Elvun Gaming-Blog

PC-Games, Konsolenspiele, Rollenspiele und Co.

- flattr this! - Posted by Ricarda on Dezember - 12 - 2012 2 Comments

Rypzy hat euch heute seine Einschätzung und Wahrnehmung zur Spielebranche niedergeschrieben und da ich das Thema so spannend und vielschichtig finde, komme ich nicht umher, auch ein paar Worte dazu zu verlieren.

Stillstand würde ich das nicht nennen, was die Spielebranche erlebt, sondern eher vorsichtige Zurückhaltung. Bei den großen Games stecken Unmengen von Geldsummen und Entwicklungszeit dahinter und auch der Erwartungsdruck einen Knaller herauszubringen. Das Schlimmste was man da machen kann, ist ein vermeidbares Risiko einzugehen. Das Risiko ist eben eine außergewöhnliche Story, ein außergewöhnliches Spielekonzept oder einfach alles, dass von der Norm abweicht und sich nicht eindeutig zuordnen lässt.

Die Spielebranche lähmt sich selbst, aus Angst zu versagen. Aber genau das tut sie von Zeit zu Zeit, weil die Erwartungshaltung der Spieler oft eine andere ist, als die der Investoren.

Ich sehe aber ein Licht am Ende des Tunnels und das ist kein Zug sondern die Indieszene. Hier steht am Anfang eine Idee und danach wird erst überlegt wie man sie realisiert. So wie es sein sollte. Indiegames bringen frischen Wind in die Spieleszene und haben deswegen großes Potenzial durchzustarten und zu hypen, weil die sie Gefahr des Versagens auf sich nehmen, da sie an ihr Konzept glauben. Indiefirmen nehmen das Risiko einfach auf sich und schenken uns deswegen tolle Spiele fernab des Einheitsbreis.

Das Ganze verändert dann aber auch die großen Firmen. Wenn ein Indiespiel groß rauskommt, kann man davon ausgehen, dass das Spielprinzip relativ schnell übernommen wird. Nach Notch ist das sogar wünschenswert und ich stimme ihm da zu. Sich gegenseitig zu inspirieren und dadurch eine größere Vielfalt an Spielen zu bekommen, sollte eines der größten Ziele der Industrie sein.

Ich schaue seit einiger Zeit sehr zufrieden in die Indieszene und freue mich, mit welcher Euphorie und Begeisterung dort gearbeitet wird. Dort entwickelt man nicht nur, dort lebt man die Projekte.

Ich wünsche mir, dass die Indies so kreativ bleiben und ich wünsche mir dass die großen etwas Experimentierfreudiger werden. Dann könnte man viel reißen.

Ricarda

Chefredakteurin bei Elvun Gaming
'85 geboren und im Herzen ein Spielkind. Angefangen mit dem alten ATARI 2600 habe ich schnell meine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Ich liebte es den bunten Pixeln dabei zuzuschauen, wie sie über den Bildschirm hüpften. Jetzt spiele ich gern Aufbauspiele, Simulationen und RPGs. Neben Computerspielen mag ich Rollenspiele und bevorzuge hier "Call of Cthulhu".

2 Responses so far.

  1. Das Problem bei den großen Herstellern von Spielen ist einfach, es wiederholt sich alles. Da haben die Ihr eines Spiel welches mal total super angekommen ist, und daraus werden dann so viele Teile gemacht das man schon fast darin erstickt, nur vom Spielkonzept bleibt es gleich…

    Bei den Indie-Games steckt da irgendwie mehr liebe drin!

  2. Rypzylon sagt:

    So ganz seh ich das nicht so. Beispiel die Call of Duty Reihe kann seit mehreren Jahren jedes Jahr einen gleich schlechten Ableger rausbringen und sich sicher sein das es einschlägt wie eine Bombe. Seit Jahren nutzen sie die gleiche Engine und die Mechanik ändert sich auch nicht. ähnlich auch Need For Speed. Auch sie bringen jedes Jahr ein Ableger. Dieses Jahr “Most Wanted” einen Titel den es so schonmal in “GEIL!” vor Jahren von Need for Speed gab. Was ist jetzt davon übrig geblieben? Polizeifahren banane….Tuning brauchen wir nicht…offene Spielwelt…nej auch net wirklich…. Wird trotzdem gekauft wie bekloppt. Das verstehe ich nicht. Also ich spiele doch lieber ein funktionierendes toll gemachtes Spiel als ein schlecht nachgemachter Aufguss mit besserer Grafik. Das sind beides Spiele mit einem riesen Budget.

    Ich gebe dir aber durchaus Recht das sich im Indiebereich viel bewegt und so einige Perlen dabei sind. Wiederum anders ist das Wort “Indie” auch ein toller Überbegriff dafür ein nur mässiges Spiel für weniger Geld rauszuhauen. Ich meine auch Tetrisklone und irgendwelche Puzzlegames werden mir ja auch als “Indie” verkauft. Das war früher nicht “Indie” sondern Grabbelware für Gelegenheitsspieler.

    Aber vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel und zu schnell Ergebnisse von den Entwicklern. Ich sollte mich mehr in Geduld üben. Als Kind schien alles schneller zu gehen.

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