Nintendo-Wii-U

Stillstand in der Spielebranche oder persönlicher Overflow

Damals als ich meine erste elektronischen Spiele zu Gesicht bekam und selbst spielen durfte war das für mich immer ein Großereignis wenn ein neues Spiel zu meiner Sammlung kam oder ich ein neues Game spielen durfte. Bei Titeln die mich interessierten kaufte ich jede Zeitschrift die einen Artikel dazu enthielt. Egal wie kurz er war. Wenn es dann endlich zum freien Kauf stand wurde es natürlich über die Kasse direkt in meine Bedieneinheit der Wahl gezogen. Damals noch mein 486 oder der Nintendo.

Jeder erwartete Titel löste ein Großereignis in meinem Innenerleben aus. Ich war immer geflashed von den neuen Möglichkeiten und den neuen Ideen der Entwickler. So erinnere ich mich Textadventures gespielt zu haben und an das Ereignis das erste Mal LOOM spielen zu dürfen. Es war Wahnsinn. Mein Computer konnte bewegte Bilder darstellen und dazu Pieptonmusik machen. Ich war gefesselt und gefangen in dem Spiel. Ein weiteres Erlebnis war zum Beispiel damals Doom oder Duke Nukem 3d. Wahnsinn. Mein PC kann dreidimensionale Umgebungen.

Jedes Spiele-Genre wurde immer wieder durch neue Titel übertroffen. Immer bessere Grafiken, die Geschichten komplexer und man konnte immer mehr in die Neuerscheinungen eintauchen. So zum Beispiel wenn man sich die Entwicklung der EGO-Shooter anschaut. von DOOM zu Duke Nukem zu Soldiers Of Fortune zu Counter Strike zu Battlefield 3. Wahnsinn was über die Jahre alles möglich geworden ist dachte ich mir bei jedem neuen Titel. Das gleiche kann man natürlich auch auf
jedes andere Genre übertragen.

Doch seit etwa einem Jahr oder vielleicht etwas mehr habe ich irgend ein Problem. Ich weiß nicht ob es an mir liegt oder ich zu viele Spiele schon gespielt habe oder an den Spielen an sich liegt. Es herrscht Stillstand. Ich meine damit das es kaum voran geht in der Spielbranche. Ich meine nicht das es technisch nicht voran geht. Der neue Controller der Wii U ist eine tolle Innovation für neue Spielmechaniken oder auch die immer besseren Grafik Engines. Mir geht es um die Weiterentwicklung des Spieles an sich.

Ein Beispiel: Seit Jahren spielt sich jeder Ego-Shooter gleich. Ich merke kaum Fortschritte in dem Genre außer protzigere Grafik. Ich rede nicht vom Multiplayer von einem Call Of Duty oder einem Battlefield. Das das immer ähnlich abläuft und bleibt ist mir schon klar. Aber geht bei dem Single Player Modus nicht mehr? Also muss die Story so Banane sein? Da kann man auch jeden Titel wählen. Aus dem Stehgreif fällt mir hier keine Story mehr ein wo ich sagte WOW, das war geil. Genauso sieht es mit Neuerungen aus. Jeder Ego-Shooter scheint aus ich laufe schlauchartige Levels lang und mir wird jede Entscheidung abgenommen. Ab und an darf ich paar Gegner erschießen um dann eine Tür einzulatschen und dann wieder Gegner zu eliminieren und dann irgendwas mit Explosionen. Gähn. Es gibt kaum Spiele die aus diesem Prinzip ausbrechen. Das gleiche Prinzip lässt sich natürlich auch auf andere Genre ausweiten. Nehmen wir Rollenspiele. Ich darf mit Held XY ein Land vom Bösen befreien. Dieses Prinzip meist in einer Phantasie Welt nach ewig gleichem Schema. Ich kann am Anfang nichts und bin dumm wie Bohnenstroh und am Ende der Odysee bin ich voll der Kriegergott.

Also liegt es nun an mir, dass ich einfach zu viel verschiedene Games gespielt habe und schon so lange dabei bin? (Ich spiele seit ungefähr 19 Jahren Games. Oh… ich hätte soviel erreichen können!!!) Erwarte ich vielleicht zu viel und die Entwicklung braucht mehr Zeit, weil ich damals ja die Anfänge mitbekommen habe und Fortschritte somit spürbarer waren weil sie einfach schneller gingen aufgrund der schnelleren Entwicklung?

Dieser Artikel soll Anlass für eine unterhaltung in der Kommentarsektion geben. Er ist nicht vollständig und nicht bis ins Detail durchgedacht. Ich hoffe auf rege Teilnahme. Was meint ihr zu dem Thema? Geht es euch genauso oder seht ihr es vielleicht komplett anders?

1985 in die reale Welt geworfen wollte ich mit 6 Jahren, mit meinem Gameboy in der einen und dem Atari in der anderen Hand, schon wieder in Phantasiewelten hinaus. Mein Name ist Rypzy. Ich habe Frösche über die Straße geholfen, etliche Prinzessinnen gerettet, zu Land und Luft die Erde gegen Aliens verteidigt und fiese Schergen aller Art ins Jenseits befördert. Dabei war mir schon immer jedes Mittel recht. Ob mit Großkalibern wie der Playstation3, meinem aktuellen Desktop oder mit Kleinfeuerwaffen wie dem Commodore 64 oder der NES. Mir war und ist jedes Mittel recht. Heute blicke ich auf einen beachtlichen Berg durchgesuchteter Spiele und ausgedaddelter Hardware. Ein Berg der gerne noch weiter anwachsen darf.

14 Gedanken zu „Stillstand in der Spielebranche oder persönlicher Overflow“

  1. Warum erfolgreiche Konzepte verändern? Wenn sich etwas gestern verkauft hat, wird es das heute wieder. Und morgen. Also immer weiter so. Wir selbst merken es an “Days of Dawn” gerade hautnah: Ein neuartiges Magiesystem, originelle, bisher nie gesehene Kreaturen – klassische Rollenspiele mit herkömmlichen Zaubern und Orks ziehen auf Kickstarter an uns vorbei. Das neue ist fremd und gefährlich, lieber nicht anfassen.
    Schön, dass es da die Indie-Bewegung gibt. Hier kommen neue Konzepte ans Tageslicht, frische Ideen. Oft kleine, einfache Spiele, deren Ideen aber vielleicht später einmal aufgegriffen werden (so macht’s die Branche doch bis heute).
    Ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels.

    1. Sehr schöne Idee.
      Leider akzeptiert KickStarter nur Amazon – und ich gehöre zu den wenigen bis einzigen Amazonverweigerern. ^^

      Wie komme ich denn ohne Amazon an das $30 Paket?

      1. Wir denken darüber nach, für unsere deutschen Unterstützer noch eine Paypal-Aktion zu starten. Die daraus gesammelten Pledges würden wir selbst in das Kickstarter-Projekt einfließen lassen. Alternativ wäre ein zweites Funding auf startnext.de möglich.
        Wir werden euch auf dem Laufenden halten – ich hoffe, dass Elvun drüber berichtet, wenn es soweit ist.
        Heute abend sind wir live im Kick-a-Thon unter kickathon.net ab 20:00 Uhr. Schaut doch mal rein!

  2. Jaaa, ich erinnere mich noch, wie ich damals™ mit Final Fantasy VII Aberhunderte von Stunden verbrachte und im Gegenzug dazu gestern “Gauntlet – Seven Sorrows” wieder abgeschrieben habe.

    Fand ich den Co-Op Modus bei Obscure noch total geil, so war Obscure II dann doch wieder eher öde, da die Atmosphäre nicht so packend war.

    Eigentlich hält mich von dem Kauf einer PS3 nur die Angst ab, die nette kleine Konsole nicht ausreizen zu können, da die Spiele darauf schlicht nichts taugen.

    Gut, First Person Shooter finde ich persönlich unglaublich langweilig. Und als ich damals™ mit der PlayStation anfing (also irgendwann nach C64, SNES und 386er) gab es fast nur Beat’Em’Ups im Stile Tekkens. Welch Segen, als endlich SoulBlade in Deutschland erschien. Das Erlebnis wurde eigentlich nur noch durch den Erwerb von Bushido Blade übertroffen. Einmal nicht aufgepasst und die Extremität war unbrauchbar.

    Neulich erst hatte ich mir wieder Nightmare Creatures besorgt. Verglichen mit Resident Evil ist das ja schon arg langweilig – zumindest von der Monsterdichte her. Doch die Atmosphäre – einfach unschlagbar.

    Und auch sonst gab es immer mal wieder kleine Perlen zwischendurch. Tombi, Crash Bandicoot, Spyro (die Sequels der beiden Letztgenannten für die PS2 sind ja wohl eine Frechheit sonder Gleichen!), MediEvil – oh, es gab so viel das so lange fesseln konnte. :)

  3. Was mir ganz klar Fehlt sind Klassiker wie Zelda, oder Secret of Mana (Seiken Densetzu), die vom Gameplay einfach unerreicht sind. Damals gab es schon multiple Geschichten, Alternative Ende, verschiedene Charakter zum Auswählen …
    Solche Spiele haben mich Stundenlang, achwas, Wochenlang gefesselt und ich habe es mehrmals(!) durchgespielt… Das ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Spiel mehrmals oder überhaupt nur einmal durchgespielt habe …

    Krasse Negativbeispiel war da Left 4 Dead (4 glaube ich) Tolles spiel, aber nach nur 12 Stunden durchgespielt … das brauch ich dann aber auch nicht ^^

    1. Du hast mir gerade einen weiteren Denkanstoß verpasst. Stimmt. Früher gab es Spiele die ich mehrmals durchspielte. In den letzten 3 Jahren fällt mir aber kein Spiel mehr ein welches ich mehrmals durchspielen wollte. (Außer Resident Evil 5 -> das war aber auch in 3h schaffbar -> für Platin) Früher gab es viele Spiele die ich immer wieder durchspielte. So auch Zelda. Die Innovationen und den Witz den Zelda mitbrachte suchte seines gleichen. Ich würde vom Ideenreichtum Metal Gear Solid auch dazu zählen. (Das spielte ich auch mehrmals durch.) Aber wenn ich mich recht entsinne sind die neuen Zelda Titel auch nicht mehr so die Wucht oder? Also die Entwicklung in eine mehr kindliche Umgebung ist eine gute für heranwachsende Spieler. Eine erwachserne Variante würde ich mir trotzdem wünschen. *g* Diese Lücke versucht ja ein Darksiders zu füllen. Was auch mässig klappte. Hab ich trotzdem nur einmal durchgespielt.

      Meinst du wirklich Left 4 Dead? Das ist ein, auf koop ausgelegter Multiplayer Titel. Die aneinandergelegten Level mit der “losen” Handlung ergaben bei mir nur ca. 4 Stunden.

      1. Die Frage ist doch: Lag das an den Spielen oder an uns? Waren wir anders zu jener Zeit (nicht so übersättigt, andere Erwartungen)?
        Andererseits gibt es Leute, die Link to the past jährlich einmal durchspielen (und ich habs auch erst vor zwei Jahren mal wieder durchgeboxt, Secret of Mana innerhalb der letzten drei Jahre ebenfalls zwei mal). Spricht eher für die Spiele, als für uns. Aber vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem. Kurzum: Mir geht’s genauso.

        1. Das ist die Frage die ich mir auch stelle. Ob ich vielleicht für viele Titel zu alt oder auch übersättigt bin. Zu alt kann ich mir aber nicht vorstellen weil ich ein Zelda oder ein Monkey Island nochmal durchspielen würde. Titel die ich in meiner Kindheit schon mehrmals durchspielte.

          Jetzt gerade spiele ich die Tony Hawks Skateboarding in hd nochmal durch. Aber hier punktet ja auch eher die Mechanik. Eine Story oder mit Grafik etc punktete es damals ja schon nicht.

          1. +hihi+
            Auf dem PC meiner Partnerin läuft aktuell wieder Dungeon Keeper 2. Fragt mich nicht, wo ich das noch ausgegraben habe, aber: ich spiele da häufiger dran als sie.

  4. Also ich denke, dass es durchaus noch Neuerungen in der Spielebranche gibt, aber die kommen größtenteils von Indie-Entwicklern. Ein großer Hit war meiner Meinung nach zum Beispiel Bastion, vor allem vom Storytelling her. Ich kann es nicht wirklich mit etwas anderem vergleichen, obwohl es sowas ähnliches sicher schon mal gab. Anderes Beispiel, das uns allen so gut bekannte Amnesia. Ganz anderer Ansatz als die meisten anderen Horrorspiele und unheimlich gut.
    Aber wenn ich mir die Industrie anschaue, dann sehe ich eher schwarz. Auch Zelda verliert langsam den Reiz, es will zwar neues mit einführen, aber es hat immer noch nichts eigenes Neues und Aufregendes… Ihr wisst sicher, was ich meine.

    1. Ich gebe dir Recht das viele Innovationen im Indiebereich zu finden sind und viele Stunden Spielspass hatte ich auch schon mit dem einen oder anderen Indigame. Sehr gut gefallen haben mir Flowers, Journey oder Limbo. Bastion habe ich schon oft gelesen aber leider noch nicht selbst erlebt. Das sollte ich mal nachholen.

      Die Zeldaproblematik, die du ansprichst habe ich auch. Das letzte Zelda, was mir gut gefiel war Majoras Mask. Danach wurde es mir irgendwie zu kindlich. (Ich meine Majoras Mask ist auch schon kindlich aber die Rätsel hatten es schon teils in sich und einige Anspielungen waren auch alles andere als kindlich.) Vielleicht bin ich inzwischen auch einfach zu alt für die Serie. Früher als Kind war Link für mich ein junger Erwachsener, nun scheint er mir irgendwie jünger als ich. *g*

      Wie ich das sehe können nur wenige Titel durch Storytelling punkten. Sicherlich gibt es auch immer mal wieder Perlen in den einzelnen Genren die alles richtig machten. Positiv für meinen Geschmack vielen zb Heavy Rain oder Borderlands in ihren Genren auf. Ich setze auch viel auf Beyound: Two Souls und The Last of Us. Mal schauen ob sie meine Erwartungen erfüllen können oder es nur Blender werden.

  5. Es liegt wohl an dir, bzw. an uns. Darauf komme ich, da ich das von dir beschriebene Gefühl schon seit etwa 5 Jahren habe (und nicht erst seit einem Jahr). Das hat wahrscheinlich mehr mit der persönlichen Lebebsgeschichte zu tun als mit der Spielebranche.

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