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The Cat Lady – Susan Ashworth – eine moderne Antiheldin

Indiependent-Spiele schaffen es häufig nicht in die klassischen Medien, weil es nicht nur eine große Menge an Spielen aus unabhängigen Spieleschmieden gibt, sondern auch, weil diese nicht so öffentlichkeitswirksam sind, wie die großen Titel. Ab und zu lohnt es sich aber doch, einen Blick auf die „Kleinen“ zu werfen.

The Cat Lady ist ein 2D-Point&Click-Adventure der polnischen Entwickler Harvester Games. Aufgrund der Story und der expliziten Gewaltdarstellung fällt es in das Genre „Horror“ und ist deswegen auch erst ab 18 freigegeben.

Protagonistin ist Susan Ashworth. Sie ist 40 und lebt allein in ihrer Wohnung. Den Sinn im Leben hat sie schon lang verloren und so versucht sie sich das Leben zu nehmen. Dies gelingt ihr nicht und nachdem sie im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein kommt, offenbart sich ihr der Sinn ihres Lebens. Im Delirium wird ihr die Aufgabe offenbart, die Welt von sogenannten „Parasiten“ zu befreien. Erst wenn sie das gemacht hat, dürfe sie sterben, wenn sie das denn noch wolle. Parasiten sind Menschen, deren einziges Ziel es ist, anderen Menschen zu schaden – sie zu töten. Susan wird eine Rächerin der Unschuldigen.

Im Spiel macht Susan eine interessante Wandlung durch. Von der lebensverneinenden und verbitterten, einsamen Frau gewinnt sie auf einmal Kontakte, Freunde, die zu ihr stehen und ihr Hoffnung geben. Dadurch, dass sie anderen Menschen hilft, erkennt sie selbst nach und nach den Wert ihres Lebens. Mit einer Spielzeit von ungefähr 5-6 Stunden wird die Geschichte von Susan nicht übermäßig in die Länge gezogen. Wer in Rätselspielen nicht so erfahren ist, wird bei The Cat Lady vermutlich etwas länger brauchen, bis er zum Ziel kommt.

Für mich ist The Cat Lady eines der Spiele 2013, auch wenn es schon etwas älter ist. Die Story hat mich an vielen Stellen überrascht. Einige Wendungen habe selbst ich nicht kommen sehen. Viele Fragen werden nicht beantwortet oder nur indirekt beantwortet, sodass man auf ihre Lösung erst nach einigem Nachdenken kommt. Das Thema Suizid und Depressionen wurde in dem Spiel weder oberflächlich noch romantisiert dargestellt. Die Herangehensweise ist im Gegenteil sehr erwachsen. Man hat von Anfang an eine emotionale Verbindung zum Charakter Susan.

Die Dialoge der Figuren sind mit sehr fähigen Sprechern synchronisiert worden. Der Aufwand, der damit betrieben wurde, hat sich sehr gelohnt, denn die Stimmung des Spiels wird vor allem über die Fähigkeiten der Sprecher transportiert.

Das Spiel gibt es mittlerweile auch im Steam-Store. Nachdem man den Greenlight-Prozess erfolgreich absolviert hat, lässt sich das Spiel dort seit Anfang Dezember erwerben.

Ricarda

Chefredakteurin bei Elvun Gaming
'85 geboren und im Herzen ein Spielkind. Angefangen mit dem alten ATARI 2600 habe ich schnell meine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Ich liebte es den bunten Pixeln dabei zuzuschauen, wie sie über den Bildschirm hüpften. Jetzt spiele ich gern Aufbauspiele, Simulationen und RPGs. Neben Computerspielen mag ich Rollenspiele und bevorzuge hier "Call of Cthulhu".

2 Gedanken zu „The Cat Lady – Susan Ashworth – eine moderne Antiheldin“

  1. Die Art Story finde ich sehr gruselig weil ich echte Angst davor habe verrückt zu werden und sowas zu glauben. Also ich habe denke ich kein erhöhtes Risiko verrückt zu werden, ich finde nur die Vorstellung erschreckend daß man verrückt werden könnte und plötzlich anfängt Freunde und Familie umzubringen weil irgendwelche Stimmen es einem einflüstern. Sowas passiert ja tatsächlich, im Gegensatz zu anderen Horrorszenarien keine Phanatasie.
    In dem Spiel hier geht man natürlich davon aus daß die Eingebung echt ist und die Protagonistin wirklich die Welt von Parasiten befreit, aber weiss man es wirklich (ich hab es noch nicht gespielt).

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