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Diablo 3 auf Amazon nur 2 von 5 Sternen: Wenn Kiddies ihren Frust auslassen

Als klar war, dass die Server für Diablo 3 von Montag auf Dienstag freigeschaltet werden würden, war uns klar, dass es vermutlich etwas dauert, bis man sich am Releasetag einloggen kann. Wer im Vorfeld die Presse verfolgt hat, konnte dies schon absehen, denn Diablo 3 hat sich einfach unglaublich gut verkauft.

Ab Mitternacht haben wir uns eingeloggt – beziehungsweise versucht einzuloggen. Zu siebt oder acht informierten wir uns immer untereinander welche Fehlermeldungen wir bekamen und wie sich der Launcher verhalten hat. Ursu kam einmal kurz in die Heldenerstellung, flog danach aber wieder heraus. Den ersten Char konnte dann KopfloserReiter erstellen. Mein Login klappte gegen 1:24 Uhr. Also knapp 1 1/2 Stunden nach dem Release.

Es war uns bewusst, dass es schwierig wird, aber wir haben es mit Humor genommen. Nicht nur das. Auch als wir uns einloggen konnten, haben wir auf unsere zwei Mitspieler gewartet, um Diablo 3 gemeinsam in der Vierergruppe zu bestreiten. Auch wenn wir leidenschaftliche Zocker sind, waren wir zu keinem Zeitpunkt im absoluten Rage-Modus. Im Gegenteil. Irgendwie gehörten die Fehlermeldungen zum Release-Abenteuer dazu.

Grober Unhold schlug währenddessen sogar noch folgendes vor:

machen wir ein spiel draus.. wer die meisten punkte hat gewinnt..

Fehler 37 = 10 Punkte
Fehler 75 = 50 Punkte
Fehler 315300 = 100 Punkte

Die Stimmung war wie gesagt eher witzig als aufgeheizt. Als wir dann um 1:40 komplett waren, konnten wir spielen und innerhalb des Spiels lief alles superflüssig und stabil.

Nun habe ich eben bei Amazon nach der Verfügbarkeit von Diablo 3 geschaut und mir stach folgendes ins Blickfeld.

Alle die ich kenne, und mit denen ich gesprochen habe, waren von Diablo 3 mehr als begeistert. Wenn ich in meiner Freundesliste sehe, wie aktiv sie sind, dann kann ich mir diese Bewertungen gar nicht erklären. Also schaute ich sie mir genauer an. Es gibt insgesamt 43 Seiten Bewertungen mit einem Stern. 3 davon stammen von vor dem Release, sind also in meinen Augen irrelevant. Eine Bewertung kann man erst schreiben, wenn man das finale Spiel gespielt hat.

Die restlichen 40 Seiten stammen aus der Nacht des Releases und anscheinend von frustrierten Kiddies die ihre Wut an den Loginfehlern einfach einmal an der Kundenbewertung ausgelassen haben. Natürlich sind Kundenbewertungen für Kundenanliegen da, aber man sollte realistisch denken. Zu Stoßzeiten muss Blizzard die Server richtig dimensionieren, aber im Spiel läuft es superflüssig und das was ich vom Spiel bislang gesehen habe ist grandios.

Vielleicht fehlt einigen Menschen ein bisschen Verständnis und Geduld. Niemand von uns wäre auf die Idee gekommen irgendwelche dummen Bewertungen zu schreiben. Im Gegenteil. Wir haben einfach die 1 1/2 Stunden Vorfreude länger genossen und uns ausgetauscht, welche Chars wir nehmen und wie sie heißen und wie wir sie skillen wollen. Da ging die Zeit schnell herum.

Trotz der Bewertungen auf Amazon ist Diablo 3 grandios. Frustkiddies nerven. Immer und Überall.

Ricarda

Chefredakteurin bei Elvun Gaming
'85 geboren und im Herzen ein Spielkind. Angefangen mit dem alten ATARI 2600 habe ich schnell meine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Ich liebte es den bunten Pixeln dabei zuzuschauen, wie sie über den Bildschirm hüpften. Jetzt spiele ich gern Aufbauspiele, Simulationen und RPGs. Neben Computerspielen mag ich Rollenspiele und bevorzuge hier "Call of Cthulhu".

14 Gedanken zu „Diablo 3 auf Amazon nur 2 von 5 Sternen: Wenn Kiddies ihren Frust auslassen“

  1. Mit Verlaub: Das Spiel nötigt einem selbst für den Single Player “100% Online” auf. Das allein ist für viele ein großer Kritikpunkt – stell dir vor: Es ist Zombieapokalypse, das Netz bricht zusammen und du willst mal eben ne Runde Diablo3 spielen. Keine Chance!

    Aber selbst wenn man das hinnimmt, dann sollte es wenigstens halbwegs reibungslos funktionieren, was es definitiv nicht tat. Nicht jeder kann seine Freizeit so großzügig auslegen, dass ihm die “paar Stunden Login” nichts ausmachen. Ich halte den Frust für durchaus nachvollziehbar und Amazon-Bewertungen sind vielleicht sogar ein probateres Mittel, seinen Protest zu äußern, als das Battle.net-Forum.

    1. Dann sollte man sich das Spiel nicht kaufen, wenn man mit den Bedingungen nicht zufrieden ist. Das Spiel selbst ist grandios und deswegen schon sind die Bewertungen nicht maßgeblich.

      1. Sehe ich anders: Die Gesamtqualität des Spiels bemisst sich ja an den einzelnen Komponenten, Grafik, Sound, Gameplay usw. und dazu gehören auch die von den Entwicklern bewusst geschaffenen Umstände, wie Online-Zwang. Dass dieser gerade in der Anfangsphase (oder während einer Zombieapocalypse) den Spielspaß maßgeblich beeinflusst (=verhindert) darf sich schon in der Bewertung niederschlagen.

        Ich geb dir Recht: Das Spiel an sich ist toll, aber die Steine, die dem Spieler unnötig in den Weg gelegt werden rechtfertigen die Abwertung.

        1. Die negativen Bewertungen stammen alle aus den ersten beiden Stunden nach dem Release. Da werden die Bewerter sicherlich schon genügend Einblicke gehabt haben, um sie fundiert zu begründen…

          1. Mag sein, dass da einige etwas vorschnell waren. Mittlerweile sind es deutlich mehr geworden, weil die Login-Situation ja auch gestern abend unerträglich war.
            Aber wie gesagt, ich kann den Frust verstehen. Da fühlt sich doch jeder Kritiker des Online-Zwangs sofort bestätigt und in Zeiten des Internets muss sowas irgendwie kanalisiert werden. Amazon-Bewertung ist da nur ein konsequenter Schritt von vielen. Andere schreiben ewiglange Blogkommentare oder diskutieren auf Google+ ;)

          2. Seltsamerweise hatte ich seit der Stunde nach dem Release keinen einzigen Fehler mehr.

          3. Das ist unfair.. du hast die maximale Kommentarverschachtelungstiefe ausgereizt, ich kann dir auf deinen letzten Kommentar nicht mehr antworten. Das ist Zensur!!1! ;)

            Wie ich drüben bei G+ schon schrieb, dann hattest du viel Glück (siehe auch: http://www.golem.de/news/diablo-3-blizzards-server-seit-stunden-quasi-unerreichbar-1205-91830.html). Im Moment macht der Login-Prozess keinen stabilen Eindruck und ausgehend davon, dass das Spiel nahezu überall ausverkauft ist, rechne ich ehrlich gesagt auch nicht damit, dass sich das so schnell bessert. Es sei denn, Blizzard rüstet spontan massiv auf.

  2. Deiner Argumentation halte ich folgendes dagegen:

    a) Blizzard kannte die Verkaufzahlen gut genug. Also konnte es hier keine Überraschungen geben.

    b) Ihnen mußte klar sein, dass um 0:00 Uhr ziemlich viele Leute D3 spielen wollen

    c) sie kannte die benötigten Serverkapazitäten aufgrund der Streßtests gut genug

    d) mit 7 Jahre WoW sollte Blizzard genug Erfahrung mit Onlinespielen haben

    und

    e) mit 7 Jahre WoW sollten sie die Community gut genug kennen

    Wenn ich also a) + b) + c) + d) + e) rechne, dann kann ich nur sagen: dieses negative Kritik haben sie sich hart erarbeitet und ehrlich verdient!

    Und mal ganz ehrlich … irgendwo muß man als Spieler ja auch seinen Frust rauslassen, wenn Blizzard nicht in der Lage ist, zu Release für einen reibungslosen Spielbetrieb zu sorgen! ;)

    1. Ich sag dir das jetzt aus der Perspektive eines Managers an Hand eines einfachen Rechenbeispiels mit Pseudozahlen.

      Spieler um 0:00 des ersten Tages: 100%
      Durchschnitt Spieler zu Hauptzeit: 80%
      Durchschnitt Spieler zu Nebenzeiten: 40-60%

      Wenn du jetzt für Tag 1 so viele Server hinstellst, um wirklich ALLE 100% abzudecken, zahlst du spätestens eine Woche später für leere Server. Realistisch ist, erstmal Server zu mieten für die Hauptzeit, nachdem sich die Lage normalisiert hat und die Leute nicht immer und alle gleichzeitig drauf wollen.

      Blizzard kannte die Verkaufszahlen, aber von diesen Verkaufszahlen, werden nach 2-3 Wochen vl. noch 50% täglich & gleichzeitig zocken – und das ist enorm positiv gerechnet.

      Du sagst also, dass ein jeder Käufer seinen persönlichen Platz auf dem Server am ersten Tag haben soll, während spätestens an Tag 3 dann eine Auslastung von vl. 66% im Durchschnitt erreicht wird. Das wäre NICHT wirtschaftlich und du würdest es auch nicht so machen!

      1. So kann man durchaus denken, aber dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn es von den Kunden negative Kritiken hagelt. Und das absolut berechtigt …

  3. Es heisst nicht umsonst: ‘Never play on patch day’

    Das Selbe gilt bei Weitem und eigentlich sogar noch viel mehr für Releasedays. Bei sowas gibt es IMMER Probleme und IMMER wird es Leute geben, die nicht direkt loszocken können.
    Leute die Maphack, Tradehack, Dupehack und diverse Bots in Diablo2 benutzt haben, könnt ihr dafür verantwortlich machen, dass es eine Onlinepflicht gibt. Blizzard hat so die Möglichkeit, es den Cheatern schwerer zu machen und das ist mir auch ganz recht so.
    Natürlich wird es trotzdem Hacks & Cheats geben – die gibt es immer irgendwie, denn es gibt kein 100% sicheres System – doch das Testen dieser Hacks dürfte sich durch den Online-Zwang als sehr viel schwieriger erweisen, als es bei Diablo2 der Fall war mit Open BNet und dem Offlinemodus.

    Was ist euch lieber? Ein hackverseuchtes Spiel für ALLE, die online spielen – oder die Möglichkeit, auch offline zu spielen, wo es Online imho sowieso mehr Spaß macht mit Freunden zusammen?

  4. Du kennst meine Meinung zum Online-Zwang. Das war der Grund, warum ich es nicht gekauft habe. Wenn ich es gekauft hätte, würde ich zwar meckern, aber gewiss keine 1-Sterne-Bewertung für ein vorher bekanntes Problem geben.

    Jeder der in der Lage ist, 1+1 zusammen zu zählen (Was bedauerlicherweise erschreckend wenige zu sein scheinen), weiß dass das wahrscheinlich erfolgreichste Spiel aller Zeiten, welches einen Online-Zwang hat, auch für einen Riesen wie Blizzard ein harter Brocken ist.

    Ich meine, was hätten sie machen sollen? WoW-Server abziehen, nur damit die Diablo-Kinder spielen können? Es werden voraussichtlich nie wieder so viele Leute gleichzeitig drauf sein, wie in der ersten Woche. Also warum sollte Blizzard ewig viel Kohle rausjagen, nur damit man keine Verzögerungen hat? Thema Kohle: Kostet ja auch Strom, für alle die mit dem Geldargument kommen wollen, dass Blizzard genug hat.

    Meine Meinung:
    Ich finde es scheiße. Der Online-Zwang ist und bleibt ein absolutes No-Go. Ich werde mir das Spiel deswegen nicht kaufen. Wenn man es mir schenkt, zocke ich’s – gerne. Aber ich gehe einer Firma mit einem solchen »Kopierschutz« kein Geld. Ich möchte immer zocken können, wenn Strom da ist und nicht nur dann, wenn die Telekom gute Laune hat.
    Aber: Ich finde es beeindruckend, dass Blizzard es geschafft hat die Loginzeit so kurz zu halten.

    Kurz? Ja. Bedenkt doch mal die Massen, die da rauf sind. Dafür sind 1½ Stunden, die unsere liebe Ricarda brauchte ein Witz. Bei WoW war es damals um einiges Schlimmer.

    Gruß
    Wishu

    1. Blizzard hat die Erwartungen ja selber angeheizt, in dem z.B. explizit kommuniziert wurde, dass um 0:01 Uhr die Server zur Verfügung stehen. Wenn das Unternehmen soviel Erfahrung in dem Bereich hat, warum nutzt es diese dann nicht?

      In Zeiten von Servervirtualisierung sollte es zudem möglich sein, Kapazitäten zeitlich flexibel zur Verfügung zu stellen bzw. anzumieten. Das Serverargument ist daher auch nur bedingt tragfähig.

      Und dann finde ich es schwierig, in so einer Diskussion jeden für dumm zu erklären, der anderer Meinung ist. Im Endeffekt ist es ein einfacher Handel oder Vertrag: Die Kunden haben ihren Teil der Verpflichtung zahlreich und in vollem Umfang erfüllt (viel Geld bezahlt), Blizzard nicht (das mit den 1,5h stimmt ja leider auch nur für Ricarda). Damit ist jede Kritik am Unternehmen zumindest nachvollziehbar, ich würde sogar behaupten berechtigt.

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