Alle Beiträge von Ricarda

'85 geboren und im Herzen ein Spielkind. Angefangen mit dem alten ATARI 2600 habe ich schnell meine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Ich liebte es den bunten Pixeln dabei zuzuschauen, wie sie über den Bildschirm hüpften. Jetzt spiele ich gern Aufbauspiele, Simulationen und RPGs. Neben Computerspielen mag ich Rollenspiele und bevorzuge hier "Call of Cthulhu".
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Auf Wiedersehen Hitbox

Wer dieses Blog liest, wird sich jetzt sicher wundern, denn ich hatte vor einiger Zeit noch darüber geschrieben wieso ich bei hitbox bin und wieso mir der Dienst besser gefällt, als das große Lila oder diverse andere Streaming-Alternativen. Trotzdem gehe ich und das hat einige Gründe.

Vorab, die von mir aufgeführten technischen Vorteile bietet Hitbox immer noch. Aber Technik ist bekanntermaßen nicht alles. Viele Dinge sind mit bitter aufgestoßen und deswegen habe ich auf Hitbox keine Lust mehr.

Zweierlei Maß

Mit meinem Vertrag, der mittlerweile gekündigt ist und auch bereits beendet wurde, war ich exklusiv an hitbox gebunden. Hätte ich dagegen verstoßen, wären Vertragsstrafen fällig gewesen, darum habe ich mich artig dran gehalten. Andere Streamer haben munter gegen ihre Verträge verstoßen und es gab keinerlei Konsequenzen, stattdessen wurden sie sogar weiter gefeatured, als würde man sie noch belohnen, dass sie die Community und die Plattform hintergehen.

Im Stich gelassen

Als Partner fühlte ich mich oft ziemlich im Stich gelassen. Zwar hatte ich einen direkten Ansprechpartner, aber auf Antworten zu Fragen wartete man oft mehrere Tage, teils sogar Wochen. Egal wie groß oder klein ein Team ist – wenn man Leute als Partner verpflichtet und sie exklusiv an sich bindet, sollte man sie auch betreuen können. Und ich bin niemand der alle zwei Tage wegen irgendetwas nervt, sondern wenn ich eine Frage stelle, dann sind es wichtige Dinge. Wenn man dann ewig wartet, frustriert das.

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Die Community fault

Eine kleine Community hat Vorteile: Jeder kennt jeden. Aber auch Nachteile: Jeder kennt jeden. Ich habe in der Community wirklich sehr viele negative Dinge erlebt: Stalking, Veröffentlichung meiner persönlichen Daten in Chats um mich zu trollen, Viewbotting, Beleidigungen und üble Nachrede. Zu oft schrieben mich Zuschauer an, die mir mitteilten, dass andere Streamer in ihren Streams schlecht über mich redeten. Ich wurde wegen meiner Neurodiversität stigmatisiert, es wurde behauptet, ich würde mir meine Krankheit ausdenken, um Aufmerksamkeit und Zuschauer zu bekommen. Und da die Community so klein ist, kann man diesen Leuten auch nicht aus dem Weg gehen, da sie praktisch überall in allen Streams auftauchen und “abhängen”. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und habe trotz einiger Versuche “darüber zu stehen”, wie es mir empfohlen wurde, das Streamen einfach nicht mehr weiter machen wollen. Das Maß war zu dem Zeitpunkt voll, als Streamer ihre Zuschauer dazu anstifteten private Nachrichten auszuspionieren. Leute, das ist ein Streaming-Dienst – Das ist ein Hobby und nicht die Stasi. Lasst die Leute doch bitte mal in Frieden, lasst jeden sein Ding machen und guckt nicht immer über die Gartenzäune, wessen Rasen grüner ist.

Hassrede wird geahndet? Am Arsch!

Vor einigen Wochen meldete ich den User BritBongReturns, weil er streamte, wie er in einem Transgender-Selbsthilfeforum unterwegs war. Im Passing-Thread in dem die Betroffenen Bilder von sich posten, um eine Meinung dazu zu bekommen,  wie authentisch sie auf das Umfeld wirken, pickte er sich einige Fotos heraus und machte sich vor mehreren hundert Zuschauern über diese Leute lustig. Sein Chat postete weitere Bilder von Transgender-Männern und -Frauen und das Ganze ging bestimmt eine Viertelstunde. Ich meldete den Kanal, denn Hitbox schreibt ja selbst so schön:

The Publisher guarantees that none of the following or similar content is promoted or published on the Publisher’s web sites.

Hateful Content

“Hate speech” refers to content that promotes hatred against members of a protected group. Racist or sexist content are examples for being considered as hate speech.

oder auch in einem Blogeintrag

“Any form of hate speech (speech which attacks or demeans a group based on race or ethnic origin, religion, disability, gender, age, veteran status, and sexual orientation/gender identity) however, is strictly prohibited and depending on severity will result in a warning or even temporary or indefinite account suspension.”

“Any form of stalking, harassment, invasion of privacy or threats is strictly prohibited and depending on severity will result in a warning or even temporary or indefinite account suspension.”

Und wisst ihr was? Das ist Hitbox völlig egal. Zwar war der Typ kurz gesperrt, streamt jetzt aber weiter fröhlich auf Hitbox. Das wäre in meinen Augen ein Permanent-Bann wert gewesen. Aber vielleicht wollte man das nicht, weil man so einige hundert Zuschauer verloren hätte. Aber ganz ehrlich, wenn man anfängt aus Angst vor Zuschauerverlust, SOLCHE Dinge durchgehen zu lassen, dann hat man doch mehr Probleme als man zugeben will.

Also ganz davon abgesehen, was ich für Probleme mit einigen Leuten in der Community hatte – schwarze Schafe gibt es ja überall. Der Vorfall mit dem Streamer hat Hitbox für mich endgültig zu einer Plattform gemacht, die mir Bauchschmerzen bereitet, zumal ich auch vorher überall erzählt hatte, wie offen Menschen dort empfangen werden. Aber wenn man versucht Streamer anzulachen und nicht darauf achtet, wen man sich ins Boot holt, muss man damit rechnen, dass man sich auch die Falschen einfängt. Gleiches passiert übrigens auch in der deutschen Community. Da sind Streamer auf den ersten Rängen, die bei Twitch schon lange für ihren Content gebannt worden wären. Und auch wenn User bannen uncool ist, manchmal trägt es auch dazu bei, dass Ruhe in der Community herrscht und man sich dort sicher und wohl fühlt.

Wohin geht es nun?

Geld ist mir egal, Zuschauerzahlen sind mit egal. Ich möchte einfach nur Streamen und Spaß dabei haben. Ich habe mir die Alternativen angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich wieder zurück zum großen lila Konkurrenten Twitch wechsle. Der bietet technisch zwar keine Vorteile, aber ist zumindest konsequent mit seinen Regeln und legt Strafen nicht nach der Höhe der Zuschauer des Streamers fest.

Die Adresse ist die alte geblieben. Ihr findet mich dort also unter https://www.twitch.tv/tiiaaurora/

Ich danke euch trotzdem für die schöne Zeit auf hitbox. Für die vielen amüsanten Streams und lustigen Abende. Man sieht sich drüben, denn am Ende ist es ja egal, wo man streamt, solang die Community zusammen ist. Bye, na.

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Star Wars Battlefront – Open Beta: Was kann die eigentlich?

Seit dem 8. Oktober läuft die offene Beta von Star Wars Battlefront. Werden Dice und EA dem Hype gerecht, der sich in den letzten Monaten um den Shooter aufgebaut hat? First things first – die Eindrücke, die ich hier aufschreibe, befassen sich ausschließlich mit der Beta des Games. Ich habe nun etwas mehr als 10 Stunden Spielzeit und habe laut der Statistik 35 Matches abgeschlossen. Nach fünf Stunden Spielzeit war ich auf dem Beta-Höchstrang 5. Ich habe vorwiegend den Spielmodus Walker Assault gespielt. Da es sich hierbei um eine Beta handelt, können sich bis zum Release noch einige Dinge ändern.

Abwechselnd spielt man auf der Seite des Imperiums oder der Rebellen und tritt auf der großen schneebedeckten Karte gegeneinander an. Mit beiden Teams in weiß gekleidet, macht es ab und zu schwer Freund und Feind auseinander zu halten, allerdings hat man hier den Dreh schnell heraus.

Walker Assault

kartenZu Beginn hat man nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Equipment. Dieses muss man sich im Laufe des Spiels freischalten. Im Spiel werden Punkte gesammelt – Kills, Interaktionen mit Vehikeln und Assists geben Punkte, die dann am Ende des Matches gegen Credits eingetauscht werden. Mit diesen Credits kauft man sich dann nicht nur seine Waffen sondern auch Ausrüstung wie Granaten, einen Jump Pack Rucksack oder sogar eine Cycler Rifle (Eine Sniper Rifle), die man dann per Kartensatz im Spiel verwenden kann.

Die Rebellenseite kommt als reine Fußsoldaten-Truppe ins Spiel, während das Imperium einige Vehikel zur Auswahl hat. Immer wieder können sich aber auch die Rebellen über Perks, die auf der Map verteilt auf dem Boden liegen, Flieger sichern und mit diesen aus der Luft angreifen.

Die Hauptaufgabe der Rebellion besteht darin, die Uplinks aktiv zu halten und dann die Walker (AT-ATs) anzugreifen, wenn diese angreifbar werden. Je länger die Uplinks online sind und je mehr Luftunterstützung man als Rebellion bekommt, desto schneller geht der Sieg für die Rebellion von statten. Hier ein Beispielvideo.

Als Imperium muss man dies natürlich verhindern und hat hierzu eine Reihe von Möglichkeiten. Die AT-ATs und AT-STs sind zwar langsam, aber können mit ihren Laserkanonen viele Gegner auf einmal ausschalten. Sind die Walker aber erstmal angreifbar und werden beschossen, können sie sich kaum wehren und man ist auf das Team am Boden angewiesen, die Angreifer auszuschalten. Teamwork ist in diesem Modus essenziell.

Tipps für den Spielmodus Walker Assault

Wie man Walker Assault von Seite der Rebellion spielen sollte:

  • Kontrolliert den Luftraum. Angriffe aus der Luft auf die Walker sind äußerst effektiv. Macht auch nicht den Fehler von Kamikazeflügen. Ein Aufprall gegen die Walker macht weniger Schaden, als ihr mit einem kontrollierten Angriff ausrichten könntet.
  • Die Uplinks sind sehr wichtig. Je mehr Flieger ihr durch die Uplinks rufen könnt, desto mehr Unterstützung habt ihr, beim Zerstören der Walker.
  • Da ihr keine gruppeneigenen Vehikel habt, besetzt die Türme. Diese machen mehr Schaden als eure Waffen – sind aber auch zerstörbar.
  • Wenn die Walker angreifbar sind, greift sie an. Ein Orbital Strike auf einen Walker kann ihm – gut eingesetzt – fast die Hälfte seines Lebens abziehen. Ein Team, das sich gegen die Walker vereint, wird besser gewinnen können, als ein Team, in dem jeder irgendwas im Alleingang macht.

Wie man Walker Assault von der Seite des Imperiums spielen sollte:

  • Die Vehikel, die sich einem bieten, sollte man auch ausnutzen. In den ersten Spielminuten macht es aber noch nicht viel Sinn den Walker zu besetzen, da dieser am Anfang noch auf kaum Gegner stoßen wird. Sobald der Walker aber die Base durchläuft, kann man mit ihm viele Kills machen.
  • Die Uplinks der Rebellion müssen immer offline genommen werden, sobald die Rebellion sie online gesetzt hat. Je mehr und je länger Uplinks aktiv sind, desto mehr Flugunterstützung bekommen die Rebellen beim Angriff auf die AT-ATs.
  • Wie auch bei der Rebellion, sollte das Imperium versuchen, den Luftraum zu kontrollieren und damit Angriffe auf die Walker verhindern.
  • Wenn die Walker angegriffen werden, sollte man versuchen im Umkreis so viele Gegner wie möglich auszuschalten. Auch hier wieder ein Augenmerk auf die Geschütztürme legen. Aber auch die Fußsoldaten sollten bekämpft werden, denn jeder von ihnen könnte einen Orbital Strike in der Tasche haben.

Helden – Luke Skywalker – Darth Vader

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Ein spezielles Perk auf der Map lässt den Spieler je nachdem auf welcher Seite er spielt, in die Rolle von Luke Skywalker oder Darth Vader schlüpfen. Mit ihnen bekommt man dann einen starken Helden, der durch einige besondere Fähigkeiten viele Soldaten ausschalten kann.

Auch wenn beide Helden nichts mit der Spieltaktik des Modus an sich zu tun haben, können sie dennoch in das Spielgeschehen stark eingreifen. Mit Helden kann man vor allem Gegnergruppen ausschalten. Der Schlag mit dem Lichtschwert ist immer ein One-Kill und die Helden halten weitaus mehr Schaden aus, als ein normaler Fußsoldat. Aber auch die Helden sind nicht unsterblich. Deswegen sollte man eine gesunde Mischung aus offensiver und defensiver Spieweise finden.

Fazit zu Star Wars  Battlefront BETA:

Die Beta hat vor allem gezeigt, dass einige kleine Dinge weiterhin justiert werden müssen. So sind die Spawns häufig sehr unglücklich gewählt. Entweder spawnt man dem Gegner direkt vor die Füße oder so weit weg, dass man erst einmal eine Minute laufen muss, damit man zum Kampfgeschehen kommt. In der Mitte der Runde gibt es dann noch eine Phase in der man immer innerhalb der Base spawnt. Wenn der Gegner hier die Ausgänge blockiert, kommt man nicht mehr heraus und spawnt und stirbt im 3-Sekunden-Takt.

Die Beta hat aber auch gezeigt, dass das was uns erwartet, etwas Großes wird. Viele Spielmodi und damit viele Möglichkeiten. Das Setting ist harmonisch, die Grafik überzeugte bereits beim ersten Start des Spiels. Trotz einer Beta lief alles erstaunlich flüssig. Das Fairfight-System funktionierte bereits und fischte den ein oder anderen unfairen Buben aus den Matches.

Mir hat Battlefront in der Beta sehr viel Spaß gemacht. Vorbestellen werde ich es aber nicht. Ich werde erst einmal abwarten, wie es sich  nach dem Release schlägt und wie sich der Preis entwickelt, bevor ich wirklich zuschlage.

 

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gamescom 2015 – We call it Klassentreffen

Die Gamescom ist leider wieder vorbei. Jedes Jahr ist die Vorfreude auf das deutsche Gaming-Event des Jahres groß und jedes Jahr fühlt man sich nach der Gamescom, als sei man in ein Loch gefallen und der Alltag sei wieder grau und unfreundlich. Wenn die Bubble platzt, ist ja auch alles doof. 

Dieses Jahr war die Gamescom ein wenig anders als die letzten Jahre. Ich hab wenig von den Hallen gesehen, mehr Menschen getroffen, war auf mehr Fotos und auf meiner ersten und damit besten Gamescom-Party überhaupt.

Donnerstag und Freitag bin ich nach Köln gefahren. Nicht ganz ohne Probleme, aber öffentlicher Nahverkehr, Sperrungen und Messe in einem sowieso schon dicht besiedelten Bundesland, sind schlechte Faktoren.

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Gruppenkuscheln mit Anfassen

Für mich war, dadurch dass ich im vergangenen Jahr so viele Leute übers Streamen kennengelernt habe, wichtiger diese Leute auch einmal in echt kennenzulernen, sie zu drücken und mich mit ihnen zu unterhalten.  Direkt zu Beginn gab es eine lustige Runde mit Kaffeekind, IceDealerGamer und JimPanseGamer und am Stand lernte ich dann Oxy und Xaly kennen und konnte auch Emosbloodshot wiedersehen.

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Der Nimor trieb sich auch am Stand herum und KrieppeN wollte mich schon quasi gar nicht mehr gehen lassen und stahlte mich mit seinem großen Grinsen an, wenn ich den Stand betrat.  Hitbox-Family ist da nicht umsonst ein Begriff.

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Und neben dem Treffen großartiger Leute wie Guddy, die Daddelklub-Mädels, Zimmy, Der Lee und auch Rainer Schauder habe ich mir zwar auch noch wenige Hallen angesehen, aber alles in allem war die Gamescom ein Klassentreffen, ein Familientreffen, ein Communitykuscheln sondersgleichen.

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Party

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Freitag-Abend Hitbox-Drinkup, oder wie wir es nennen – Familientreffen. Hitbox ließ Einladungen, Freigetränke und Essen springen und veranstaltete eine so großartige Party, dass ich nicht gedacht hätte, einen solchen Spaß zu haben. Es war immerhin laut, und voll und ich war für einige Zeit sogar vor der offiziellen Stream Webcam.

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Danke übrigens an einige Leute, die die Gamescom so möglich gemacht haben. Danke an Raakasch fürs Reinbringen, an Emo für so ziemlich alles, an Oxy und Xaly für Hitbox-Swag in der passenden Größe, an Dan fürs Awesome sein, an Thomas für den coolsten österreichischen Dialekt unter der Sonne, an den Daddelklub für die lustigen Kameratänze und vor allem an Ice fürs sichere nach Hause bringen. Allen anderen (und denen die ich vergessen habe), danke fürs awesome sein und für die tollen zwei Tage.

Danke an Daddeljunkie für die Screenshots vom Hitbox-Stream.

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“Mit so ‘nem Scheiß kann man Geld verdienen?” – Über YouTube, Geld und PewDiePie

Ich hatte diesen Artikel schon einmal angefangen zu schreiben, war aber nachträglich nicht so wirklich glücklich damit und deswegen – alles noch einmal auf Anfang. 

Es geht grob um PewDiePies Millionen und den Umgang der Medien damit. Vor allem aber auch um die Außensicht der Medien auf das Internet. Money makes the world go round. Das ist kein Geheimnis. Oft ist es so, dass Dinge erst dann beachtet werden, wenn es um Geld geht.  Und wenn es um viel Geld geht, dann sind die Reaktionen auch einmal eine Nummer extremer.

YouTube Deutschland – Sumpf der Marketing-Agenturen

Gerade YouTube Deutschland ist in den letzten Jahren zu einer einzigen Marketing-Plattform verkommen. “Schuld” daran sind Netzwerke wie Mediakraft, die “Stars” aus dem Boden stampfen und für die unkritische Zielgruppe ab 9 aufbereiten. Die Videos haben wenig Inhalte, die “Künstler” müssen möglichst wenig polarisieren und vor allem austauschbar sein, wenn es denn nicht mehr so läuft. Dann steht schon der nächste gecastete 20-jährige bereit, der die Träume minderjähriger Mädchen bereichert.

Es geht um Abonnentenzahlen, Vermarktung außerhalb von YouTube (CDs, Bücher), um nicht von Google abhängig zu sein. Touren, obwohl die Leute nicht einmal singen können und Merchandise. Was hier gemacht wird – Man nimmt oft marketingunerfahrene “Jungtalente” und lässt sie ausbluten, wie es bei den zahlreichen Casting-Shows im Fernsehen der Fall war.

Dieses Business da oben ist schwer. Mediakraft hat sich ordentlich finanzieren lassen, ist aber auch schon auf die Nase gefallen, nachdem Unge keinen Bock mehr auf die Arbeitsweise des Netzwerkes hatte.

Ihr seid nicht die Zielgruppe

Das Interessante ist, dass diese Stars da oben komplett unter dem Radar der Digital Natives schweben. Die hören höchstens von ihren Kindern die Namen dieser YouTuber, denken sich nicht viel dabei und sehen YouTube selbst noch als Plattform, auf der man vornehmlich Musikvideos schaut.  Sie werden aber dann hellhörig, wenn eine Meldung wie in den letzten Tagen kommt. 7 Millionen Dollar soll YouTuber PewDiePie machen. Das Doppelte vom letzten Jahr. Wer YouTube schon länger verfolgt, den wundern diese Zahlen nicht mehr. Die großen YouTuber sind sowieso schon Selfmade-Millionäre. Und aus dem Grund haben Netzwerke so einen Zulauf. Viele nehmen sich große YouTuber zum Vorbild, denken sich “Das kann ich doch auch” und wollen deswegen ebenso groß und vielleicht reich werden.

Aber genau wie bei den Goldwäschern, wo auch nicht alle am Ende Multimillionäre waren, hat der Zulauf an neuen YouTubern bewirkt, dass YouTube als Plattform zwar gewachsen ist, aber man auch versucht, durch billige, massenmediumkompatible Produktion, die “schnelle Mark” zu machen.  Quantität statt Qualität. Bullshit statt durchdachte Konzepte. Und in Deutschland dazu dann eben auch abgekupferte Konzepte statt eigener Ideen. Deutschland eben.

Seit Jahren im Geschäft

Wer schon vor dem Hype da war – wie zum Beispiel Gronkh und PewDiePie – hat jahrelange Arbeit hinter sich. Jahrelanges lernen, wie so ein Kanal funktioniert, was die Zuschauer mögen und wie man mit ihnen umgehen muss. Diese Kanäle sind – im Gegensatz zu den mit der heißen Nadel gestrickten Kanälen, die gerade hochgezogen werden – natürlich gewachsen. Die Fans haben ihre YouTuber kennen und lieben gelernt. Haben Jahre ihres Lebens mit diesen Entertainern verbracht.

Wer mit 13 sein erstes Gronkh-Video ganz am Anfang seiner Karriere geschaut hat, ist jetzt volljährig. Er hat quasi seine halbe Kindheit mit Gronkh verbracht – das verbindet und schafft Zuschauernähe.

Mit PewDiePie und auch mit Gronkh ist es kein Fall von “Über Nacht zum Millionär” sondern ein Fall von “Über viele Jahre eine Fanbase aufgebaut.”

Ich verstehe nicht, wie man Leuten beim Computerspielen zuschauen kann

Ein häufiger Einwand, dass Let’s Plays ja kein richtiges Konzept seien. Anderen beim Computerspielen zuschauen – wieso sollte man sowas wollen. Mit diesem Einwand klingt ihr ein bisschen wie eure Großeltern. Let’s Plays – also kommentierte Spielszenen zu schauen, ist nämlich keine neue Idee. Ihr schaut gern Bundesliga? Ist auch nichts Anderes. Die Wenigsten, die ins Stadion gehen, werden genauso oft selbst auf dem Platz stehen.

Die Idee ist also alt. Das Medium ist neu. Während einem Fußballspieler die Millionen zugestanden werden, weil sie ja auf dem Platz gute Arbeit machen und ja auch regelmäßig trainieren, sieht das bei Gamern anders aus.

Wie bewerte ich Leistung?

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Und damit kommen zum eigentlichen Punkt – wie bewerten wir Leistung und ab wann haben wir das Gefühl, Leute hätten ihre Entlohnung  “verdient”. Seien es nun Millionen Euros, Millionen Abonnenten in den sozialen Netzwerken und Plattformen oder weltweite Aufmerksamkeit.

In Deutschland ist das eine ziemlich groteske Sache, denn wir verbinden das “Verdienen” einer Belohnung oder Entlohnung mit Leiden. Man muss entweder große körperliche oder psychische Last auf sich nehmen, um eine Entlohnung zu verdienen. (Dass wir das in der Pflege nicht konsequent durchsetzen ist lustig, aber da ist der Geiz dann noch größer als unser Stockholmsyndrom)

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Regelmäßig jammern wir Montags darüber, dass wir unsere schreckliche Arbeit machen müssen, dass sie uns aus unserem Alltag reißt, dass unsere Kollegen furchtbar sind, die Kunden sind alle dumm und unser Chef rafft auch nichts. Wir werden zu Bürozeiten zu wahren Misanthropen. Wer am lautesten jammert, kann sicher sein, dass er sein Gehalt am meisten verdient hat. Als Entschädigung für seinen furchtbaren Job.  Auf Familienfeiern jammern wir uns gegenseitig vor, wie unfair unsere Arbeit ist, dass wir uns kaputt arbeiten. Wenn jemand einen härteren Job hat, jammern wir ein lautes “Ja aber” hinterher, um denjenigen zu übertreffen. Ja unser Leben ist scheiße und jeder soll es wissen. Niemand soll unser Gehalt hinterfragen.

Woanders ist das anders. Da wird Arbeit durchaus als Bereicherung des Lebens gesehen. Da versucht man statt auf Sicherheit durch Scheiß-Arbeit auf Spaß durch ungewöhnliche Arbeit zu setzen. PewDiePie hat sich seine Karriere durch Nebenjobs finanziert und muss nun nichts anderes mehr machen. Er lebt ein Leben in dem er Spaß hat und damit Geld verdient.

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Der jammernde Deutsche wird dem entgegnen. “Das ist keine richtige Arbeit. Der leistet ja gar nichts. Der hat ein Lotterleben. Computerspiele sind keine richtige Arbeit.” doch ich entgegne – Wer ist in dieser Rechnung der Dumme? Derjenige, der Spaß bei der Arbeit hat und damit Millionen macht oder derjenige der sich für 4€ netto die Stunde den Rücken krumm buckelt aus Angst, in dem System unterzugehen?

Denkt um

PewDiePie hat Spaß. Spaß steckt an und so schauen viele Leute seine Videos. Du vielleicht nicht, aber Millionen andere. Reichweite lässt sich in Geld umwandeln. Nicht erst seit dem Internet, aber jetzt wird vielen bewusst, dass das Internet ein ernstzunehmender Platz ist, an dem man neue Wege für seinen Lebensunterhalt gehen kann.

YouTube ist mehr als nur Musikvideos. YouTube ist mehr als die Lochis oder eine Bibi. YouTube ist auch mehr als PewDiePie. Das Internet ist mehr als PewDiePie. Er hat sich nur ein kleines Stück gesichert und ist damit Millionär geworden. Nicht weil er für das Geld angefangen hat, Videos zu machen, sondern aus Spaß und ohne Rücksicht darauf, dass sein Hobby zu Anfang nicht profitabel war und er Nebenjobs machen musste. Das kann man gut finden oder nicht. Die Millionen hat er sich verdient.

 

 

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#SupportOurBro – HelpDannyGetBack

Danny aka Eyjay kenne ich nun seit Januar 2014. Wir lernten uns damals durch eine Content-ID-Initiative kennen und hatten dann im Frühjahr-Sommer immer mehr Kontakt. Ich habe ihn als einen sehr besonnenen, manchmal etwas dickköpfigen Menschen kennengelernt, der aber dennoch das größte Herz besitzt, dass ich bei einem Menschen bisher kennengelernt habe.

Auf der Gamescom im letzten Jahr haben wir uns dann getroffen und den ganzen Tag zusammen verbracht. Zusammen haben wir Borderlands gezockt, über seltsame Aktionen von Firmen gelästert und im Biergarten mit schweizer Spieleredakteuren über den Sinn des Lebens philosophiert.

Danny hatte ein paar schwere Monate und das wird jeder mitbekommen haben, der ihn kennt. Das nun dieses Ereignis – Der Hausbrand am Samstag – eintrifft ist eigentlich ein sehr trauriger Höhepunkt und das hat Danny nicht verdient.

Aber eben weil er dieser herzensgute Mensch ist, der zwar gern etwas stänkert aber immer für einen da ist, wenn man ihn braucht, wird es Zeit etwas zurückzugeben denn Danny braucht uns jetzt.

Seine Wohnung ist verwüstet. Der Brand im Haus hat das komplette Wohnhaus unbewohnbar gemacht. Danny ist nicht schuld, dennoch stellt sich die Versicherung quer.

Was also tun? Wir sind irgendwo eine kleine Familie. Wir streamen, wir zocken und wir machen Videos. Dafür werden wir manchmal belächelt, aber es ist uns egal. Und wenn einem von uns sowas passiert, dann halten wir zusammen.

Volker hat die Webseite HelpDannyGetBack gestartet, wo über die Aktion zur Soforthilfe dokumentiert wird. Über Dannys Streamtip-Link könnt ihr ihm ein bisschen Kleingeld zukommen lassen, denn ALLES muss neu angeschafft werden – alles. Aus der Wohnung wird er kaum mehr was nutzen können. Alles ist verrußt und vom Löschwasser zerstört.

Streamer können sich bei Volker melden, wenn sie Charity-Streams machen wollen. Eine Liste, wer alles mitmacht, gibt es auch schon.

Wenn ihr kein Geld oder Sachspenden erübrigen könnt, dann macht etwas anderes – teilt den Link, damit möglichst viele Leute davon erfahren und helfen können, denn Reichweite ist hier alles.

Eyjay – komm wieder auf die Beine. Wir sind hier und warten auf dich. 

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Sag mal Tiia, wieso eigentlich hitbox?

Seit einigen Wochen streame ich auf Hitbox. Davor war ich, wie wohl jeder, der anfängt, auf Twitch unterwegs und bin dann, als ich circa 100 Follower hatte gewechselt. Diese Entscheidung habe ich mir nicht einfach gemacht aber ich bereue sie nicht. Seit dem werde ich immer wieder gefragt, wieso ich eigentlich nicht bei Twitch geblieben bin. Dieser Artikel hier dient in Zukunft des Verweises auf meine Gründe, dann muss ich mich nicht immer wiederholen.

Als ich bei Twitch anfing, war ich recht blauäugig, was Streaming anging und dachte, dass es relativ einfach ist, was zu reißen. Es ging mir hierbei nicht um Geld, sondern darum, dass ich nicht für mich allein streame. Zwar habe ich einige Stammzuschauer auf Twitch gehabt, aber diese fehlten nach einer Zeit immer häufiger.

Der Grund war, dass ich nicht nur häufig Probleme mit Twitch hatte, sondern auch dass die Videos bei kaum jemandem flüssig liefen. Selbst wenn sie eine gute Internetverbindung hatten, waren die Videos häufig matschig und laggten. Je weiter ich mit der Qualität herunterging, desto weniger Spiele kamen fürs Streaming in Frage. Das schränkte mich ein und flüssig liefen die Streams trotzdem nicht. Hier ein Beispiel.

Technische Probleme

Die Qualität ist okay, aber bei einem schnellen Spiel wie diesem, schaltet man schnell weg. Da ich mit der Zeit aber immer mehr eine Vorliebe hierfür entwickelte, wurde das für mich echt zu einem Problem.

Dazu führte der lange Delay von fast bis zu einer Minute dazu, dass ich kaum gut mit dem Chat interagieren konnte. Meine Antworten kamen bei den Zuschauern oft dann erst an, wenn sie schon andere Fragen gestellt hatten. Das führte schnell zu Missverständnissen.

Und dann das Gefühl mit seinem Stream ziemlich allein dazustehen. Das mag vielleicht eine subjektive Wahrnehmung sein, aber obwohl oder gerade weil Twitch so ein großer Anbieter ist, findet man kaum Kontakt zu anderen. Jeder macht sein Ding, alle sind irgendwie Konkurrenz. Ich mag aber lieber eine Community, in der man zusammen die Plattform stärkt, auf der man streamt statt eines ewigen Hahnenkampfes gegeneinander.

Skeptisch

Ich war dennoch skeptisch. Auch wenn Timm und Thomas regelmäßig schwärmten, wie toll hitbox nun sei, wollte ich es erst ausprobieren.
Ich streamte 4 Wochen lang parallel auf beiden Plattformen. Und irgendwann merkte ich, dass ich für meine Twitch-Streams nur noch Spiele plante, die mir nicht so wichtig waren, wo die Streams ruhig schief gehen konnten. Und das zeigte mir – eigentlich hänge ich gar nicht mehr an Twitch. Eigentlich will ich richtig streamen und das geht für mich eben nur auf hitbox.

Die Ankündigung und Durchführung des Wechsels verliefen ziemlich problemlos. Leider konnte ich nicht alle Abonnenten mitnehmen, aber dafür habe ich in der kurzen Zeit, in der ich nun streame, viele neue und interessante Menschen kennengelernt, mit denen ich sonst keine Bekanntschaft gemacht hätte. Die Followerzahl von Twitch hatte ich schnell überholt und ich hatte wieder den Spaß am Streamen zurückgewonnen.

Individuelle Entscheidung

Ich halte es für wichtig zu sagen, dass es eine individuelle Entscheidung ist, welche Plattform man letztendlich verwendet. Ich kann euch nicht sagen, welche für euch besser ist. Das müsst ihr für euch herausfinden. Aber vielleicht helfen euch meine Punkte weiter.

Meine Argumente für Hitbox auf einen Blick:

  • familiäre, enge Community
  • Unterstützung von größeren Streamern beim Aufbau des Kanals (Streamraids usw)
  • greifbarer Support – Hitbox Staff findet man sehr oft auch in den Streams und kann mit ihnen quatschen. Auf Wünsche und Fragen wird direkt und schnell eingegangen – deutschsprachiger Support!
  • Stabilere Server, bessere Videoqualität
  • niedrigere Voraussetzungen für Partnerschaft mit hitbox (Monetarisierung)
  • fast kein Delay
  • Bisher ein ordentlicher und vernünftiger Ton innerhalb der Chats und der Community
  • Hohe Chance mit einem gut besuchten Stream auch ohne Partnerschaft auf der Startseite zu landen

Wenn ich noch was wichtiges Vergessen habe – Mea Culpa. Aber das waren so in der Übersicht meine Hauptgründe für den Wechsel. Natürlich gibt es auch viele Gründe für Twitch (etabliertes Unternehmen, große Community) aber diese spielten für meine Wahl keine große Rolle. Lieber einen Ort, an dem ich mich wohl fühle, als einen, an dem ich das Gefühl habe nicht willkommen zu sein, weil ich eine von sehr vielen bin.

Wenn ihr meinen Stream schauen wollt, dann findet ihr mich unter  http://www.hitbox.tv/TiiaAurora

Unser großartiges Elvun-Team habt ihr in der Übersicht hier: http://www.hitbox.tv/team/elvungaming

 

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#sosehengameraus und das passt nicht jedem

Ich gebe zu, als ich das erste Mal diesen Hashtag #sosehengameraus gesehen habe, dachte ich “Okay, naja. Hatten wir ja schon mal. Nannte sich damals #notyourshield, sollte die Diversität von der Gaming-Community zeigen und endete darin, dass viele Frauen von sogenannten Aktivisten angegriffen wurden, dass sie ja nicht echt seien, dass sie Fake-Accounts seien und dass sie von pickligen Gamern in Kellern erstellt wurden, um den Eindruck zu erwecken, die Gaming-Community sei inklusiv.” 

Ich scrollte so durch die Timeline, um herauszufinden, woher dieser Hashtag nun kam. Quelle des Ganzen ist eine Frau, genauer gesagt eine Gamedesign-Professorin aus Trier. Prof. Dr. Linda Breitlauch der Name. Mir war die Dame bislang nicht bekannt und so scrollte ich weiter und fand zuerst den Artikel bei den Herren von Superlevel.  Marcus Dittmar beschreibt hier seine ganz persönlichen Probleme mit dem Hashtag und dass Gamer ja nun eher die Personen sind, die lieber Frauen hassen und generell eher böse Menschen sind – ohne dabei zu merken, dass er hier nicht nur eine Frau vor sich hat, sondern eine Frau aus der Branche mit leitender Position.  Dittmar schreibt aus seiner Filterblase heraus. Eine Filterblase in der Gamer Sexisten sind, in der bereits jeder Videospiele spielt und in der Videospiele etwas Normales sind. Ein normales Hobby, das keinen weiterführenden Begriff braucht – und wenn, dann doch bitte nicht Gamer. Videospieler zum Beispiel. Eine großartige Idee in einer internationalen Community, in der nicht jeder deutschsprachig ist.

Danach stieß ich auf den Insert Moin Podcast mit Dittmar und Breitlauch. Und jedem, der sich ein bisschen über das Thema informieren möchte, empfehle ich unbedingt, diesen Podcast anzuhören, denn er demonstriert mehr als gut den Stand den derzeit Gaming und Presse erleben und welch unterschiedliche Positionen sie eigentlich einnehmen.

Während Dittmar fast die komplette Sendung über versucht die Empfindungen, die er in seiner Filterblase gesammelt hat, als Tatsachen darzustellen, zu generalisieren, sich an einzelnen Beispielen festzubeißen und immer wieder schwammige Formulierungen wie “aber viele sind so.” und “es hat sich gezeigt, dass.”, bringt Breitlauch Beispiele aus ihrem Alltag, der ihr keine Filterblase erlaubt, denn sie kommt genauso, wie sie mit angehenden Gamedesignern in Kontakt ist, auch mit der Realität außerhalb der Gaming-Community in Berührung.

Sie sieht die ablehnende Haltung der Medien, Pädagogen, und Eltern Computerspielen gegenüber. Sie erzählt von Aufsätzen, die Schüler schreiben müssen “Wieso sind Videospiele gefährlich.” Vor allem beschreibt sie die Gaming-Community so, wie sie sie wahrnimmt und weswegen die den Hashtag überhaupt erst startete: Vielfältig, humorvoll und inkludierend. Für Dittmar beruht diese Wahrnehmung und Selbstidentifikation als Gamer auf Unwissenheit. Und vielleicht kann man die Einstellung “Wer nicht meiner Meinung ist, weiß es einfach nur noch nicht besser.” als anmaßend empfinden, aber trotz seiner Kritik an Breitlauch “dass er ja nicht gedacht hätte, dass so eine Aktion gerade von ihr käme.” bleibt sie im Gespräche souverän und führt Probleme an, die Videospiele in unserer Gesellschaft haben. Von fehlender Akzeptanz verschiedener Genres und Storylines bis hin über Förderungen für Spiele oder Arbeitschancen für angehende Spieledesigner.  “Videospiele müssen nicht die Realität widerspiegeln” sagt sie und spricht damit zum Beispiel die Ablehnung von Spielen an, die Gewaltszenen beinhalten. Videospiele müssen nicht den Regeln folgen, die uns der Alltag bietet. Das macht immerhin nicht einmal die Lebenssimulation “Die Sims.”

Ein Highlight des Gesprächs für mich war der Satz “Es ist gefährlich im Gaming mehr als ein Hobby zu sehen.”, denn soweit ich weiß, ist es das für Linda Breitlauch, denn ich hoffe, sie wird für die Professur im Bereich Gamedesign, bezahlt.

Games, Gaming und Gamer werden herabgewertet

Es ist akzeptiert, Games, Gamer und Gaming herabzuwerten. Ihr Hobby ist sinnlos, ihr Hobby ist Zeitverschwendung und ihr Hobby ist vor allem nichts anderes als nur ein dummes Hobby.

Gleichzeitig wird dann aber kritisiert, dass in der Gamingbranche, also in dem Bereich in dem Menschen im Gaming mehr als nur ihr Hobby sehen, zu wenig Frauen vorhanden seien. Grund hierfür sind natürlich auch die bösen Gamer, denn sie lassen die Frauen ja nicht mitmachen.

Davon abgesehen, dass Linda Breitlauch durchaus eine Frau ist, die man hat mitmachen lassen, sehe ich das Problem in den ersten beiden Absätzen über diesem. Wenn man in einer Gesellschaft aufwächst, in der man nicht nur gesagt bekommt, dass Computerspiele gefährlich, sondern auch noch sinnlos, nutzlos und Zeitverschwendung seien, ist die Wahrscheinlichkeit, später einmal beruflich in diese Richtung zu arbeiten, äußerst gering.

Menschen, die dann wirklich eine Leidenschaft für Games haben und sogar beim Hashtag #sosehengameraus mitmachen, müssen dann aber uninformiert sein, weil sie sich ja mit etwas identifizieren, das böse ist.

Linda Breitlauch hat es mit dem Hashtag und dem Podcast offiziell auf meine Liste der Lieblingsmenschen geschafft. Eine schöne Demonstration, was passiert, wenn eine emotional gebildete Meinung auf eine fachliche Meinung trifft.

So sieht Linda Breitlauch aus


So sehe ich aus

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 Die wichtigen Links in der Übersicht

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Ist #Freiheit wirklich relevant? Sind Netzwerke überflüssig?

Simon Unge will sich von seinem Netzwerk trennen. Einem Netzwerk, dass noch nie den allerbesten Ruf hatte. Einem Netzwerk das von einem Skandal in den nächsten schlittert. Mehrfach wegen Schleichwerbung, Kritik an der Akquisition minderjähriger Partner bis hin zu kleinen Skandälchen, die nie die Community verlassen haben – aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Manchmal wurden TV-Berichte gelöscht, weil sich das Netzwerk falsch dargestellt sah und dann verbreitet man seltsame Grafiken über Kritiker in internen Newslettern. Alles in allem fällt es schwer ein Fan der Firma zu sein.

Was sind eigentlich Netzwerke und braucht man sie?

Netzwerke haben eine ganz seltsame Stellung in der YouTube-Landschaft. Vorweg – Wir müssen uns davon lösen, YouTube nur als eine Plattform für Katzenvideos zu sehen. YouTube ist Business und das nicht nur für Google, die mittlerweile keine roten Zahlen mehr schreiben, sondern auch für die Ersteller der Videos. Zwar gibt es immer noch immens viele Mitglieder, die YouTube aus Hobbygründen nutzen oder gar nur passiv konsumieren, aber es gibt auch die anderen, die professionelle Inhalte erstellen und damit ihr Geld und ihren Lebensunterhalt verdienen. Simon Unge ist einer von ihnen.

Ein YouTube-Kanal macht in erster Linie eine Sache – er frisst Zeit. Er frisst sogar unheimlich viel Zeit. Wenn man allein einen Kanal bedient, dann ist das kein Fulltime-Job, es sind mindestens zwei. Man muss nicht nur die Videos planen und drehen, sondern auch schneiden, rendern, hochladen, benennen, Thumbnails gestalten. Danach folgt die “Vermarktung” über die verschiedenen Netzwerke, das moderieren der Kommentare und beantworten der Fragen. Danach vielleicht noch die Kommunikation mit Sponsoren und Werbekunden. Wenn es dann noch Probleme mit YouTube gibt (Copyright, Strikes oder was auch immer), dann steht meist alles still, was oben aufgezählt wurde, bis die Sache geklärt ist.

Hat man einen Kanal mit 100 Abonnenten und 10 Videos, dann hält sich die Arbeit in Grenzen. Hat man aber zwei Kanäle die zusammen monatlich 30 Millionen Views generieren, dann kann man sich vorstellen, in welche Größenordnung die Arbeitsstunden anwachsen.

Hier kommen Netzwerke ins Spiel – oder zumindest die Idee der Netzwerke. Netzwerke sollen dem YouTuber Arbeit abnehmen. Sie kümmern sich um die Vermarktung – das heißt um Sponsoren, Werbekunden. Sie kümmern sich manchmal auch um die Social Media Kanäle, indem sie eigene Teams abberufen. Das Einstellen der Videos auf YouTube kann auch zu ihrem Aufgabengebiet gehören. Manche Netzwerke schneiden sogar die Videos ihrer Partner.

Was genau ein Netzwerk macht ist immer eine Frage des Vertrags, den man bekommen hat und der Vertragsbedingungen, die man mit dem Netzwerk abgesprochen hat.

Google liebt und fördert Netzwerke. Am liebsten hätte man bei Google, dass alle Content-Ersteller in Netzwerken sind, denn Netzwerke nehmen Google Arbeit ab ohne dass Google die Netzwerke bezahlen muss, denn das Geld geben die Partner den Netzwerken. Zwischen 30 und 70 Prozent der Werbeeinahmen gehen an die Netzwerke. Häufig generieren die Netzwerke aber sowieso schon eine höhere Werbesumme, sodass es sich für die YouTuber trotz der hohen Abgaben lohnen kann.

So viel zur Theorie.

Die Realität hinter vielen Netzwerken sieht aber ganz anders aus. Um Werbekunden zu beeindrucken und Sponsoren sowie Investoren zu gewinnen, zählen vor allen Dingen Klickzahlen. Abonnenten sind gar nicht mehr so wichtig. Wichtig ist es zu zeigen “so oft wurden unsere Videos angeschaut”. Viele Klickzahlen mit wenig Aufwand erreicht man dann, wenn man viele Partner hat. Für ein Netzwerk ist es gefährlich, wenn es einige sehr starke Partner gibt, weil sie sich von diesen Partnern abhängig machen. Fällt einer weg, dann sinken auch deren Zahlen massiv. Das könnte Investoren verschrecken. Die Viewzahlen aber auf möglichst viele mittelgroße und kleine Kanäle aufzuteilen ist daher sicherer.

Mediakraft hat für diese mittelgroßen und kleinen Kanäle das “Talents”-Netzwerk gegründet. Aufnahmebedingungen gibt es keine – obwohl doch – man sollte einen Kanal haben. Der muss aber weder alt, noch erfolgreich sein. Genommen wird jeder und “Talents” impliziert, dass man jungen Künstlern die Chance auf die große Karriere gibt. Die Wahrheit sieht aber anders aus.

Früh kamen Beschwerden, dass man weder einen Support noch einen Ansprechpartner hätte und sich Mediakraft bei Anfragen tot stelle. Das war wohl personaltechnisch auch gar nicht zu stemmen, wenn man jeden aufnimmt. Man gelobte zwar Besserung, aber dass es hier nicht um die Partner ging, sollte spätestens zu dem Zeitpunkt klar gewesen sein.

Simon will aus seinem Vertrag heraus und das mit einem Knall

In seinem Video berichtet er über einen schon länger anhaltenden Rechtsstreit mit seinem Netzwerk. Darüber, dass Verträge von Seiten des Netzwerks nicht eingehalten wurden. In einem veröffentlichten Ausschnitt aus einem internen Mediakraft-Forum auf Facebook redete man Tacheles. Ausstehende Beträge in fünfstelliger Höhe und eine ominöse Strafanzeige stehen im Raum. Ein Statement gibt es dazu jedoch nicht. Gleichzeitig wird klar – der Ton ist angespannt und die Nerven liegen bei allen Beteiligten blank.

Simon spricht in seinem Video davon, dass man versucht habe ihn unter Druck zu setzen. Man wolle ihn in die Privatinsolvenz treiben. Wie genau sagt er zwar nicht, aber allein der Begriff dürfte bei einem jungen Menschen den kalten Angstschweiß auf den Rücken treiben.

Mit Drohungen ist das so eine Sache – entweder man gibt ihnen nach und hält die Klappe – und das haben bisher alle gemacht, die in einer ähnlich-unglücklichen Situation waren – oder man macht sich nicht erpressbar und legt ohne Rücksicht auf Verluste alle Karten auf den Tisch.

Simon hat letzteres gemacht und damit zwei Kanäle geopfert, um seine Geschichte publik zu machen. Mit den Kanälen 30 Millionen Views im Monat, die ihm als Werbefläche verloren gehen. Laut des internen Facebook-Auszugs ist das immerhin eine fünfstellige Summe im Monat.

Die Verhandlungen scheinen sich zu ziehen und so spielt er die einzige Karte, die er gegen sein Netzwerk in der Hand hat – seine Reichweite. Das Netzwerk hält sich bei den Kanälen oft lieber im Hintergrund und tritt nur so weit in Erscheinung wie es nötig ist. Die Authentizität der YouTuber soll nicht durch einen Vermarkter gestört werden. Und genau das ist Mediakrafts Schwachstelle, denn die Sympathien der Fans, die man gesammelt hat, sind beim YouTuber, der täglich sein Gesicht in die Kamera hält und nicht bei den Büromenschen, die im Hintergrund arbeiten – oder laut Simon eben nicht. Und so muss sich Mediakraft seit Tagen einen Shitstorm antun, der nicht nur auf YouTube und in den Netzwerken ´wütet, sondern auch in anerkannten Nachrichtenmedien auftaucht.

Kinder gegen das Major-Label

Und dieser Shitstorm wird nicht etwa von Medienleuten befeuert – diese haben sich kaum bis gar nicht mit YouTube befasst und erkennen den Wert jetzt erst langsam. Nein – befeuert wird er von der werberelevanten Zielgruppe zwischen 9 und 16. Auf welcher Höhe dieser Shitstorm stattfindet, ist vorstellbar.

Diese Zielguppe ist unkritisch, impulsiv und lässt sich leicht begeistern. Eine Zielgruppe die man gern auf seiner Seite hat, wenn man Vermarkter ist – eine Zielgruppe die Mediakraft nun aber gegen sich hat und die sie nicht verlieren dürfen, denn genau auf ihnen baut das Geschäftskonzept aller Kanäle auf. Während diverse Profile des Netzwerks und der Mitarbeiter nun mit Fäkalkommentaren, Drohungen und Beleidigungen gespammt werden, versucht Simon in einem Video auf seinem Facebook-Profil zu deeskalieren, aber das dürfte schwierig werden, denn diese Kinder und Teenager fühlen sich im Recht und man will ihnen gefühlt das wegnehmen, was ihnen sehr wichtig ist.

Endlich vs. Mach dass es vorbei geht

Die Unzufriedenheit gegenüber Mediakraft brodelte schon seit Monaten in der Community. Untereinander unterhielt man sich darüber, was passierte. Viele – auch bekannte YouTuber wie MrTrashpack reden davon, dass dort einiges falsch läuft, aber keiner wird konkret.

Es brauchte einen Stein, der die Geschichte zum Rollen bringt. Jemanden dessen Wut größer ist als seine Angst und derjenige ist nun gefunden und er bringt so viele Fans mit, dass sich Mediakraft diesmal nicht mehr herausreden kann.

Große YouTuber loben Simon für seinen Schritt. Allen voran Gronkh, dessen Stand zu dem Netzwerk am harmlosesten mit “Unterkühlt” beschrieben werden kann. In seinen Videos nahm er zu dem Thema oft kein Blatt vor den Mund.

Simon wusste mit seinem Video, dass er etwas lostreten würde, aber was genau, war ihm sicherlich nicht wirklich klar, bis es passierte. In seinem Podcast deutete er an, dass alle mal etwas runterfahren sollten und dass es etwas viel wird. Die Anspannung der letzten Wochen und Tage dürften auch ihm in den Knochen stecken. Was nun mit Mediakraft, Simon und seinen Kanälen passiert, werden die nächsten Tage zeigen.

Der Plan B steht mit dem neuen Kanal “Unge” schon. Ein Kanal, der laut seinen Aussagen nicht ihm, sondern einem Nicht-Mediakraft-Mitglied gehört, denn rechtlich darf er keinen neuen Kanal erstellen, ohne nicht Mediakraft zumindest die Erstoption auf den Content zu bieten.

Mediakraft wäre gut beraten, Simon aus seinem Vertrag zu entlassen, ihm seine Kanäle zu überstellen und die Sache möglichst schnell zu klären. Je länger der Streit öffentlich ausgetragen wird, desto größer ist der Schaden für den Ruf des Netzwerks. Auf der anderen Seite wäre Simon dann aber nicht der einzige, der aus seinem Vertrag raus will. Einige Mitglieder sitzen gegen Ende nur noch enttäuscht ihre Zeit ab und hoffen dann wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

 #Freiheit betrifft nicht Simon, sondern eine ganze Generation

Wer denkt, es gehe bei #Freiheit um die Befindlichkeiten eines verwöhnten Jungen, der nicht genug bekommt, der hat die letzten Jahre unter einem Stein gelebt. Denn würde er nicht genug bekommen können, dann würde er bei Mediakraft bleiben und sich mit ihnen bestens verstehen.

Hier geht es um eine ganze Generation. Eine Generation, die man heutzutage sogar kaum mehr versteht, wenn man die 20 überschritten hat. Hier geht es um greifbare Idole, Ideale und der Tatsache, dass das Netz und ein YouTuber die wohl mächtigsten Signalverstärker der kommenden Online-Generation sind.

Man kann das Thema also humoristisch abwertend betrachten. Man kann sich aber auch Gedanken machen, was das über die eigene Medienkompetenz aussagt. Man kann aber vor allem in dieser Situation sehen, dass die Internetmedien mit den gleichen Problemen und Sorgen zu kämpfen haben, wie klassische Berufszweige. Nur da werden sie anerkannt.

YouTube unterscheidet sich damit mittlerweile kaum mehr von der restlichen Medienbranche, wo der Schein nach außen immer sauberer ist, als die Tatsachen hinter den Kulissen.

Mut für andere

Ich hoffe, dass sich durch Simons Video andere beflügelt fühlen, nicht nur selbst auszupacken, sondern sich auch den Schritt zu trauen, laut zu werden. Es ist wie das Bild mit einem Fischschwarm, der immer noch stärker ist als der einzelne Fisch im Wasser. Warten wir ab, wie viel Freiheit für deutsche YouTuber vorgesehen ist.

Titelbild: Rupert Ganzer  Some rights reserved

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FIREFALL: Das Sci-Fi-MMO im Endzeitszenario

Ab wann lohnt es sich, zu einem Spiel eine Review zu verfassen? Manchmal hat man nach einer Stunde schon alles gesehen, manchmal braucht es 10. Seit August habe ich in Firefall nun 236 Stunden gespielt und denke, dass ich mich über das Free To Play MMO äußern kann. Mit nun über 200 Stunden löst Firefall Borderlands 2 in meiner Steam Bibliothek als meistgespieltes Spiel ab. Der Free To Play Shooter ist dabei kein sonderlich neues Spiel, sondern bereits in vielen Alpha- und Beta-Phasen seit 2011 spielbar. In die finale Version kam der Shooter allerdings erst in diesem August.

“Vor 60 Jahren hat der Firefall alles verändert.” Mit diesen Worten beginnt das Intro des Spiels. Asteroiden stürzten auf die Erde und verwüsteten fast alles. In den Asteroiden fanden die verbleibenden Menschen aber das Crystite. Von ihm ging eine ungekannte Energie aus und mit diesen Kristallen konnten sie ihre Städte wieder aufbauen. Aber sie wollten mehr davon und fanden auf einem entfernten Planeten die Quelle des Crystite.

Mit einem riesigen Raumschiff, dem Archlight, wollte man auf diesen Planeten, um das Crystite zu farmen. Doch das riesige Raumschiff stürzte ab und verstrahlte die Welt mit dem Melding. Im Melding kann man nicht überleben und in der nähe des Meldings verändert man sich. Die Tier- und Pflanzenwelt mutiert und Menschen werden aggressiver. Das Melding kann durch die SIN-Tower zurückgedrängt werden, aber die Städte sind voneinander abgeschnitten. Wer sich außerhalb der SIN-Tower bewegt, stirbt.

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Bitte nicht am Melding schnüffeln

Die Armee der Welt – die “Accord” – sind absolut überfordert mit der Situation. Deswegen werden Die Ares-Piloten angeheuert. Dabei handelt es sich um spezialisierte Söldner-Truppen, die Aufgaben erledigen. Erst kleine Handlanger-Jobs und später auch Aufgaben im Namen der Accord. Die Söldner, das sind wir. Wir sind Ares 3-5.

Wir starten in Copacabana und die Endzeit-Stimmung wird hier irgendwie noch nicht so deutlich. Stattdessen finden wir uns in einem kleinen Touristen-Dörfchen wieder. Es gibt Bars, es gibt Musik und es gibt immer noch Touristen. In Copacabana hat man keine größeren Probleme. Ich meine, was gibt es Schöneres als zum Ende der Welt in einem Urlaubsgebiet festzustecken? Wir erledigen also zu Beginn einige kleinere Aufgaben, retten verloren gegangene Familienmitglieder, sammeln Essen für die Bevölkerung und holen Medikamente von bösen Banditen zurück.

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Devils Tusk

Je weiter das Spiel jedoch voranschreitet, desto düsterer wird die Landschaft. In Devils Tusk – dem letzten Gebiet – angekommen finden wir zwar auch Urwälder, aber gleichzeitig eine mit Lavaseen durchzogene Wüste, in der nichts mehr wächst. Darin feuerspuckende mutierte Tiere und Chosen-Deathsquads. Chosen sind eine Alienrasse die die Welt seit dem Absturz des Archlights immer wieder überfallen – als hätte die Welt mit dem Melding nicht schon genug Sorgen.

Für uns als Söldner ist das aber gut, denn so haben wir immer genug zu tun, und es kommt keine Langeweile auf. Eine Chosen-Bombe entschärfen? Kein Problem. Chosen-Vorräte mopsen? Auch das machen wir mit links – sofern wir den passenden Battleframe haben.

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Die verschiedenen Battleframes

In Firefall gibt es keine klassischen Rassen, wie in anderen MMOs. Wir haben hier Battleframes – das sind spezielle Kampfanzüge. Diese können wir aufleveln. Es gibt aber dann doch wieder klassische Kampfklassen. Ich habe mich in meinen vielen Stunden Firefall sowohl in der Biotech-Schiene (also Heiler, Giftangriffe) und in der Engineer-Schiene (Bastion, Elektron) aufgehalten und mir machen beide Bereiche sehr viel Spaß. Nach einiger Zeit hat man kein Problem damit, das Leveln innerhalb des Spieles so zu optimieren, dass man keine Storyquests machen muss, denn die sind – zugegebenermaßen sehr MMO-lastig: “Sammle Item von Person. Person ist schon tot. Bringe Item zu anderer Person. Gehe zu dritter Person um zu sagen, dass Person tot ist. Kehre zu Auftraggeber zurück, um Auftrag abzuschließen.” Nicht wirklich einfallsreich und kreativ. Aber man kann genau diesen Dingen aus dem Weg gehen indem man nur die Spontanevents auf der Karte erledigt.

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Der Urwald Brasiliens sieht nur friedlich aus

Wenn mich jemand fragen würde “Was ist eigentlich Firefall für ein Spiel?” dann würde ich sagen “Es ist das uneheliche Kind von Halo und Borderlands ohne Story und ohne schrullige Charaktere.” und ich denke, das fasst es gut zusammen. Die Story ist unglaublich flach. So flach, dass ich sie kaum als vorhanden empfinde. Das muss bei einem MMO nicht sein, aber in diesem Fall ist es nicht so schlimm, denn der Spielfluss ist so spaßig, dass ich auch ohne Story sehr gern durch die Landschaft laufe. Man will nicht immer einen Epos bekommen, sondern manchmal einfach nur Sachen kaputtschießen. Dafür eignet sich Firefall bestens.

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Hier leben nur Monster

Eine weitere Sache, die mir positiv aufgefallen ist; Firefall hat eine unglaublich freundliche Community. Spontane Random-Raids oder das Helfen fremder Spieler in Quests funktioniert richtig gut. Man postet einfach seine Koordinaten im Chat und sagt, dass man Hilfe braucht und schon stehen mindestens fünf andere Spieler da und machen mit. Genauso kann man noch so weit irgendwo halbtot in der Pampa liegen, irgendjemand dreht immer um, damit er dich wiederbeleben kann.

In die PVP-Karte habe ich noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt, denn hier sind größtenteils Sniper-Squads unterwegs und gegen die habe ich mit meinen Klassen kaum eine Chance. Zumal es auch einen Unterschied macht, ob man auf vorhersehbare KI ballert oder auf wild umherhüpfende PVP-Profis. Vielleicht schaue ich mir die PVP-Karte irgendwann einmal genauer an, aber derzeit ist sie eher frustrierend als dass sie Spaß macht.

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Tod im Meldingtornado

Nach über 200 Stunden, einigen Battleframes, die das Endlevel erreicht haben und vielen lustigen Abenden mit Freunden, kann ich sagen, dass Firefall vielleicht nicht die fesselndste Geschichte hat, dass es aber gut dazu geeignet ist, tolle Stunden mit der Zockergruppe zu verbringen. Gleichzeitig merkt man, dass die Entwickler sich immer wieder neue Events einfallen lassen, um die Spieler bei Laune zu halten. Da wäre zum Beispiel die Chosen Invasion zu erwähnen, bei der man drei Wochenenden hintereinander sogar gegen die Entwickler spielen konnte. Entwickler reagieren sogar auf YouTube-Videos und kommentieren bei ihren Spielern. So viel Nähe zu der Community ist man bei MMOs auch nicht gewohnt und ich bereue es nicht, dass ich so viele Stunden in das Spiel gesteckt haben und ich bereue auch nicht, dass ich ein wenig Geld in das Free To Play Spiel steckte.

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DRACULA UNTOLD – Ein Vampir und das halbe GoT-Cast

Was Vampirfilme betrifft, mussten wir in den letzten 20 Jahren einiges ertragen. Das meiste davon war wirklich grauenhaft, furchtbar. Nur wenige Filme schafften es, das Vampirgenre zu bereichern. Dementsprechend ging ich mit sehr gemischten Gefühlen in den Film Dracula Untold, denn jeder neue Dracula-Film hat Francis Ford Coppolas Dracula zur Konkurrenz und damit ist die Messlatte schon sehr hoch gesteckt. 

Vorab – die Macher von Dracula Untold sind wirklich auch Fans des Films und dementsprechend orientierten sie sich auch etwas an dieser Verfilmung. Allerdings nicht so stark wie man es befürchten könnte. Dracula Untold ist weder ein Abklatsch der Bram Stoker Verfilmung noch ein schleimiger Vampirfilm, sondern versucht auf der Originalgeschichte des Grafen Vlad aufbauend eine historische Vampirgeschichte zu erzählen, in der der Vampir wieder ein widerwilliges Monster ist, kein Jüngling, der Schulmädchen um den Finger wickelt. Allein dafür bekommt er schon einmal einen Extrapunkt.

Historisch aufgebaut – kein verführerischer Jüngling

Vlad III – auch unter dem Namen Vlad “Sohn des Drachens” bekannt, legte nach den Kriegen, die er als Kind und junger Mann für die Türkei führen musste, die Waffen nieder und führt mit Frau und Sohn ein ruhiges Leben als Fürst. In den Kriegen für die Türkei bekam er den Namen “Vlad der Pfähler”, denn niemand mordete so grausam Feinde, wie Unschuldige. Eine Zeit an die er ungern zurückerinnert werden will.

Nun ist sein Sohn im gleichen Alter, wie er damals war, als er für die Türken in den Krieg musste und promt steht der Sultan vor der Tür und will für seine Armee 1000 Kinder haben, die für ihn kämpfen, da Kinder, wenn sie von Anfang an das Töten lernen, keine Fragen stellen und somit besser für den Krieg geeignet seien.

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Krieg um ein Kind

Seiner Frau hatte er beim Hochzeitsschwur versprochen, dass es nie zu dieser Situation kommen würde. Und nun stand er da – abwägend ob ein Verstoß gegen den Hochzeitsschwur oder der Krieg gegen die Türken das kleinere Übel sei. Es kommt zum Krieg gegen die Türken die eine sehr viel größere Armee haben, als Vlad Untergebene hat. Es gibt nur eine Chance für ihn, den Krieg gewinnen zu können – Er muss ins Reißzahngebirge und das dort lebende Monster um Hilfe bitten. Einen Vampir.

Mehr will ich nun auch gar nicht von der Geschichte verraten, sonst schreit noch jemand “Spoiler!”.

Aufgrund der Geschichte, die ich kurz angerissen habe, ergibt sich hier die Situation des ehemaligen Kriegers Vlad, der nun sorgender Familienvater und Ehemann ist und nichts anderes tun will, als seine Familie zu beschützen. Sein Gegner – und ehemaliger Mitstreiter kennt seine Schwächen und nutzt diese schamlos aus.

Effekte fürs 3D – Nicht 3D für die Effekte

Wie bei allen Filmen, die auch in 3D produziert werden (ich hab ihn in 2D gesehen), beginnt der Film mit bildgewaltigen Szenen, die den “Wow-Effekt” auslösen sollen. Später lassen diese übertriebenen perspektivischen Szenen etwas nach. Der Film ist sehr düster gehalten, da die meiste Handlung aufgrund der Vampir-Sache meist nachts abspielt. Hin und wieder kommen ein paar Jumpscare-Momente, aber das war es dann auch. Ich bin eine Person, die Jumpscares in Filmen, die eigentlich eher stimmungvoll sein sollten, für schädlich hält – vor allem wenn man ganz genau weiß, dass ein Jumpscare folgen wird. Das sollte eher dem Horror-Genre vorbehalten sein.  Das ist wie, als würde jemand während eines romantischen Rendezvous über seine Steuererklärung sprechen. Geht nicht.

Die Spezialeffekte im Film habe ich als passend eingesetzt empfunden. Der Film ist sehr actionlastig und gewaltig, weswegen auch die Effekte nicht unbedingt dezent waren – aber sie passten zum Setting.

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Bildgewaltig und düster

60% der Szenen wurden in Nordirland gedreht, einiges mit Greenscreen. Laut der Hauptdarstellerin Sarah Gadon, waren dies aber nicht wirklich viele Szenen. Man sei also wirklich viel im Wald gewesen und habe auf Bergen gestanden. Die Stimmung war an vielen Drehorten und damit auch im Film authentisch.

Den Hauptdarsteller Luke Evans könnte man schon in dem ein oder anderen Film gesehen haben. Der aus Wales stammende Schauspieler hat unter anderem in “Der Hobbit” als Bard the Bowman gespielt, Bei den drei Musketieren spielte er den Aramis und in Fast & Furious 6 übernahm er die Rolle des Shaw. Er steht derzeit im Gespräch demnächst Eric Draven in einem The Crow Remake zu spielen.

Sarah Gadon dagegen ist ein relativ neues und unverbrauchtes Gesicht in der Filmwelt. Zwar hat sie in einigen Serien und Filmen mitgewirkt (ich kannte sie aus Being Erica), aber ihr steht sicherlich noch eine große Karriere bevor.

Dracula

Aber wie hat mir der Film gefallen?

An Bram Stokers Dracula kommt er in keinem Fall heran – so viel ist sicher. Aber er ist auch keine Schande für das Vampir-Genre.  Ich vermisse die Tiefe der Charaktäre außerhalb der Dreiergespanns Vlad, Mirena und Mehmets. Wenn Darsteller sterben und der Hauptcharakter überemotional reagiert, hat man als Zuschauer im Film selbst nicht einmal seinen Namen mitbekommen, kann diese Überemotionalität nur erahnen aber keinesfalls mitfühlen. Das macht es auch schwer, einige Handlungsweisen von Vlad nachzuvollziehen.

Zum anderen empfand ich es als etwas seltsam, wieso Vlad nach dem Erlangen seiner Kräfte wusste, wie er sie einsetzen konnte. Entdeckte er die Vorzüge zuerst nur stückchenweise, wurde er im Verlauf der Story zu einer Art Übervampir ohne dass man diese Entwicklung hätte nachvollziehen können.

Das sind aber auch eigentlich schon die einzigen Kritikpunkte, die mir einfallen würden. Die Wahl der Schauspieler hat mir ganz gut gefallen. Luke Evans ist charismatisch genug, einen Dracula zu spielen und Sarah Gadon verkörpert die angebetete Ehefrau des Fürsten auch in Perfektion.   Drei Schauspieler aus Game Of Thrones hat man für wichtige Rollen ebenfalls abgeknapst. Zum einen Art Parkinson, der den Sohn des Grafen verkörpert und Charles Dance, als das Monster vom Klauenberg – dem Vampir zum anderen Paul Kaye als Mönch.

Mit etwas mehr Tiefe bei den Charakteren und einem etwas weniger löchrigen Entwicklung wäre der Film sehr stark gewesen. Jetzt ist er gut, aber merklich eher auf Action als auf Geschichtstiefe ausgelegt.  Man kann ihn sich gut im Kino ansehen – Man ärgert sich nachher sicher nicht darüber, aber einen absoluten Blockbuster, der einen erst einmal sprachlos macht, wird man hier nicht bekommen.