situation des ehemaligen Kriegers Vlad, der nun sorgender Familienvater und Ehemann ist und nichts anderes tun will, als seine Familie zu beschützen. Sein Gegner – und ehemaliger Mitstreiter kennt seine Schwächen und nutzt diese schamlos aus.

Effekte fürs 3D – Nicht 3D für die Effekte

Wie bei allen Filmen, die auch in 3D produziert werden (ich hab ihn in 2D gesehen), beginnt der Film mit bildgewaltigen Szenen, die den “Wow-Effekt” auslösen sollen. Später lassen diese übertriebenen perspektivischen Szenen etwas nach. Der Film ist sehr düster gehalten, da die meiste Handlung aufgrund der Vampir-Sache meist nachts abspielt. Hin und wieder kommen ein paar Jumpscare-Momente, aber das war es dann auch. Ich bin eine Person, die Jumpscares in Filmen, die eigentlich eher stimmungvoll sein sollten, für schädlich hält – vor allem wenn man ganz genau weiß, dass ein Jumpscare folgen wird. Das sollte eher dem Horror-Genre vorbehalten sein.  Das ist wie, als würde jemand während eines romantischen Rendezvous über seine Steuererklärung sprechen. Geht nicht.

Die Spezialeffekte im Film habe ich als passend eingesetzt empfunden. Der Film ist sehr actionlastig und gewaltig, weswegen auch die Effekte nicht unbedingt dezent waren – aber sie passten zum Setting.

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Bildgewaltig und düster

60% der Szenen wurden in Nordirland gedreht, einiges mit Greenscreen. Laut der Hauptdarstellerin Sarah Gadon, waren dies aber nicht wirklich viele Szenen. Man sei also wirklich viel im Wald gewesen und habe auf Bergen gestanden. Die Stimmung war an vielen Drehorten und damit auch im Film authentisch.

Den Hauptdarsteller Luke Evans könnte man schon in dem ein oder anderen Film gesehen haben. Der aus Wales stammende Schauspieler hat unter anderem in “Der Hobbit” als Bard the Bowman gespielt, Bei den drei Musketieren spielte er den Aramis und in Fast & Furious 6 übernahm er die Rolle des Shaw. Er steht derzeit im Gespräch demnächst Eric Draven in einem The Crow Remake zu spielen.

Sarah Gadon dagegen ist ein relativ neues und unverbrauchtes Gesicht in der Filmwelt. Zwar hat sie in einigen Serien und Filmen mitgewirkt (ich kannte sie aus Being Erica), aber ihr steht sicherlich noch eine große Karriere bevor.

Dracula

Aber wie hat mir der Film gefallen?

An Bram Stokers Dracula kommt er in keinem Fall heran – so viel ist sicher. Aber er ist auch keine Schande für das Vampir-Genre.  Ich vermisse die Tiefe der Charaktäre außerhalb der Dreiergespanns Vlad, Mirena und Mehmets. Wenn Darsteller sterben und der Hauptcharakter überemotional reagiert, hat man als Zuschauer im Film selbst nicht einmal seinen Namen mitbekommen, kann diese Überemotionalität nur erahnen aber keinesfalls mitfühlen. Das macht es auch schwer, einige Handlungsweisen von Vlad nachzuvollziehen.

Zum anderen empfand ich es als etwas seltsam, wieso Vlad nach dem Erlangen seiner Kräfte wusste, wie er sie einsetzen konnte. Entdeckte er die Vorzüge zuerst nur stückchenweise, wurde er im Verlauf der Story zu einer Art Übervampir ohne dass man diese Entwicklung hätte nachvollziehen können.

Das sind aber auch eigentlich schon die einzigen Kritikpunkte, die mir einfallen würden. Die Wahl der Schauspieler hat mir ganz gut gefallen. Luke Evans ist charismatisch genug, einen Dracula zu spielen und Sarah Gadon verkörpert die angebetete Ehefrau des Fürsten auch in Perfektion.   Drei Schauspieler aus Game Of Thrones hat man für wichtige Rollen ebenfalls abgeknapst. Zum einen Art Parkinson, der den Sohn des Grafen verkörpert und Charles Dance, als das Monster vom Klauenberg – dem Vampir zum anderen Paul Kaye als Mönch.

Mit etwas mehr Tiefe bei den Charakteren und einem etwas weniger löchrigen Entwicklung wäre der Film sehr stark gewesen. Jetzt ist er gut, aber merklich eher auf Action als auf Geschichtstiefe ausgelegt.  Man kann ihn sich gut im Kino ansehen – Man ärgert sich nachher sicher nicht darüber, aber einen absoluten Blockbuster, der einen erst einmal sprachlos macht, wird man hier nicht bekommen.

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Gewalt gegen Frau vor laufendem Twitch-Stream – Mitarbeiter schaut zu

Twitch ist ein toller Dienst. Ich nutze ihn selbst regelmäßig und liebe den direkten Kontakt mit meinen Abonnenten und Zuschauern. Es ist kaum einfacher mit Menschen zu kommunizieren, während man spielt. Aber jeder tolle Dienst hat auch seine Schattenseiten. Erst recht dann, wenn Dinge passieren, die nicht passieren sollten. Vor laufender Kamera wird eine Frau immer wieder gewaltsam vor die Webcam gezerrt. Später angeschrien mit “Du kommst hier nicht raus, du bist in dem Haus eines Verrückten.” Wer diese Szenen sieht, bekommt eine Gänsehaut, denn sie sehen aus als entstammen sie einem schlechten Film. Doch leider sind sie real. 

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Der Streamer zerrt sie vor die Kamera, obwohl sie sich wehrt

Der Streamer Cro_ hat fast 70.000 Abonnenten. Black-Outs nach Stream-Nächten passieren ihm wohl häufiger, schaut man durch seinen Twitter-Stream, so ist er gespickt mit “What Happened last night” Bildern.

Seine Fans feiern ihn dafür. Vermutlich ist es weniger die Bewunderung für sein spielerisches Können, denn eigentlich öffnet er nur CS:GO Weapon Cases. Und die kosten richtig Geld. Vielmehr ist es die Schaulust, wie ein durchgedrehter Typ tausende von Dollar in ein Spiel steckt, das er nicht mal spielt.  Allein im Stream von Samstag (27. -28. September) kaufte er virtuelle Waffenkisten für fast 1000 Dollar. Grund: Er wollte seiner “Freundin” eine bestimmte Waffe besorgen. Seine Freundin – laut Chatteilnehmer angeblich eine Prostituierte, die er sich für den Abend bestellt hat, stand meist außerhalb einer der beiden Webcams neben dem Computer. Die zweite Webcam zeigte sie aber fast immer im Bild.

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Immer wieder zwingt er sie, die Kisten für ihn zu öffnen…

Während er Kisten öffnete und immer aggressiver wurde, weil die Waffe, die er gern haben wollte, nicht auftauchte und er stattdessen eher minderwertige Exemplare zog, zerrte er die Frau immer wieder vor die Kamera, obwohl sie sich wehrte. Er zog an ihrem Arm, damit sie die Kisten am Rechner auspackt.

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…und beschimpft sie, wenn das falsche Item erscheint.

Irgendwann, als er zu weit ging, ohrfeigte sie ihn, was bei ihm zu schallendem Gelächter führte.

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“Ich will schlafen”, sagt sie ihm mit zittriger Stimme. “Dann schlaf auf dem verdammten Boden” antwortet er

Der Stream ging über eine Stunde. In der Zeit war auch ein Twitch-Mitarbeiter im Chat anwesend und reagierte nicht. Obwohl mehrfach “Call the police” “Twitch ban this channel” oder “Someone rescue the woman” im Chat auftauchte – keine Reaktion.

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Während des ganzen Streams war auch ein Mitarbeiter anwesend.

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Dieser wird laut seines eigenen Channels aber von Cro_ finanziell unterstützt.

Auf dem Twitch-Channel des Mitarbeiters ist unter anderem vermerkt, dass Cro_ zu seinem Top-Donator gehört. Cro_ ihm also Geld zugesandt hat. Im Vergleich zu seinen Ausgaben sind 55$ nicht viel, aber genug um zu zeigen, dass da vermutlich eine freundschaftliche Verbindung besteht. Wurde deswegen über eine Stunde lang nicht eingegriffen?

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Während er schreiend durchdreht, springt sie erschrocken weg.

Welche Substanzen für diesen Ausfall verantwortlich waren, weiß man nicht. Sollte dieser Stream aber für ihn keine Konsequenzen haben, ist der Imageverlust für Twitch kaum einzuschätzen. Durch solche Aktionen könnte sich der Kauf des Streaming-Dienstes für Amazon als sehr faules Ei entpuppen. Will man sowas unterstützen?  Jetzt bleibt abzuwarten, wie Twitch auf diesen Vorfall reagiert.

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Only Lovers Left Alive – Vampire in Zeitlupe und ein “War Doctor”

Viele Filme sehe ich erst gar nicht wenn sie herausgekommen sind, weil ich meist später von ihnen erfahre. Wenn sie dann auch keinen großen Hype erfahren haben, kann es sogar viel später sein. Only Lovers Left Alone erschien im letzten Jahr und ist dieses Jahr bereits auf Netflix verfügbar und dementsprechend kam ich nun auch dazu, den Film mit Tom Hiddleston und Tilda Swinton zu sehen. In einer herausragenden Nebenrolle befand sich unter anderem auch der “War Doctor” John Hurt. 

Vorab – vergesst einfach alles, was ihr über Vampirfilme gelernt habt. Vergesst wirklich alles (es sei denn ihr habt “Die Weisheit der Krokodile” gesehen. Das braucht ihr nicht vergessen.), denn Only Lovers Left Alive ist kein klassischer Vampirfilm mit Gruselfaktor, anziehenden Frauenverführern und dämonischen Höllenweibern. Only Lovers Left Alive ist im Grunde die Geschichte zweier Vampire die bereits seit Jahrhunderten zusammen sind und sich nicht mehr viel mit Menschen beschäftigen möchten. Während Adam (Tom Hiddleston) zurückgezogen in seiner Retro-Welt lebt, alte Instrumente sammelt und sich an die Zeit mit Lord Byron und Mary Shelley zurückerinnert, lebt Eve (Tilda Swinton) im hier und jetzt – auch wenn sie von der westlichen Welt Abstand genommen hat und in Marokko residiert.

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Beide führen eine funktionierende Fernbeziehung, doch Adam wird immer depressiver. Je mehr er sich mit Menschen – er nennt sie Zombies – beschäftigen muss, desto größer wird sein Hass auf die Welt und die Menschheit. Seines Erachtens haben die Menschen alles mit Füßen getreten, was sie weiter gebracht hätte. Sie seien einfach hirnlose Zombies, die nicht wissen was gut für sie ist.

Eve ist nicht ganz so negativ. Sie umarmt die modernen Errungenschaften der Welt und zieht Adam mit seiner Retroleidenschaft hier und da sogar ein bisschen auf.

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Als sie in einem Gespräch bemerkt, dass er depressiver als sonst ist, macht sie sich auf die lange Reise ins halb verlassene Detroit, wo Adam zurückgezogen lebt und seine depressive Musik macht. Von ihrem Freund und Mitvampir Christopher Marlowe wird sie noch gewarnt, dass er einen schlimmen Traum hatte, dass ihre Schwester Ava zurückkehren wird und dass er Angst um sie habe. Auch wenn Eve ihn zu beruhigen versucht, Ava taucht wirklich auf und bringt das Leben der beiden entschleunigten Liebenden gehörig durcheinander.

Eindrücke aus dem Film

Der Film ist in seiner Erzählweise sehr langsam. Die Macher haben sich eher an effektvollen Szenenbildern festgehalten, als die Erzählgeschwindigkeit voranzutreiben. Eigentlich passiert in dem Film nämlich nicht besonders viel. Jedoch wird durch die langsame Erzählgeschwindigkeit, die zudem durch zahlreiche depressive Musikeinlagen und Zeitlupenaufnahmen verstärkt wird, eine sehr bedrückende Stimmung aufgebaut. Auch wenn beide Vampire in einer gewissen Weise außerordentlich schön wirken, ist an ihnen nichts Anziehendes. Sie wirken interessant in ihrer menschlichen Ferne und dem gegenüber steht ihre ganze menschliche Verletzlichkeit, Depressionen, Selbsthass aber auch Liebe und Freude.

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 Yay oder Nej?

Wie soll man einen Film wie diesen einschätzen? Für wen ist er geeignet. Wer einen spannenden und unterhaltsamen Filmeabend haben will, sollte diesen Film von seiner Liste streichen, denn er wird die Stimmung schon in den ersten 10 Minuten herunterziehen. Wer aber in der Stimmung ist, sich in einen Film hineinsaugen zu lassen, der vornehmlich Emotionen und Bilder statt einer Story vermittelt – so wie es instrumentale Musik – nur eben für die Augen – macht, der sollte sich für Only Lovers Left Alive die Zeit und vor allem die Ruhe nehmen.

Mir persönlich lief er ein wenig zu langsam und ich hätte gern noch mehr Erzähldichte gehabt. Dennoch habe ich den Film von der ersten bis zur letzten Minute genossen.

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Microsoft kauft Minecraft – “It’s not about the money. It’s about my sanity.”

Schaut man sich Dokumentationen und “Homestorys” mit Notch und Mojang an, könnte man denken, dass er den geilsten Job der Welt hat, mit dem man vermutlich gern alt werden würde. Aber um ein Milliarden-Unternehmen zu führen, braucht es einen bestimmten Charakter und viel dickes Fell. Notch wollte raus da und das hatte Konsequenzen. 

Die Gerüchte dazu gab es schon einige Tage lang. Gestern dann die Bestätigung. Microsoft kauft Mojang und damit auch Minecraft für 2,5 Milliarden US-Dollar.

Die Meldung wurde in der Community mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen. Zuerst war die Ablehnung vorherrschend. Notch wurde als geldgeil betitelt, als Verräter und viele sahen den Tod von Minecraft voraus.

Notch möchte ein ruhiges Leben

Nach einer Stellungnahme von Notch selbst – die sein Blog zeitweise zusammenbrechen ließ – erklärte er sich. Er selbst habe sich nie als Spieleentwickler gesehen, sondern habe das alles nur aus Spaß gemacht. Er habe in den letzten Monaten selbst nur noch im Büro gesessen und herumexperimentiert, während andere wirklich gearbeitet haben. Die Leitung von Minecraft hatte sowieso schon länger Jeb und nicht mehr Notch selbst.  Für ihn ist der Verkauf und das Verlassen der Firma ein Neuanfang. Die Verantwortung abgeben und wieder leben.

Schon in der Reportage über Minecraft konnte man sehen, dass Notch eher introvertiert ist und mit der Aufmerksamkeit, die seine Person erregt, kaum umgehen kann. Er ist zu einer Ikone der Indie-Spielebewegung emporgestiegen und er fühlte sich in dieser Rolle nicht sonderlich wohl.

Unklare Zukunft

Sich komplett aus der Branche zurückzuziehen und wieder in den Hintergrund zu verschwinden ist in meinen Augen das Beste, das er für sich und seine Gesundheit tun kann. Finanziell sollte er ausgesorgt haben und kann sich nun ein ruhiges Leben fernab irgendwelcher Verpflichtungen machen. Dazu kann er weiter herumexperimentieren und Programmieren wie er lustig ist.

Wie es jetzt mit Minecraft und den anderen Mojang-Projekten weitergeht, bleibt abzuwarten. Trotz allem bleibt nur eine Sache zu sagen.

Danke Notch und danke Mojang.

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Die Sims 4 – Lasst uns mal ganz unaufgeregt sprechen

Im Vorfeld zur Veröffentlichung von Sims 4 wurde ja schon gepoltert und sich geärgert, wie fürchterlich doch dieser Teil sein müsste. Wie wenig er an die vorherigen Teile anknüpfen würde und es wurde bereits das 890574320ste Mal EA für tot erklärt. Aber wie würde ich das Spiel nun nach gut 20 Stunden Spielzeit bewerten? Eine etwas unaufgeregtere Sichtweise. 

Ich gehe nicht mit einem romantisch – verklärten Blick an die Sims. Ich habe jeden Teil für den PC gespielt und habe mich sogar einige Stunden durch die Playstation 2 Version gequält. Ich erinnere mich an Bugs, Ladezeiten, bei denen man sich schnell noch einen Kaffee kochen konnte und viele Spielabstürze und verlorene Spielstände. Mit jedem Add-On verschlimmerte sich dies und wer jetzt die kostenlose Sims 2 Version inklusive aller Add Ons von Origins geschenkt bekommen hat,  steht einem kaputten und langsamen Spiel gegenüber, das zur heutigen Zeit verrissen werden würde.

Sims 4 hingegen läuft. Ich entdecke zwar dennoch ab und an ein paar Ungereimtheiten, Feinheiten, die ausgebügelt werden müssten – aber im Großen und Ganzen ist die Performance viel besser als bei den Vorgängern.

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EA or not EA that is not the question

Ich bin keine EA-Haterin oder -Fangirl. Ich denke man muss die Spiele fernab einer Firmenpolitik betrachten können. EA hat einige gute Titel und einige nicht so gute. Aber um ein Spiel zu bewerten, sollte man schon auf das Spiel schauen und nicht auf den, der das Spiel herausgebracht hat.

Die Erstellung

Die Erstellung des Sims wirkt weniger komplex als bei den Vorgängern. Vermutlich weil die Fülle an Schiebereglern fehlt und man stattdessen an den Sims selbst herumzieht und zerrt. Die Idee dahinter habe ich begriffen. Nur irgendwie fehlen mir die Regler von Zeit zu Zeit schon, denn das Rumgezerre ist perspektivisch abhängig und ich empfinde es nicht ganz so intuitiv, wie es vermutlich gedacht war.

Die Auswahl der Kleidung empfinde ich als etwas knapp. Nicht wegen der Menge an sich, sondern wegen der vorhandenen Auswahl. Während in den anderen Teilen die Kleidung für die typischsten Subkulturen vorhanden waren, findet man diese jetzt kaum wieder. Stattdessen gibts eine Reihe aktueller Mode und lustige “Funklamotten”, die im Alltag vermutlich doch eher ungeeignet sind.

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Genauso sieht es mit den Frisuren aus. Da man selbst nicht dran herumwerkeln kann, sind die Frisuren an sich etwas knapp bemessen – Besonders ungünstig – für Männer gibt es exakt eine Langhaarfrisur. Mehrere Charaktere mit der gleichen Frisur sehen zwangsläufig wie Zwillinge aus.  Hier hätte ich mir schon im Basis-Spiel eine bessere Auswahl gewünscht.

Ich vermute sehr viel wird man nachmodden können – den entsprechenden Punkt habe ich im Menü schon gefunden. Man muss den Moddern aber auch noch die Zeit geben, sich einzuarbeiten und Inhalte zu erstellen.

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Große Emotionen

Die Emotionen sind es aber, die Sims 4 von Sims 3 und den Vorgängern unterscheidet. Zwar konnten sich die Sims schon immer gut und schlecht fühlen, aber das war eher in den Abstufungen eines Schadensmodells eines Autorennspiels. Jetzt können die Sims verschiedene Gefühlsregungen haben und danach dann Dinge besser oder schlechter verrichten.

Ziel ist es – so banal es klingt – die Gefühle der Sims so zu manipulieren, dass sie das, was sie erledigen sollen, schneller schaffen. Inspirierte Sims können zum Beispiel schneller kreative Arbeiten erledigen, während kokette Sims besser flirten und verspielte Sims soziale Kontakte spielend leicht aufbauen können. Man kann seinen Sims durch die Charaktererstellung aber auch gleichzeitig Neigungen zu bestimmten Gefühlsregungen geben. So sind romatische Sims, wenn sie glücklich sind, öfter kokett als andere. Musiker und Autoren fühlen sich häufiger inspiriert.

Die Manipulation der Emotionen ist aber nicht so komplex, wie man vielleicht vermuten würde. Eine nachdenkliche Dusche reicht schon, um inspiriert zu werden. Ein Schaumbad und der Sim zeigt sich als besonders verspielt. Zu beachten ist, dass gerade alltägliche und wichtige Aufgaben die Laune des Sims schnell nach unten ziehen. Von daher sollte man immer für genug Action sorgen.

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Pseudo-Open World, Sammelkram

Auf die Open World vom dritten Teil hat man verzichtet – Gott sei dank. Durch die Stadt zu reisen – ohne Auto. Konnte man sich nur an einem freien Tag leisten, weil man erstmal 5 Minuten unterwegs war und dann am Ziel angekommen alle Bedürfnisse wieder auf dunkelorange vorfand. Davon abgesehen – Wenn das Spiel denn dann endlich lud, fand man sich 5 Minuten auf den Bildschirm starrend wieder, ging alte Kassenbons durch, schrieb ein paar Geburtstagskarten, prüfte das Haushaltsbuch…. bis das Spiel dann endlich einmal spielbar war. Stattdessen hat man nun eine Kombination aus frei begehbarem Stadtviertel, bereisbaren Nachbarvierteln und Nachbarhäusern. So geht man also nicht mehr zu den Nachbarn und klopft einfach, sondern man reist zum Haus nebenan und bekommt sogar angezeigt, ob diese zuhaus sind oder nicht.

Etwas, das für mich in gewisser Weise wieder sehr obsolet ist – genau wie in Sims 3 – ist das Gärtner und das Sammeln von Gegenständen und Tieren in der Welt. Zum einen  - wer hat dafür denn bitte die Zeit? Ich rekapituliere ja meist schon wenn ich meine Sims gut genährt, geduscht und halbwegs sozialkompatibel halten will. Aber offensichtlich mochten die Spieler dieses Feature im dritten Teil so gern, dass man darauf nicht verzichten konnte.

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Sims 4 ist der Anfang

EAs Strategie, Spiele als erweiterbare Basisspiele auszuliefern, die nach und nach erweitert werden, setzt sich hier konsequent fort. Sims 4 ist kein schlechtes Spiel und macht auch ohne irgendwelche Add Ons furchtbar viel Spaß. Sims 4 ist aber auch nicht so umfangreich wie die Vorgänger und macht das nachträgliche Modden beinahe schon zur Pflicht.

Ohne die Möglichkeit zur Erweiterung des Spiels – und momentan fehlt es noch an diesen Mods – kann man eigentlich kaum ein wirklich objektives Urteil abgeben. Mein Urteil würde also eher in die Richtung “I see what you did there” fallen. Ich habe also begriffen, was EA mit Sims 4 vor hat. Ich werde aber abwarten müssen, inwiefern die Mods die Kritikpunkte, die ich oben angeführt habe, ausmerzen können.

Wenn ihr euch selbst ein Urteil zum Spiel machen möchtet, schaut doch in mein Let’s Play zu “Die Sims 4″ rein. Hier veröffentliche ich pro Tag eine neue Folge aus dem Leben meines Sims, ihrer Freunde und Nachbarn. Zuschauerkommentare und Vorschläge nehm ich sehr gern entgegen. 

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Jahrelang nicht mehr als ‘ne Klickstrecke wert – Über Frauen in der Gaming-Presse

Nach meinem letzten Artikel meldeten sich viele Leute zu Wort. 99% davon Männer, die der Meinung waren, mich zurechtweisen zu müssen, wie ich als Frau eine bestimmte Situation zu werten hätte. Danke dafür – das zeigt, dass Sarkeesian nicht mit allem Unrecht hatte. Davon abgesehen fand ich mich in vielen Diskussionen wieder, die versuchten die Fragen zu beantworten, wieso Frauen in der Branche eigentlich so selten sind und wieso sie so labil sind, die Branche zu verlassen, wenn sie eine polarisierende Meinung vertreten. Das fragt ihr euch wirklich? 

Ich bin in einem reinen Frauenhaushalt groß geworden. Das bedeutet, ich habe ziemlich gute Nerven. Ich habe in der Vergangenheit in meiner “Bloggerkarriere” schon so einiges mitbekommen. Drohungen, meine Tiere zu vergiften, Drohungen, mir aufzulauern, Beleidigungen gegen mich, meine Freunde, meine Familie und gegen so ziemlich jeden der mich kennt. Ich hätte 1000 Gründe gehabt, das Ganze hier an den Nagel zu hängen, aber ich habs nicht gemacht, weil ich was zu sagen habe und das ist wichtiger als ich und meine Befindlichkeiten. Das ist vor allem wichtiger als die Alleingänge irgendwelcher asozialen Egogänger.

Gewalt, Trolling = keine Argumente

Sie wollen psychische Gewalt ausüben, weil sie keine Argumente haben. Sie wollen Menschen einschüchtern, weil sie keine Argumente haben. Für sie ist die Macht über einen anderen Menschen wichtiger als das Thema, um das es geht. Das Ganze funktioniert aber nur dann, wenn man es zulässt. Wenn ich zulasse dass jemand Macht über mich hat. Und das lasse ich nicht. Wie gesagt, ich bin in einem Frauenhaushalt groß geworden und kein Mann kann schlimmer sein, als ein kompletter Haushalt voller PMS.

Immer wenn ich eine polarisierende Meinung vertrete und diese in einem Artikel veröffentliche, bekomme ich ungefähr diese Reaktionen. Am ersten Tag gibt es eigentlich nur Zustimmung. Diese kommt meist aber nicht direkt. Ich bekomme sie als DM. als Mail und selten über soziale Netzwerke als Kommentar. Zustimmung gibt es meistens nicht öffentlich. In vielen Fällen aus Angst. 2-3 Tage später (wenn der Artikel vermutlich ausgedruckt und verteilt wurde, denn anders kann ich mir diese starke Verzögerung nicht erklären) kommen die Leute, die nicht nur den Artikel, sondern meine komplette Existenz in Frage stellen. In ihren kleinen Büros sitzend (in denen sie eigentlich arbeiten müssten), wettern sie einige Stunden darüber, wie dumm, krank oder beeinflusst ich sein muss, um diese Meinung zu vertreten, die ich vertrete. (Lustigerweise meistens Männer) Einen Tag drauf ist der Spuk wieder vorbei. Alle gehen ihrer Wege und an den Artikel erinnert sich kaum einer mehr.

Du dumme Feministin, du dumme Antifeministin, du dumme…. was warst du noch gleich?

Interessanterweise habe ich mit meinem letzten Artikel nicht nur Feministinnen vor den Kopf geschlagen, sondern gleichzeitig diejenigen, die Feminismus ablehnen. Keine Ahnung ob ich damit jetzt ein Archievement unlocked habe, aber wenn dem so ist, dann war das eines von denen, die man wirklich nur sehr selten bekommt.

Gleichzeitig habe ich noch mit Menschen geredet, die die Sache sehr ähnlich wie ich sehen – und das sind eigentlich die erfreulichsten Momente überhaupt, denn das zeigt mir, dass nicht jeder blind irgendeiner Ideologie hinterher rennt, sondern versuchen sich überall das herauszupicken, von dem sie denken, dass es sie irgendwie weiterbringt – und genauso sehe ich das.

“Wieso bist du eigentlich keine Feministin” – “Wieso nennst du dich nicht gleich Antifeministin?” sind beides Fragen, die immer wieder kommen. Ich werde mich in keine Schublade stecken, weil ich mich nicht damit wohlfühle. Ich habe bei jeder Bewegung mehr Kritikpunkte als Zustimmung. Ich will meine Meinung nicht von einer Bewegung abhängig machen. Ich bin keine Feministin, weil “Feminismus” ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Strömungen ist. Einige finde ich, sind eine gute Idee. Einige lehne ich sogar komplett ab. Einige haben zwar ein paar gute Ideen, versuchen diese aber für meinen Geschmack zu radikal durchzusetzen. Daher betrachte ich jede Idee und jede Lösung losgelöst von ihrer Strömung und bewerte sie danach. Das ist langfristig viel verständlicher für alle, die sich nicht in die Feminismustheorien einlesen wollen und können. Kurz: Nur weil ich Karnickel mag muss ich keinem Karnickelverein beitreten.

Frauen im Gaming != Frauen in der Gaming-Branche

Wenn ich darüber rede, wie Frauen in der Gaming-Community angenommen werden, dann kann ich dies nicht nur aus eigener Erfahrung tun, sondern auch aus Gesprächen mit anderen Gamerinnen. Vor allem sehe ich starke Unterschiede darin, ob man als Frau hobbymäßig mit dem Gaming zu tun hat oder ob Frauen in der Branche – also da wo es um Geld geht – sind.

Ich sehe da schon sehr starke Unterschiede. In der Gaming-Presse waren Frauen jahrelang nicht mehr wert als die Klickstrecken, der heißesten Gamerin, der heißesten Cosplayerin oder der heißesten Whatever. Frauen als Redakteurinnen haben es deswegen vor allem im Gaming umso schwerer. Wie soll man sich in dieser Umgebung wohl und respektiert fühlen? Selbst heute schafft ein Großteil der Presse nicht, normal über zockende Frauen zu berichten, obwohl es das normalste der Welt ist.

Bei den Technikblogs wars damals das “Gina Lisa Phänomen”. Als sie bei ihrem Walk bei Germanys Next Top Model mehr sehen ließ, als sie sollte, berichteten viele Techblogs darüber und bekamen an dem Tag ziemlich viele Klicks. Monatelang war genau dieser Suchbegriff immer noch der meistgesuchte in den Blogs.

Während gerade in der Gaming Community Frauen auch über MMOs hinaus anerkannt sind, berichtet die Presse darüber immer noch, als sei es ein Phänomen, wie eine Ufo-Sichtung oder ein Einhorn. Ich kenne hingegen fast keine Zockergruppe, in denen keine Frauen sind. Bei uns sind es drei Frauen, die sowohl gern Shooter, als auch gern MMOs spielen. Frauen sind keine Ufo-Sichtungen und Einhörner. Sie sind normal.

Vielleicht ist es für die Presse genau deswegen ein Phänomen, weil SIE es jahrzehntelang ausgeblendet haben. Die Presse dachte, wenn sie über etwas nicht berichten, dann gibt es das auch nicht und jetzt sehen sie sich einer heterogenen Community gegenüber, die sich nicht skandalisieren lassen will. Und was passiert? Es wird die Echtheit der zockenden Frauen bezweifelt. Ganz groß.

Keine Ahnung, aber ne Meinung

Eine Diskussion mit Anke Domscheit-Berg auf Twitter empfand ich hierbei sehr aufschlussreich. Meine Meinung zu ihr als Person hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark gewandelt. Bevor sie zu den Piraten ging, habe ich sie als sehr meinungsstarke und vor allem geerdete Frau erlebt, die nur über Dinge redet, von denen sie auch weiß, dass sie Ahnung hat. Seit den Piraten hat sich das geändert und ich habe mittlerweile große Probleme mich mit ihr zu identifizieren. Sie wirkt ausgebrannt und gebrochen. Ich weiß nicht ob die Politik oder die Partei das mit ihr gemacht hat, aber es ist traurig sie so zu sehen. Ich möchte an meiner Meinung über sie nicht das Gesagte bewerten, sondern nur erklären, wieso ich denke, dass sie genau das macht, was der Gaming-Community schadet.

Ihrer Meinung nach sind die übersexualisierten und männerzentrierten Spiele das Problem. Sie vertritt hier eine ähnliche Meinung wie Sarkeesian. Sie ist leider auch der Meinung dass es wichtiger sei, derzeit das “Problem” anzuprangern statt Alternativen zu fördern. Ihrer Meinung nach müsse man das Problem erst in der Tiefe diskutieren, bevor man eine Lösung suchen kann. (sucht einfach mal in ihrem und meinem Twitter-Verlauf nach dem Gespräch, das wir am 7. September führten)

Diese Einstellung vertritt nicht nur sie, sondern viele die derzeit Games kritisieren. Und wenn ihr diese Argumentation einseitig findet, dann bin ich ganz bei euch, denn genauso geht es mir ebenfalls.

Es ist nicht so, als seien Games an sich ein frauenverachtendes Medium. Keineswegs. Aber hier kommen wir wieder auf die Arbeitsweise von Sarkeesian zurück. Sie hatte schon vor ihrer Videoreihe eine Meinung über Videospiele. Zum einen mochte sie Gaming nicht und zum anderen hielt sie Gaming für eine frauenverachtende Männerdomäne. Als sie ihre Videoreihe machte, war das Ziel nicht “Ich schaue mir Videogames an und bilde mir dann eine Meinung” sondern “Ich habe eine Meinung und suche nun so lang nach Beweisen, bis ich diese Meinung belegen kann.” Bei der Fülle an Videospielen, kann man allerdings so gut wie jede These, die man mitbringt belegen.

Übertragen wir diese Arbeitsweise einmal auf Filme, so könnte Sarkeesian Pornofilme dazu nutzen, um zu beweisen, dass die Filmindustrie als Ganzes übersexualisiert sei. Doch was sagt ein Pornofilm über die Qualität einer Dokumentation über Eichhörnchen aus?

- Genauso könnte sie Rap-Musik als Beweis nehmen, wieso Musik immer gewaltintensivere Texte habe. Doch was sagt Rap-Musik über die Qualität seichter Popmusik aus.

Genauso könnte sie den Hustler als Beweis dafür nehmen, dass uns das Lesen zu frauenfeindlichen Monstern macht. Aber was sagt der Inhalt des Hustlers darüber aus, was in einem Kinderbuch steht?

Um Gaming in seiner Fülle bewerten zu können braucht es eben mehr als nur ein paar Filmausschnitte, die man sich von YouTubern zusammenstibitzt hat. Es braucht Jahre, um überhaupt die Spielelandschaft als Ganzes zu erfahren und zu bewerten. Auch wenn ich mit Konsolenspiele groß geworden bin und erst seit 3-4 Jahren wieder aktiv spiele, fühle ich mich häufig immer noch nicht wirklich in der Lage über Computerspiele angemessen zu sprechen oder zu urteilen, weil ich eben sehr wenig gespielt habe, bevor ich wieder aktiv anfing.

Und hier kommen wir zu dem großen Problem. Die Leute, die derzeit Gaming verurteilen, haben ihr Wissen von denen, die darüber urteilen ohne jemals wirklich aktiv gespielt zu haben oder ohne mit anderen zusammen gezockt zu haben. Wissen aus 2., 3. oder 4. Hand ist nie gut, vor allem wenn man danach nicht selbst recherchierend tätig wird.

Das Gespräch mit Anke Domscheit-Berg hat mir gezeigt – hier reden Leute über ein Medium, für die Gaming selbst ein Buch mit sieben Siegeln ist. Sie kennen die Feminist Frequency Videos. Sie kennen die herausgepickten Szenen, aber sie haben selbst nie eines dieser Spiele gespielt. Sie haben vermutlich auch nie die positiven Gefühle erlebt, wenn man sich mit einer Gruppe Freunde durch eine Horde virtueller Monster prügelt. Sie haben es nie erlebt, wenn sie in einem Adventure die seltsamsten Dinge kombinieren und nach stundenlangem Gefluche in der Geschichte weiterkommen, weil sie für sowas einfach keine Zeit hatten. Sie haben andere Dinge gemacht. Dinge, die in ihren Augen sinnvoller waren. Und jetzt stehen sie hier und wollen uns erzählen, dass unsere Interessen und Leidenschaften falsch sind.

In der Presse sind Spiele ein Geschäft – keine Leidenschaft

Die Presse macht mit, weil man auch in der Gamingpresse kaum mehr dazu kommt die Spiele zu spielen über die man redet oder schreibt. Zwar gibt es vorab oft Presseexemplare der Spiele, aber die Leser wollen die Artikel noch vor Release lesen – spätestens aber zum Release. Wie sollen Redakteure eine differenzierte Meinung abgeben? Wenn es um Spieletests geht, so wird die Zeit in der die Spiele gespielt werden, oft nicht bezahlt. Das heißt Redakteure quälen sich in ihrer Freizeit schnell durch die Spiele durch (wenn überhaupt) und hoffen dann noch genug Zeit zu haben, über diese Spiele angemessen zu schreiben.

Meistens werden die Artikel dann mit technischen Beschreibungen gefüllt statt mit Bewertungen der Storytiefe. Es wird die Grafik gelobt, die Synchronsprecher, die detaillierten Figuren, der Soundtrack. Über all die Dinge kann man seitenfüllend schreiben, ohne das Spiel nur eine Stunde gespielt zu haben.  Wenn Spielen zum Geschäft wird, dann wird kostensparend gehandelt. Und Zeit ist Geld.

Es gibt natürlich auch positive Beispiele. Publikationen im Print-Bereich haben häufig mehr Zeit – aber auch hier merkt man langsam, dass diese der Aktualität des Online-Mediums nicht gewachsen sind. Man muss über die großen, gehypten Spiele berichten, weil man sonst keine Exemplare mehr verkaufen kann.

Frauen sind mehr als eine Klickstrecke wert

Unter #notyourshield meldeten sich viele Frauen aus der Community. Die Reaktion darauf war, dass von allen Seiten behauptet wurde, dass sie nicht existieren. Dass sie nicht echt sein können und dass es vermutlich Fake-Accounts irgendwelcher Männer seien.

Und genau so hat uns die Presse jahrelang dargestellt. Nichtexistent als Gamer – Nur existent als leichtbekleidete Models für eine Klickstrecke. Klickstrecken, die viel Geld von Werbekunden abknöpften.

Aber es gibt uns. Ob ihr das nun sehen wollt oder nicht. Ihr könnt weiterhin unsere Existenz leugnen und uns als gut gemachte “Sockenpuppen” irgendwelcher 4Chan-User bezeichnen, aber das ändert nichts daran, dass wir trotzdem hier sind und auch weiter darauf hinweisen werden. Gamerinnen sind mehr als nur eine Klickstrecke wert. In der Community sind sie schon lang existent und schon lang anerkannt. Im E-Sport gibt es schon seit Ewigkeiten Frauenteams. Und wenn ihr Frauen in der Community fördern wollt, dann tut das. Fördert nicht nur Frauen, die das sagen, was ihr hören wollt – die euch angenehm sind. Fördert Frauen in ihrer Gesamtheit – steht für Meinungsfreiheit und eine angstfreie Umgebung ein. Nur dann kann ich euch auch abkaufen, dass ihr es ernst meint und nicht nur Feminismus vorschiebt, um euch in einem besseren Licht darstehen zu lassen.

 (Die Videos im Artikel vereinen verschiedene Meinungen zum Feminismus von Frauen aus der Gaming-Branche oder auch aus der Gaming-Community. Ich habe hier absichtlich einmal keine männlichen Protagonisten gewählt, da ich dem Vorurteil entgegen wirken wollte, es würde keine Frauen geben, die widersprechen – oder sie seien alle Fake oder Sockenpuppen. Ich stimme nicht mit allen Videos überein, denke aber, jedem sollte Gehör geschenkt werden.) 

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Nein Anita, nein wirklich nicht – Gamer wehren sich unter #NotYourShield

Und so trug es sich zu, dass der Gamer, dessen einzig Begehr es war, seiner Liebe zu Computerspielen zu frönen, auf einmal gejagt wurde, weil er das edle Fräulein Prinzessin beleidigt zu haben schien. Und weil der Gamer im Königreich keinen hohen Ruf genoss, kamen sie mit den Mistgabeln ihn zu jagen und auf den Scheiterhaufen zu werfen. 

Das ist vermutlich das schlechteste Märchen der Welt. Ähnlich schlecht wie das was derzeit in der Journaille vor sich geht. Ähnlich schlecht was derzeit über die Gamer im Allgemeinen hereinbricht. Eine Flut erhobener Zeigefinger. Eine Flut an Beleidigungen und der Plan, Gamer noch weiter ins Abseits zu drängen.

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Man gehe auf die Straße und frage Menschen, was sie zum Thema Gamer so wissen. Was werden wir wohl hören? Männer, Killerspieler, keine Sozialkontakte, nie eine Freundin gehabt, übergewichtig, faul, ungewaschen…

Man könnte so weitermachen. Zusammengefasst könnte man also sagen, dass das Ansehen des Gamers schon seit langer Zeit beschmutzt ist. Gegen diese Stigmatisierung wehren sich Gamer auch schon seit ebenso langer Zeit. Es werden Proteste gegen jeden Artikel laut, der nur das Wort “Killerspiel” verwendet. Jedes Mal, wenn Gamer in ein schlechtes Licht gerückt werden, tut man sich zusammen und versucht das Bild positiv zu prägen. Man versucht Menschen, die dieses Hobby nicht teilen, verständlich zu machen, dass man ein ganz normaler Mensch ist, der eigentlich einfach nur Spiele spielt.

#NotYourShield

Und nun trägt es sich zu das einem der wohl anerkanntesten Gaming-YouTuber (ein weißer heterosexueller Mann) der Kragen platzt – und nicht nur ihm. Boogie2988 stört es genau wie viele andere auch, dass nun nicht nur vereinzelte Menschen auf die Gamer als Gruppe einprügeln, sondern auch die Medien – die Gamingmedien. Blogs und Magazine die EIGENTLICH auf der Seite der Gamer stehen. Die EIGENTLICH die Sicht der Gamer kennen sollten und die EIGENTLICH wissen sollten dass die Communtiy so vielfältig ist, dass man wohl kaum von einem frauenhassenden und rassistischen Haufen geifernder weißer Hetero-Männer sprechen kann.

Er ruft auf unter #NotYourShield auf, dem eigenen Frust Luft zu machen. Startet sogar eine Petition, um der Presse zu zeigen “Ich bin Gamer und benutzt mich nicht für eure billige Propaganda.” Und es funktioniert. Innerhalb kürzester Zeit melden sich zahlreiche Männer und Frauen, die genau diese Meinung vertreten. Sie sagen wer sie sind, und wieso sie zocken  und nicht der Vorwand sein wollen, wegen dem die Industrie zerstört wird.

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Das Abartige daran ist, dass genau diesen nun unterstellt wird, nicht real zu sein. Dass die Accounts ja nur Sockenpuppen verschiedener 4Chan-User seien. Als hätten Frauen keine eigene Meinung oder als hätten sie den Frauenhass schon so verinnerlicht, dass er ihnen gar nicht mehr auffällt.

Das sind nur wenige der zahlreichen Beiträge die es zu #NotYourShield gibt. Aber sie zeigen nicht nur sehr eindringlich, dass die Gaming-Community auch in diesem Versuch, sie zu diskreditieren, zusammensteht. Sie zeigen auch wie vielfältig Gaming ist. Sie zeigen wie vielfältig Gamer sind.

 

Sie zeigen, dass Gamer nicht nur aus allen Einkommensschichten kommen, sondern auch aus allen Nationalitäten und dass sie vor allem so unterschiedlich sind, wie sie nur sein können.

Es gibt “Bad Apples”

Da Gamer nur deswegen Gamer sind weil sie die gemeinsame Vorliebe für Videospiele haben, kann man Gamer nicht als gleichgesinnte Gruppe verallgemeinern. Nur ein einziges Hobby gemeinsam zu haben, macht eine Gruppe nicht homogen. Es wird – wie es auch außerhalb von Gruppen der Fall ist – immer Idioten geben, die dumme Sprüche reißen. Die vielleicht sogar Frauen hassen. Die gibt es aber auch unter Ärzten, Kindergärtnern und Handyverkäufern. Niemand würde auf die Idee kommen, deren Ansichten auf die komplette Gruppe zu generalisieren.

Die Gaming-Community ist aber stark und selbstbewusst. Unter #NotYourShield kann man sehen wie stark und wie selbstbewusst. Schon immer war sie in der Lage, die Bad Apples auszusortieren. Denn Gaming soll Spaß machen und das macht es nur mit den richtigen Leuten.

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Es ist unsere Verantwortung, diesen Bad Apples kein Gehör zu schenken. Ihnen keine Plattform zu geben und zu sagen, dass sie und ihre Ansichten nicht willkommen sind. Aber das ist nicht nur unsere Verantwortung als Gamer sondern als Menschen.

Dreckiges Marketing

Aber wieso funktioniert es? Wieso kann man Gamer so leicht diskreditieren? Das ist ganz einfach. Der Ruf der Computerspiele liebenden Menschen ist so oder so angekratzt. Als potentielle Amokläufer sind wir bereits in die Medien eingegangen. Als ungewaschene Nerd stellte uns noch vor wenigen Jahren ein großer Fernsehsender dar. Bei Schießereien und ähnlichen Vorfällen wird immer wieder herausgekramt, welche Computerspiele der Täter spielte und daraus werden die großen Geschichten gemacht.

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Gamer sind das alles gewohnt. Sie kennen das Gefühl von der Gesellschaft verstoßen, verletzt und nicht respektiert zu werden. Wieso sollte eine Frau Sarkeesian und eine Reihe Reporter da noch eine Rolle spielen?

Sie spielen eine Rolle, weil der Buzz, den sie verursachen ein anderer ist. Weil Frau Sarkeesian es perfektioniert hat ihre Internetauftritte und Handlungen so in den Mittelpunkt zu stellen, dass es jeder mitbekommt. Gleichzeitig schafft sie es, jeden gegen sich zu sehen, der nicht für sie ist. Der nicht bedingungslos für sie ist. Das lässt die Emotionen hochkochen. Und Gamingpresse, die sowieso schon einen schlechten Ruf hat, hofft dann, wenn sie mit bedingungsloser Unterstützung hinter ihr steht, ihren Ruf zu wahren.

Aber Frau Sarkeesian kommt nicht, um die Videospielindustrie zu retten. Síe kommt nicht, um Gamer zu retten. Sie hat sich einfach nur ein passendes Themenfeld gesucht, das vorher noch nicht mit feministischen Themen besetzt war – weil Frauenhass kein Thema war. Gamer hassen keine Frauen. Und da Gamer sowieso keinen guten Ruf genießen ist es nicht schwer den Leuten das zu präsentieren, was sie hören wollen. Sie wissen, dass Gamer schlechte Menschen sein müssen, aber ihnen fehlte eine Galionsfigur, die dies mit halbgaren Mitteln beweist. Deswegen müssen ihre Videos auch nicht gut und 100% richtig sein. Das interessiert niemanden, denn die Leute glauben das, was sie glauben wollen und finden sie Fehler, schauen sie drüber hinweg, weil es ja “für die gute Sache” ist.

Und hier wird jetzt gewildert. Mit allen Mitteln. Und während die Presse nickend daneben steht, denn eine Frau, die scheinbar bedroht wird, muss ja immer mit allem Recht haben, wehren sich die Gamer, denn hier soll etwas zerstört werden, mit dem sie sich identifizieren.

Gegen Hass und Gewalt

Fast kein Gamer (Bad Apples gibts überall) wird ein Problem damit haben, sich von Hass und Drohungen zu distanzieren. Viele Gamer haben aber ein Problem damit, wenn das Handeln einiger weniger, die in den Mittelpunkt gestellt wird und auf eine komplette Gruppe übertragen wird, weil das unfair ist. Es stellt die Tatsachen falsch dar. Natürlich unterstreichen Hasskommentare Sarkeesians Theorie, aber das darf nicht der Grund sein, eine überwältigende Masse an konstruktiver Kritik auszublenden, als würde sie nicht existieren.

Hass, Gewalt und Drohungen sind hier nicht das Thema. Das Thema ist, wie können Gamer es schaffen zu demonstrieren, dass sie Menschen sind, die einfach nur Computerspiele mögen? Da männliche Meinungen – mögen sie noch so hilfreich sein – nicht ernst genommen werden, ist es umso wichtiger, dass wir Frauen uns melden. Wir, die zockenden Frauen, die angeblich kaum existieren, die angeblich furchtbare Erfahrungen im Gaming gemacht haben, die ständig bedroht werden müssten.

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Wir müssen unsere Stimme erheben und neben unseren männlichen Gamer-Freunden sagen “Wir sind Gamer und wir hassen nicht. Wir lieben einfach nur Computerspiele.” Und das sage ich hiermit. Hört auf Computerspiele und Gamer als etwas Negatives darzustellen, denn Gaming ist etwas, dass mit sozialer Interaktion, mit Ablenkung vom schlimmen Alltag und Freundschaft zu tun hat und nichts mit dem, was ihr in euren kleinen Büros für euch konstruiert.

Zwei sehr unterschiedliche, weiterführende Artikel

#NotYourShield und Petition

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LUCY (In the sky with diamonds)

Ich sitze hier mit der Röhre Chips, die eigentlich viel zu teuer sind, aber die man sich eben im Kino kauft und sinniere noch ein wenig darüber, was ich da gerade gesehen habe. Ich war in unserem lokalen Kino und habe mir LUCY angeschaut. Ein Film, der polarisiert. Der entweder Fragen aufwirft oder einfach nur verwirrt.

Lucy (Scalett Johansson) ist eine junges Partymädchen, die sich nicht viel Gedanken um ihr Leben macht. Sie will feiern, ihre Prüfungen im Austauschsemester machen und etwas erleben. Der schmierige Richard (Pilou Asbæk), mit dem sie seit einer Woche ausgeht, verwickelt sie in ein schmieriges Drogengeschäft das ihr Leben grundlegend verändern wird.

Sie soll für ihn eine Drogenlieferung abgeben und bekommt durch einen Unfall eine hohe Dosis der neuen Droge “CPH4″ ab. In der Geschichte ist dies ein Stoff, den Schwangere in der sechsten Schwangerschaftswoche bilden sollen, und der dem Fötus einen Energieschub gibt, um das Knochenwachstum anzutreiben. Als Smart-Drug will die koreanischen Drogenmafia den Stoff in Europa etablieren.

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Die Droge in der Überdosis bewirkt in Lucy etwas, das Wissenschaftler schon seit langer Zeit erforschen. Was passiert, wenn ein Mensch auf einmal in der Lage ist mehr als 10% Auslastung des Hirns nutzen zu können. Wie verändern sich seine Emotionen? Wie verändert sich seine Wahrnehmung? Im Laufe des Films steigert sich die Auslastung von Lucys Hirnaktivität. Und niemand weiß, was passiert, wenn sie 100% erreicht. Nicht einmal sie. Aber sie ist sich sicher, dass sie das nicht überleben wird.

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Professor Norman (Morgan Freeman) der sich seine ganze Karriere genau mit dieser Frage und den Thesen drum herum beschäftigt hat, wird von Lucy kontaktiert. Zusammen entwickeln sie einen Plan, was sie mit ihrem Superhirn anstellen können.

Mein Eindruck

Auch wenn die Geschichte in der Zusammenfassung etwas flach erscheinen mag. Die wirkliche Arbeit findet im Kopf der Zuschauer statt. Lucy ist kein Streifen, den mal eben so nebenher schaut. Er vereinnahmt seine Zuschauer wie eine Studienvorlesung. Nur bildgewaltiger und fernab theoretischer Ideen. Der Zuschauer bekommt mit einzelnen Beispielen nur einen Hauch der Idee was möglich wäre. Lucy wirkt wie ein unbesiegbarer Superheld, bis die Droge selbst sie am verletzlichsten macht.

Natürlich handelt es sich bei dem Film um Fiktion, doch die Frage, was passiert, wenn wir unsere komplette Hirnkapazität auf einmal nutzen könnten, bleibt hängen. Was passiert? Wir können zwar ins Tierreich sehen doch können wir nur Vermutungen anstellen, inwiefern sich Beispiele aus dem Tierreich auf den Menschen anwenden lassen.

Lucy macht nachdenklich. Wir reisen durch die Geschichte der Evolution, wir werden an die Grenzen unseres eigenen Vermögens gebracht. Wir werden vor eine, für unseren Verstand unlösbare “Was wäre wenn” Situation gestellt und am Ende bleibt ein Fragezeichen zurück. Und Lucy in the sky with diamonds.

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Empfehlenswert?

Lucy ist kein Film, für den ich einfach eine Ja/Nein Wertung abgeben könnte, denn der Film erfordert von seinem Zuschauer Mitdenken. Neben einer tollen Schauspielleistung der Darsteller gibt es einen Einblick in eine Utopie, die wir vielleicht anstreben aber der wir nicht gewachsen sind. Der Film ist für Nachdenkliche und Wissenschaftsbegeisterte Zuschauer. Wer seichte Unterhaltung sucht, wird Lucy nicht in seiner gänzlichen Tiefe erkennen können. Für mich war Lucy ein Highlight in diesem Jahr.

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Der Fall Zoe – Wir müssen alle noch viel lernen

Das Internet diskutiert über das Ende einer Beziehung zweier Menschen, die sie vermutlich vorher nicht einmal kannten. Im Netz landeten persönliche Nachrichten, Ängste, Träume und Fehler sowie eine Debatte darüber, wie korrupt der Spielejournalismus ist, wenn er gegen sexuelle Gefälligkeiten Vorzugsbehandlung walten lässt. Aber wie viel davon geht uns eigentlich was an? 

Ich habe mich die komplette letzte Nacht und davor mehrere Stunden durch Meinungen gelesen. Ich habe mich auch durch die vom Exfreund aufgesetzte Website und seinen Tumblr gelesen. Ich habe verschiedene Reaktionen der Gaming-Magazine gelesen und auch welche Konsequenzen sie ziehen.

Die meiste Zeit, als ich las hatte ich nur das Gefühl von Mitleid mit beiden. Beide haben sich kennengelernt, ihrerseits viele Hoffnungen in ihre Beziehung gesteckt. Da beide aber wohl Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen haben (wer hat die nicht? Nur manche trifft es härter als andere) funktionierte es nicht, obwohl sie es mehrfach versuchten – gegen Ende sogar herbeizwingen wollten.

Ich habe in meinem persönlichen Blog einmal einen Leitfaden geschrieben wie man mit Trennungen umgeht, wenn man im Internet gut vernetzt ist – wenn man also viele gemeinsame Freunde hat. Ich glaube die beiden haben so ziemlich alles falsch gemacht und das ist nun das womit wir umgehen müssen. Tausende Menschen mischen sich nun in ihre verlorene Beziehung ein und am Ende ist der menschliche Schaden größer als der einer Trennung je hätte sein können.

Ich hatte gleichzeitig aber auch das Gefühl, dass viele dieser Dinge nicht in die Öffentlichkeit gehörten. Er wollte seinem Frust Luft machen… Ich verstehe das. Er wollte den Leuten zeigen mit was er zu kämpfen hat. Auch das verstehe ich… Aber am Ende wird es weder ihm, noch ihr noch sonst jemandem besser gehen. Die Welt wird voller Scherben liegen und niemand wird sie aufheben. Stattdessen wird jeder durch diese Scherben hindurchlaufen und immer wieder daran erinnert werden, dass sie existieren und warum.

Persönliche Dinge sind persönlich – Geschäftliche Dinge geschäftlich

Lassen wir die persönlichen Probleme, die das ehemalige Paar hatte einmal beiseite, stehen wir vor einem weiteren Problem, das uns alle etwas angeht, sofern wir unabhängige Berichterstattung über Spiele als wichtig empfinden.  Jobs vor allem über persönliche Beziehungen zu bekommen ist etwas, das in fast jedem Zweig äußerst üblich ist. Bevor ein Job ausgeschrieben wird, überlegen viele Firmen, ob sie nicht schon jemanden haben oder kennen, der diese Stelle ausfüllen könnte.

Wenn zu diesen Vorgesetzten vorher Beziehungen bestanden haben, dann ist das unschön und kann vor allem das Arbeitsklima beträchtlich stören, vor allem dann wenn es einseitig auseinander ging. Aber da die involvierten Personen erwachsen sind, sollten sie das auch wie Erwachsene ertragen.

Wenn diese Beziehungen aber nur deswegen bestanden haben WEIL ein Job oder eine Berichterstattung gewollt war, dann sehe ich durchaus ein sehr viel größeres Problem, denn unabhängige Presse sollte eben das sein – unabhängig. Persönliche Beziehungen haben in der Arbeit nichts verloren.

Viele Seiten untersagen nun ihren Redakteuren viele Arten des Entgegenkommens von Spielefirmen oder Entwicklern. Bei Joystiq sollen sie nicht einmal mehr die Erlaubnis haben am Crowdfunding von Indie-Games mitzuwirken. Muss das aber wirklich so weit gehen? Hinter den meisten großen Seiten steckt entweder eine Firma oder ein Verlag, die in erster Linie an ihren Wert denken müssen. Der wird durch fehlende Glaubwürdigkeit geschmälert. Wenn man seinen Autoren aber so sehr vertraut, dass man sie mit Verbote belegen muss, dann hat man schon etwas grundlegendes falsch gemacht.

Auch Spieleredakteure sind in erster Linie Menschen. Menschen, die eine Leidenschaft für Spiele haben und gute Spiele ermöglichen wollen. Genauso geht es mir auch. Auch ich finde Spiele persönlich gut und schreibe darüber. Allerdings bleibe ich meiner Meinung treu und schreibe nichts gut, das ich selbst nicht gut finde.

Diesen Menschen nun aber genau das zu verbieten, was ein normaler spieleliebender Gamer tun würde, ist großer Unsinn. Vielleicht sollte man in den Fällen ein Auge mehr drauf werfen als sonst, aber das Verbot schadet nur.

Drama in the internetz

Wir haben einen Mann und eine Frau, die nicht mehr miteinander auskamen. Wir haben einen Mann, der darüber sehr verletzt ist und wir haben eine Frau die sich nun Hetze und Häme des Netzes ausgesetzt fühlt, weil sie eine Reihe von Fehlern gemacht hat, vor denen jeder Angst hat, dass irgendwer sie ihnen antut. Jeder wird emotional und Emotionalität tötet jede Sachlichkeit.

Muss man 100% hinter Zoe stehen, weil man sonst ein Frauenhasser ist? Nein. Muss man 100% hinter ihrem Exfreund stehen, weil man sonst kein Moralempfinden hat? Nein. Man sollte sich aber fragen wie die Industrie und Presse miteinander umgehen sollten und man sollte sich vor allem fragen wie viel Recht man selbst hat, jemanden zu verurteilen, der offensichtlich sehr viele Dinge in seinem Leben nicht im Griff hat.

Ich nehme sie nicht in Schutz, aber ich glaube, das was auf sie niederprasselt steht in keinem Verhältnis zu dem, was sie angestellt hat. Und für ihn tut es mir leid, dass er so eine traumatische Beziehung durchmachen musste. Von so etwas erholt man sich nur schwer.

Ich persönlich hoffe nur, dass sich beide in irgendeiner Art und Weise professionelle Hilfe suchen und sich auch helfen lassen, denn mit so einer Situation, wie sie jetzt gerade herrscht, wird man nicht allein fertig. Erst recht nicht, wenn man bereits mit vielen Problemen in die Situation hineingekommen ist.

Und liebe Internetzhetzer und -kommentierer. Sucht euch doch bitte ein anderes Thema und tretet nicht nach. Ich denke der Schaden ist schon groß genug.